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ZuliefererWie sich Carcoustics in Leverkusen auf Elektroautos umstellt

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Ein Mann arbeitet im Innenraum eines Autos.

Es hat sich viel geändert bei Carcoustics in Pattscheid. Die Serienfertigung von Dämmelementen für Autos wurde aufgegeben.

Der Spezialist für Auto-Dämmung setzt auf neue Produkte – und bekennt sich nach 25 Jahren zum Standort in Pattscheid.

Vor 25 Jahren wurde in Pattscheid ein neues Kapitel aufgeschlagen: Der 1952 von Willi Illbruck gegründete Spezialist für Fahrzeugdämmung ging in die Hände eines Finanzinvestors über – und musste bei dieser Gelegenheit natürlich auch seinen Namen ändern: in Carcoustics. 

In diesem Jahr wolle das Unternehmen feiern – und sich zum Standort an der Grenze zu Burscheid bekennen, hieß es am Montag: Die Serienproduktion von speziell konstruierten Dämm-Elementen für Autos wurde 2024 aufgegeben.

Serienfertigung wurde 2024 aufgegeben

Inzwischen sei die Carcoustics-Zentrale der Standort, an dem Produkte entwickelt, Prototypen gefertigt, Werkzeuge angefertigt, Systementwicklung betrieben und neue Materialien getestet werden. Dazu kämen kaufmännische Zentralfunktionen wie die Pflege der Partnerschaften mit den Anwendern, Vertrieb, Einkauf, Projektmanagement und Finanzen.

Die frühere Illbruck-Zentrale sei „ein Ort, an dem Zukunft gestaltet wird“, fasst Carcoustics -Sprecherin Janine Rader zusammen. Das Unternehmen sei inzwischen „ein global agierender Spezialist für akustische, thermische, elektromagnetische und Hochvolt-Batterielösungen rund um das Automobil“. 

Zwei Männer – einer hat ein Kunststoffteil in der Hand

Am Standort Pattscheid werden neue Produkte entwickelt – auch für Elektroautos.

Zum Unternehmen gehören Teams in Europa, Asien und Amerika. Die Produkte werden gebraucht, um Fahrzeuge in den Bereichen Akustik, Thermo-Management und elektromagnetischer Abschirmung zu optimieren. Hintergrund des Wandels in der Pattscheider Zentrale ist der unumkehrbare Trend zur Elektromotoren. Dafür brauchen Autos weniger spezielle Geräuschdämmung – stattdessen geht es um Lösungen für die Akkus. Mittlerweile machten  „Close to Battery Solutions“ rund 15 Prozent des Produktportfolios bei Carcoustics aus. Dazu gehörten spezielle Brandschutz-Materialien für Elektrofahrzeuge, „die im Ernstfall entscheidende Sekunden gewinnen können“, so beschreibt es Rader.

Die Lagerhalle von Illbruck aus der Luft

Die Lagerhalle in Pattscheid wurde schon länger nicht mehr gebraucht und vermietet.

Innovationen entstünden bei Carcoustics zunehmend in internationalen, interdisziplinären Teams, heißt es. Ein Beispiel dafür sei das laufende Projekt zur Batteriewanne, an dem Expertinnen und Experten aus mehreren Kontinenten gemeinsam arbeiten. „Für uns entsteht Innovation vor allem dann, wenn technischer Mut, unser Materialwissen und die enge Zusammenarbeit unserer globalen Teams zusammenkommen. Diese Art zu arbeiten, prägt uns – hier in Leverkusen und an all unseren Standorten weltweit“, sagt Michael Terhorst, der die Produktentwicklung weltweit leitet.

Ein Mann hält ein Kunststoffbauteil in der Hand

Neue Materialien, neue Formen: 15 Prozent der Carcoustics-Produkte seien für Elektroautos, heißt es.

2025 seien viele neue Produkte und Materialien entwickelt, außerdem international neue Kunden gewonnen worden. Dieses und die kommenden Jahre sollen im Zeichen von Weiterentwicklung stehen: „neue Materialien, neue Lösungen und eine klare Ausrichtung auf die Mobilität von morgen“, so Rader. Das werde auf jeden Fall in Leverkusen passieren: Der Standort „bleibt der globale Dreh- und Angelpunkt für Innovation, Testing, Sales, Purchasing, Finance, Management, Projektmanagement, Marketing und Personalentwicklung.“ 


Girls’-und-Boys’-Day

Auch in diesem Jahr beteiligt sich Carcoustics am Girls’-und-Boys’-Day. Während die Plätze für den Boys’ Day bereits vergeben sind, gibt es für den Girls’ Day am Donnerstag, 23. April, noch freie Plätze. Interessierte Schülerinnen sind eingeladen, Carcoustics und die Welt der Material- und Fahrzeugtechnologien kennenzulernen.