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Remigius-KlinikProtest auch in Leverkusen gegen Gesundheitssparpaket

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Trotz Regen protestieren die Mitarbeitenden des St.-Remigius-Krankenhauses für eine starke Krankenhausversorgung.

Trotz Regen protestieren die Mitarbeitenden des St.-Remigius-Krankenhauses für eine starke Krankenhausversorgung.

Am Sankt-Remigius-Krankenhaus in Opladen gibt es Gegenwind für Nina Warken.

Mit einem landesweiten Aktionstag haben zahlreiche Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen am Freitag gegen geplante Einsparungen im Gesundheitswesen protestiert. Auch das St.-Remigius-Krankenhaus beteiligte sich an der Aktion unter dem Motto „Kein Geld. Keine Versorgung.“ Der Haupteingang der Klinik blieb von 11 bis 13 Uhr symbolisch geschlossen, die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten lief jedoch uneingeschränkt weiter.

Krankenhäuser sehen Versorgung gefährdet

Hintergrund des Protestes sind geplante gesetzliche Maßnahmen zur Begrenzung der Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wie aus einer Pressemitteilung des Katholischen Krankenhausverbands Deutschland hervorgeht, sehen Krankenhausvertreter dadurch erhebliche wirtschaftliche Risiken für die Versorgung in Nordrhein-Westfalen. Demnach könnten den Kliniken bis 2027 Erlösverluste von rund acht Prozent drohen. Insgesamt stünden Einnahmen in Milliardenhöhe auf dem Spiel. Besonders betroffen wären freigemeinnützige Krankenhäuser, die nicht gewinnorientiert arbeiten und entstehende Defizite nur begrenzt ausgleichen können. Als besonders gefährdet gelten personalintensive Bereiche wie Geburtshilfe, Geriatrie, Psychiatrie und Palliativmedizin.

Alina Löwe, stellvertretende Leitung Flex und Aushilfspool, und Nadine Scheenaard, kaufmännische Direktorin, vor der symbolisch geschlossenen Anmeldung.

Alina Löwe, stellvertretende Leitung Flex und Aushilfspool, mit Nadine Scheenaard, kaufmännische Direktorin, vor der symbolisch geschlossenen Anmeldung.

„Finanzierung ist nicht auskömmlich“

„Die Finanzierung ist jetzt schon nicht auskömmlich“, sagt Nadine Scheenaard, kaufmännische Direktorin des Opladener Krankenhauses. Die wirtschaftliche Lage sei seit Jahren angespannt. Durch die geplanten Sparmaßnahmen drohten zusätzliche Erlösverluste von rund acht bis zehn Prozent, so die 37-Jährige weiter.

Gleichzeitig stünden die Krankenhäuser vor immer höheren strukturellen und organisatorischen Anforderungen. „Die Anforderungen werden von Jahr zu Jahr mehr“, betont sie. Dazu gehörten unter anderem strengere Vorgaben bei Qualität, Personalbesetzung und medizinischer Versorgung.

Unklare Finanzierung einzelner Leistungen

Nadine Scheenaard kritisiert insbesondere geplante Änderungen bei der Leistungsfinanzierung, darunter mögliche Begrenzungen des Pflegebudgets und unklare künftige Kostenübernahmen, etwa bei Patiententransporten, die den Klinikbetrieb insgesamt beeinträchtigen könnten.

Eine pauschale Kürzung hilft nicht weiter
Nadine Scheenaard, kaufmännische Direktorin

Im Remigius-Krankenhaus werde bereits versucht, auf die wirtschaftlichen Herausforderungen zu reagieren, etwa durch effizientere Abläufe. „Aber eine pauschale Kürzung hilft da nicht weiter“, so Scheenaard. Auch die Entwicklung im regionalen Kliniknetz wird als Warnsignal gesehen. Als Beispiel nennt sie die Schließung der Notaufnahme in Langenfeld. Der Strukturwandel im Gesundheitswesen sei bereits in vollem Gange. Zusätzliche pauschale Einsparungen würden diesen Prozess weiter verschärfen.