Die Entsorgung von wildem Müll kostet die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Leverkusen richtig viel Geld.
AbfallSo viel wilden Müll produzieren die Leverkusener – und so viel kostet die Entsorgung

Die Stadt Leverkusen hat mit wildem Müll zu kämpfen.
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Jedes Jahr kostet es das Entsorgungsunternehmen Avea 300.000 Euro, wilden Müll im Stadtgebiet zu entsorgen. Zigarettenfiltern auf Gehwegen, Lebensmittelverpackungen am Straßenrand, Altkeider- oder Restmüllkartons neben den Wertstoffinseln, Holzpalette, Bauschutt und Reifen auf Waldwegen – die Liste, die die Stadtverwaltung als Beispiele für immer mehr wilden Müll in Leverkusen anführt, ist lang.
Deshalb ruft die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger auf, die Verwaltung zu informieren, wenn jemand illegale Müllplätze oder auch Personen sieht, die ihren Abfall im Stadtgebiet illegal entsorgen. Denn: „Die vielen kleinen und großen illegalen Müllablagerungen sorgen für sowohl ökologischen als auch ökonomischen Schaden“, schreibt die Stadt.
Leverkusen: Stadt muss mit Containern und Radlern kommen
Wilder Müll schade dem Lebensraum von Menschen und Tieren, und die Kosten würden von der Allgemeinheit, also von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern getragen. Häufig seien die illegalen Müllberge in Leverkusen so groß, die Stadt mit Containern oder Radladern kommen müsse, um sie zu entsorgen. Dazu kommen die kleinen Abfälle, die aus Unachtsamkeit oder Faulheit auf den Boden fallen gelassen würden, das sogenannte „Littering“.
Müll in der Stadt loszuwerden, ist eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld kann bei bis zu 100.000 Euro liegen. „Je nach Art und Menge der Abfälle kann ein Straftatbestand erfüllt sein, der auch zu einer Haftstrafe führen kann“, teilt die Stadt mit.
Leverkusener Bürger weisen auf Probleme hin
Die Untere Abfallwirtschaftsbehörde geht Hinweisen auf Täter oder Täterinnen nach. Ansprechpartnerinnen sind Daniela Meyer, 0214/4063246, und Bärbel Wiechert, 0214/4063231. Auch über den Mängelmelder können Hinweise gegeben werden.
Die Müllproblematik ist bei den Leverkusenerinnen und Leverkusenern angekommen. Immer wieder erreichen auch die Redaktion des „Leverkusener Anzeiger“ Hinweise auf illegale „Müllhotspots“. Zuletzt hatten die FDP einen Antrag gestellt, mehr Abfallbehälter auf öffentlichen Plätzen aufzustellen. Die Verwaltung sprach sich gegen den Vorschlag aus.
In den Sommermonaten leert die Avea die Abfalleimer in den Park mindestens einmal in der Woche, eher sogar zweimal oder nach Bedarf. Denn dort falle wilder Müller häufig bei gutem Wetter an. 1300 Abfalleimer gibt es derzeit im Stadtgebiet. Besonders durch Einwegverpackungen steige das Abfallvolumen seit Jahren an, teilt der Fachbereich Stadtgrün mit.

Auf dem Birkenberg nahe dem Eingang zum Friedhof Reuschenberg lagen Reifen.
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In den Fußgängerzonen leeren die Technischen Betriebe Leverkusen an Werktagen außer samstags einmal am Tag die Mülleimer, samstags zweimal und sonntags einmal (bei Veranstaltungen zweimal). An Bushaltestellen wird je nach Bedarf ein- bis dreimal in der Woche geleert.
In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat die Avea in Leverkusen 231,28 Tonnen Müll gesammelt, in 2022 waren es 544,99 Tonnen, in 2021 745,75 Tonnen, in 2020 720,63 Tonnen und in 2019 428,35 Tonnen. Das Hoch 2020 und 2021 erklärt Stadtsprecherin Julia Trick mit Corona: „Die Bürgerinnen und Bürger hatten viel Zeit zum Ausmisten, und die Entsorgungsanlagen waren nur eingeschränkt geöffnet.“
Als Hotspots identifiziert die Stadt die Grünschnittabgabestelle am Friesenweg, die Plätze der Wertstoffinseln, Waldränder und grundsätzlich unbeobachtete Plätze im Stadtgebieten. Unterdessen steige auch die Zahl der Ordnungswidrigkeiten. 2020 hatte die Untere Abfallwirtschaftsbehörde 21 Bußgeldverfahren eingeleitet, 2021 waren es 32 und 2022 30. Bis März waren es in diesem Jahr bereits zehn Fälle. Im Schnitt mussten die Leute 200 Euro Bußgeld zahlen.
