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Leverkusener BrückeDer Zwilling wächst – im Mai wird noch einmal die A 59 gesperrt

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Baustelle der Leverkusener Brücke

Viel Stahl: Auf der Baustelle, hier in Merkenich, wächst der Zwilling der Leverkusener Brücke.

Trotz Unterbrechung durch das zwischenzeitliche Rheinhochwasser sei man im Zeitplan, sagt eine Sprecherin der Autobahn GmbH.

Die Bauarbeiten am Zwilling der Autobahnbrücke gehen voran. Ende Februar gab es eine Unterbrechung der Arbeiten auf Merkenicher Seite wegen des Hochwassers. In den vergangenen Wochen seien durch Hochwasser Teile des Baufeldes in Ufernähe überflutet gewesen. In der Zeit konnten keine Bauarbeiten stattfinden, so eine Sprecherin der für den Bau verantwortlichen Autobahn GmbH.

Leverkusener Brücke, Beginn des Baus des Brückenzwillings auf Merkenicher Seite

Der zweite Teil der Leverkusener Brück wächst. Das Bild entstand auf Merkenicher Seite.

Der auffallend große gelbe Gittermastkran, mit dem zurzeit die Stahlelemente auf der Kölner Seite auf behelfsmäßige Stützpfeiler gelegt werden, stand mit seinen Ketten ungefähr knietief im Rheinwasser.

Der Zeitverlust durch Hochwasser sei eingerechnet, schreibt die Sprecherin. Der Bauablauf ist etwas anders als bei der ersten Brücke. Damals wurde im Mai 2022 das erste Stahlelement, ein besonders großes Teil über der A 59, auf Leverkusener Seite auf die Stützpfeiler gelegt, zurzeit ist Merkenich „vorne“. Das liegt daran, dass für die zweite Brücke, die jetzt gebaut wird, erst die alte Leverkusener Brücke abgebrochen werden musste. Die alten Widerlager mussten durch neue ersetzt werden, was in Merkenich schneller funktioniert hat, als in dem engeren Leverkusener Baufeld, obwohl die Merkenicher fast immer ihren Radweg unter der Brücke weiter nutzen konnten. Anders in Leverkusen: Dort wurde der Radweg zum großen Ärger der Radpendler seit Jahren gesperrt.

Das neue Leverkusener Widerlager soll Ende März 2026 fertig werden. Einen guten Monat später, Anfang Mai, sollen dann die Autobahn 59 und der Radweg über die Brücke für eine Woche oder zehn Tage gesperrt werden, um Stahlteile über der A 59 auf Widerlager und Pfeiler zu legen. Die Sperrung der Autobahn dauerte 2022 nur ein Wochenende, weil man ein großes Stahlteil in einem Stück einsetzen konnte. In diesem Mai soll es komplizierter werden.

Leverkusener Brücke: Arbeit an den Pylonen soll noch in diesem Jahr beginnen

Auch an den Pfeilern und Fundamenten auf denen die zwei neuen Pylone stehen sollen, wird derzeit gearbeitet. Die tief in die Flussbett herunterreichenden Bohrpfähle sind fertig, man baut jetzt an den Betonpfeilern, die darauf stehen.

Leverkusener Brücke, Bild: Ralf Krieger

Leverkusener Brücke: Links ragt das ovale Rest-Fundament der alten Brücke ins Bild, rechts wächst einer der vier neuen Pfeiler.

Die neuen Fundamente stehen genau auf der Höhe links und rechts der alten Brückenfeiler, deren untere Teile als einziges von der alten Autobahnbrücke zwischen den neuen Pfeilern als Bodendenkmäler stehen geblieben sind, man wird sie aber später wohl nicht sehen. Auf der Baustelle in Merkenich sind sie noch sichtbar. Die Montage der Pylone soll noch in diesem Jahr beginnen. „Änderungen an den Pylonen sind nicht geplant“, schreibt eine Sprecherin. Aber: Die Pylonen sollen mit Überwachungskameras für die Brückenseile und die Pylonoberflächen ausgestattet werden, damit man künftig vorher weiß, ob Gefahr durch den gefürchteten Eisabfall besteht.

Leverkusener Brücke. Bild: Ralf Krieger

Der große Kran steht in Merkenich auf der Baustelle.

Die erste Brücke wurde im Februar 2024 freigegeben und in den beiden folgenden Wintern musste sie jeweils einmal wegen herabfallender Eisplatten gesperrt werden, zuletzt in der Nacht auf Rosenmontag. Ob man deshalb eines Tages etwa Schneefanggitter anbaut, steht nach wie vor nicht fest.

„Die Umsetzung weiterer konstruktiver Maßnahmen, ergänzend zur Kameraüberwachung, ist zuvor in einer Machbarkeitsstudie zu prüfen“, schreibt die Sprecherin. Die Studie sei aber noch nicht abgeschlossen. Einen Plan, wann der Brückenzwilling fertig sein soll, hat die Autobahn GmbH: Wenn nichts Wesentliches aus dem Ruder läuft, könnte die feierliche Freigabe im Sommer 2028 stattfinden.