Abstrakte Natur, leuchtende Farben, reduzierte Figuren und realistische Ölmalerei: Vier neue Mitglieder der AG Leverkusener Künstler zeigen Künstlerbunker ihre Arbeiten.
Zwischen Zeichen, Farbe und ErinnerungNeue Bildwelten im Kunstverein Leverkusen

Carsten Ludwig und Ellen Loh-Bachmann vor einem Gemälde von ihm (links) und Havva Sari (rechts).
Copyright: Viktoria Langenhuizen.
Ein buntes Zusammenspiel aus Farbe, Form und Schrift, Porträts, die fast aussehen wie Fotos, abstrakte Naturprozesse und figurative Darstellungen. Im Künstlerbunker Leverkusen treffen derzeit vier sehr unterschiedliche Stile aufeinander. Die Ausstellung der AG Leverkusener Künstler bringt Arbeiten von Elke Driftmeier, Havva Sari, Carsten Ludwig und Cara Wilmanns zusammen.
Bei Elke Driftmeier prägen Aufenthalte in Mexiko, Brasilien und China ihre Kunst. Aus persönlichen Beobachtungen entstehen geheimnisvolle Bildwelten. In einigen Skulpturen befasst sie sich mit dem Menschen ihre Bilder spiegeln Eindrücke aus verschiedenen Kontinenten wieder.
Symbole haben eine vermeintliche Klarheit, aber sind trotzdem ambivalent.
Der Mensch erscheint in den Arbeiten von Carsten Ludwig in sehr reduzierter Form. Er wirkt wie ein Piktogramm. Die Hintergründe bestehen aus diffusen Farbflächen. Schwerpunkt seiner Bilder ist die Auseinandersetzung mit Kommunikation und ihren Zeichensystemen. „Symbole haben eine vermeintliche Klarheit, aber sind trotzdem ambivalent“, sagt er. Indem er weitere Bildelemente hinzufügt, bricht er die leichte Lesbarkeit.
Experimentelle Techniken
In den großformatigen Arbeiten von Havva Sari überlagern sich viele Schichten aus Farbe und Material. Mit Strukturpaste, Sand, Pigmenten und experimentellen Techniken schafft sie Risse, Schichtungen und plastische Oberflächen. Diese sind Metaphern für Vergänglichkeit, Zeit und Umgestaltung.
Die Bilder wirken wie eingefrorene Naturprozesse. Ein Werk erinnert dabei an einen geheimnisvollen Sternennebel, in dem der Blick zwischen Mikrokosmos und Ferne hin- und hergleitet.

Die mit experimentellen Mischtechniken geschaffenen Bilder von Havva Sari wirken wie eingefrorene Naturprozesse.
Copyright: Viktoria Langenhuizen
Der Vater am Küchentisch
Cara Wilmanns Ölgemälde sind sehr persönlich. Sie wurde im Jahr 2000 geboren und stammt aus einem musikalisch-künstlerischen Elternhaus, das ihre kreative Entwicklung früh geprägt hat.
Das Werk „Adorned“, dass einen Tätowierer zeigt, thematisiert das Künstlersein selbst. „Mein Modell ist ein brillanter Künstler, und ich musste ihn unbedingt malen. Für mich verkörpert er diese Überzeugung sich als Künstler ganz und gar der Kunst hinzugeben“, wird Cara Wilmanns in einem Steckbrief zitiert. Das Bild ist im Anschluss an die Ausstellung beim traditionsreichen Auktionshaus Sotheby’s in New York zu sehen.

Die Welt und die Menschen um sie herum sind Clara Wilmanns Inspiration. Das Gemälde zeigt ihren Vater.
Copyright: Viktoria Langenhuizen
Auch Literatur spielt in ihrer Kunst eine wichtige Rolle, etwa in der Werkreihe „How to burn your favorite books“, die sich mit der Kraft von Sprache und der Ambivalenz von Büchern zwischen Geschichte und Dystopie beschäftigt. Einen besonders persönlichen Bezug haben die Familienbilder: In „Quiche Lorraine“ ist ihr Vater dabei zu sehen wie er für sie kocht. „The Divination of Music“ wurde von ihrer Mutter inspiriert. Es zeigt eine Frau im roten Kleid, die Cello am Kamin spielt.
Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 3. Mai um 11:30 Uhr in der Galerie Künstlerbunker in der Karlstraße 9, in Leverkusen Opladen statt. AG-vorsitzende Ellen Loh-Bachmann lädt zu einer Einführung ein. Die Eröffnungsveranstaltung endet um 15:30 Uhr. Bis zum 17. Mai sind die Werke von mittwochs, freitags und sonntags von 16 bis 18 Uhr zu sehen.