In Monheim diskutierten die Kirchenvertreter darüber, wo sich die Kirche künftig besonders einbringen soll.
SynodeWie die evangelische Kirche in Leverkusen und Umgebung nahe am Menschen bleiben will

Superintendent Bernd-Ekkehart Scholten stellte bei einem Pressegespräch in der Alten Feuerwache in Wiesdorf vor, was bei der bei der 127. Kreissynode am Wochenende Thema war
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Weniger Geld, weniger Mitglieder, mehr gesellschaftliche Herausforderungen: Die evangelische Kirche im Kirchenkreis Leverkusen steht vor Veränderungen. Nach den bereits beschlossenen Sparmaßnahmen rückte bei der 127. Kreissynode nun eine andere Frage in den Mittelpunkt: Welche Aufgaben soll die Kirche künftig besonders stärken und wo kann sie Menschen weiterhin konkret unterstützen? Darüber diskutierten am Wochenende rund 80 Synodale und Gäste in der Friedenskirche in Monheim-Baumberg. Beim Pressegespräch nach der Synode machte Superintendent Bernd-Ekkehart Scholten deutlich, dass es dabei nicht nur um Strukturen und Verwaltung gehe.
Die Augen vor Herausforderungen zu schließen, hilft keinem.
Die Kirche müsse gesellschaftliche Veränderungen ernst nehmen und gleichzeitig Wege finden, den christlichen Glauben in die Lebenswirklichkeit der Menschen einzubringen, sagte der leitende Geistliche des Kirchenkreises Leverkusen. „Die Augen vor Herausforderungen zu schließen, hilft keinem“, so Scholten.
Der Kirchenkreis umfasst elf evangelische Kirchengemeinden in Leverkusen, Langenfeld, Monheim, Leichlingen und Burscheid. In den vergangenen beiden Synoden standen vor allem Einsparungen im Mittelpunkt. Hintergrund ist ein Konsolidierungsprogramm, mit dem bis 2028 mehr als 700.000 Euro gespart werden sollen. Die notwendigen Beschlüsse seien inzwischen gefasst und auf den Weg gebracht worden, erläuterte Scholten.
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Nicht mehr nur über Sparen reden
Diesmal ging es deshalb bewusst um Inhalte. Vertreter der verschiedenen Arbeitsbereiche des Kirchenkreises – vom Diakonischen Werk über die Jugend- und Familienarbeit bis hin zur Schul- und Seelsorgearbeit – stellten ihre Angebote vor. Anschließend diskutierten die Synodalen in Arbeitsgruppen über deren Bedeutung und Zukunft. Dabei standen drei Fragen im Mittelpunkt: Wie werden Menschen konkret unterstützt? Wie wird christlicher Glaube vermittelt? Und wie profitieren die Kirchengemeinden von den jeweiligen Angeboten?
Konkrete Beschlüsse wurden noch nicht gefasst. Vielmehr versteht der Kirchenkreis die Beratungen als Auftakt eines längeren Beteiligungsprozesses. Die Ergebnisse sollen im September bei einem Synodaltag weiterentwickelt werden. Erst auf der nächsten Kreissynode im November werden daraus konkrete Entscheidungen entstehen. „Evangelische Kirche ist Partizipation“, betonte Scholten. Grundsatzentscheidungen bräuchten Zeit und müssten gemeinsam entwickelt werden.
Kooperationen sollen wichtiger werden
Deutlich wurde bereits, dass Kooperationen künftig eine größere Rolle spielen sollen, sowohl zwischen den Gemeinden als auch mit anderen Partnern wie der katholischen Kirche. Zudem wurde diskutiert, welche Aufgaben sinnvoll zentral organisiert werden können. Ziel sei es, vorhandene Angebote besser miteinander zu vernetzen und Synergien zu nutzen. „Wir stehen für christlichen Glauben und nicht für Verwaltungsstrukturen“, sagte Scholten.
Dabei gehe es auch darum, die gesellschaftliche Relevanz kirchlicher Angebote sichtbar zu machen. Beispiele dafür wurden auf der Synode vorgestellt: die Sozial- und Schuldnerberatung des Diakonischen Werks in Manfort, die Ausbildung ehrenamtlicher Seelsorgerinnen und Seelsorger oder die Unterstützung des Religionsunterrichts an Schulen im gesamten Kirchenkreis.
Für Scholten ist entscheidend, dass Kirche dort präsent bleibt, wo Menschen Unterstützung, Orientierung oder Gemeinschaft suchen. „Wie können wir mit den Angeboten, die es gibt, nah an den Lebenswirklichkeiten der Menschen sein?“, formulierte der Superintendent die zentrale Frage. Bis konkrete Antworten darauf beschlossen werden, werde es einige Monate dauern.
Was ist eine Kreissynode?
Die Kreissynode ist das oberste Leitungsgremium eines evangelischen Kirchenkreises. Dort beraten und entscheiden gewählte Vertreterinnen und Vertreter aller Kirchengemeinden gemeinsam mit Pfarrerinnen und Pfarrern über wichtige Fragen der Finanzen, Organisation und inhaltlichen Ausrichtung der Kirche. Der Kirchenkreis Leverkusen umfasst elf evangelische Kirchengemeinden in Leverkusen, Langenfeld, Monheim, Leichlingen und Burscheid. Die Kreissynode tagt in der Regel zweimal im Jahr öffentlich. (chb)
