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GesundheitKrankenhaus Opladen: Daniela Kreuzberg setzt auf Präsenz

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Daniela Kreuzberg will das St. Remigius Krankenhaus durch Präsenz vor Ort und klare Strukturen weiterentwickeln.

"Wir sind ein Akut und Regelversorgungskrankenhaus. Das ist unser Auftrag und den erfüllen wir", sagt Daniela Kreuzberg. 

Mehr Präsenz im Haus, mehr direkte Einblicke, weniger Distanz: Dr. Daniela Kreuzberg übernimmt die Geschäftsführung des St. Remigius Krankenhauses Opladen. 

Daniela Kreuzberg hat einen klaren Anspruch an ihre Rolle als Geschäftsführerin: Entscheidungen sollen nicht aus der Distanz entstehen, sondern aus unmittelbarer Nähe zum Klinikgeschehen. „Mir  ist der persönliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sehr wichtig. Deswegen arbeite ich nicht remote, sondern vor Ort“, sagt Daniela Kreuzberg.

Ihr Arbeitsmodell ist entsprechend klar strukturiert: Zwei feste Tage pro Woche ist sie in Opladen, zwei weitere im Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling, ergänzt durch einen flexiblen Tag für Abstimmungen und übergreifende Themen. „Es läuft sehr viel über Jours-Fix-Termine mit den Kolleginnen vor Ort auch innerhalb des gesamten Verbundes“, sagt sie. Dazu gehören mehr als 30 Einrichtungen. Insgesamt bilden sieben Krankenhäuser unter dem Dach der Alexianer den Verbund Rheinland.

Frühe Einblicke, klare berufliche Richtung

Die 45-Jährige ist gebürtige Bad-Honneferin und kehrte nach einer längeren Zeit in Berlin vor elf Jahren ins Rheinland zurück. Die Leidenschaft für das Gesundheitswesen begleitet sie seit ihrer Kindheit. Ihre Mutter arbeitete als Physiotherapeutin im Krankenhaus, dadurch erhielt sie früh Einblicke in den Klinikalltag. Während des Studiums vertiefte sie ihr Interesse unter anderem mit Arbeiten am Deutschen Herzzentrum in Berlin und zum OP-Management.

Nach ersten beruflichen Stationen in der Medizintechnik wechselte sie auf die Krankenhausseite – und fand dort ihre berufliche Heimat. Besonders faszinieren sie bis heute die Abläufe in Kliniken und die Menschen, die dort arbeiten. Sie ist überzeugt, dass Patientenorientierung, Mitarbeiterzufriedenheit und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können.

Hospitationen zum Einstieg

Um sich ein Bild von Abläufen und Strukturen zu machen, setzt Daniela Kreuzberg auf Hospitationen in verschiedenen Abteilungen, darunter Intensivmedizin und zentrale Notaufnahme. „Die Kolleginnen und Kollegen erklären mir ihre Bereiche. Ich versuche auch mal einige Stunden bis zu einer ganzen Schicht auf den Stationen zu hospitieren, um die Arbeitsprozesse und die Menschen kennenzulernen.“

Dabei gehe es ihr nicht nur um Abläufe, sondern auch um das Verständnis für Zusammenarbeit unter hoher Belastung. Erste Eindrücke zeigten ihr eine hohe fachliche Kompetenz und große Eigenverantwortung der Teams.

Diese Abteilungen sind für die regionale Versorgung von großer Bedeutung.
Daniela Kreuzberg, Geschäftsführerin St. Remigius Krankenhaus Opladen

Das St. Remigius-Krankenhaus Opladen verfügt aus Sicht von Daniela Kreuzberg über klar erkennbare medizinische Stärken, insbesondere in der Geriatrie und der Wirbelsäulenchirurgie. „Diese Abteilungen sind für die regionale Versorgung von großer Bedeutung“, sagt sie. Gleichzeitig sieht sie Investitionsbedarf in Teilen der baulichen und technischen Infrastruktur. Während einzelne Bereiche modernisiert seien, bestehe an anderen Stellen Nachholbedarf.

Komplexe Organisation mit hoher Verantwortung

Das Krankenhaus beschäftigt 530 Vollkräfte, verteilt auf 850 Köpfe in Opladen und knapp 400 Vollkräfte in Wesseling, verteilt auf 600 Köpfe. Diese Struktur erfordert aus Sicht von Daniela Kreuzberg eine enge Abstimmung zwischen Medizin, Pflege und Verwaltung.

Die finanziellen Rahmenbedingungen beschreibt Daniela Kreuzberg als zunehmend herausfordernd. Krankenhäuser müssten mit festen Vergütungssystemen arbeiten, während Kosten und Anforderungen steigen. „Wir sind ein Akut und Regelversorgungskrankenhaus. Das ist unser Auftrag und den erfüllen wir. Mit eine gut aufgestellten internistischen Notfallabteilung. Allein schon aufgrund des Zulaufs über die Notfallambulanz sind diese Abteilungen sehr gut angenommen und versorgen sehr viele Patientinnen.“

Kooperation im regionalen Verbund

Für die Zukunft setzt Daniela Kreuzberg auf eine stärkere Vernetzung innerhalb des Trägers sowie mit weiteren Krankenhäusern in der Region. Bereits heute werden einzelne medizinische Bereiche standortübergreifend organisiert, etwa in der Chirurgie. Ziel sei es, Kompetenzen zu bündeln.

Die Patientenversorgung im St. Remigius Krankenhaus Opladen ist bereits weitgehend digital organisiert. Dennoch sieht Daniela Kreuzberg Weiterentwicklungspotenzial, insbesondere bei Schnittstellen zu externen Partnern. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz werde perspektivisch an Bedeutung gewinnen, befinde sich jedoch noch in der Entwicklungsphase.

„Wichtig ist mir, Veränderungen nicht zu überstürzen, sondern gemeinsam mit den Mitarbeitenden zu gestalten. Ihr Wissen und Ihre Erfahrung sind extrem wichtig.“, sagt Daniela Kreuzberg. Themen wie Personalmangel, Wartezeiten und organisatorische Belastungen sind ihr bewusst. Sie versteht sie als strukturelle Herausforderungen des Gesundheitssystems. „Nur so entstehen tragfähige Lösungen“, sagt Daniela Kreuzberg. Vertrauen schaffen ließe sich nur durch Präsenz vor Ort. Für den Standort Opladen sieht Daniela Kreuzberg eine klare Rolle als wohnortnaher Versorger mit spezialisierten medizinischen Schwerpunkten.