Leverkusen – Dass die Mobilitätswende auch die Stadt Leverkusen einmal erreicht, die einstmals perfekt autogerecht sein wollte, macht sich allmählich in den politischen Gremien bemerkbar, wo auf einmal Radfahrende nicht nur Gehör finden, sondern auch ihre Themen setzen können. In dieser Woche gab es dafür gleich mehrere Beispiele aus Opladen.
Wie das Thema Ampelschaltungen, die Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, oft zu Bittstellern zweiter Klasse degradieren.
An der Ampel ausgebremst
Matthias Itzwerth (CDU), selbst gern per Rad unterwegs, war eine Ampelanlage besonders aufgefallen, an der Radfahrer gleich mehrere Ampelphasen benötigen, um die Düsseldorfer Straße, von der Raoul-Wallenberg-Straße her kommend, in Richtung Leichlingen zu überqueren. Eine Phase über mehrere Minuten gilt allein der geregelten Rechtsabbiegespur von der Opladener Ortsumgehung zurück ins Opladener Zentrum.
Weniger wäre da mehr, meinen Itzwerth und seine CDU-Kollegen: Ein gelbes Blinklicht würde Autofahrern Einhalt gebieten, ohne Radfahrer über Gebühr aufzuhalten. Die Stadtverwaltung ist nun beauftragt eine solche Änderung zu prüfen.
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Anforderungstasten an Kreuzungen generell abzuschalten und damit solche „Bettelampeln“ abzuschaffen, hatten die Grünen gefordert, sich aber nicht durchsetzen können. Immerhin sagte die Stadtverwaltung zu, bei allen technischen Überprüfungen und Erneuerungen von Ampelanlagen die Sinnhaftigkeit der Schaltungen auf eine mögliche Unzumutbarkeit für Radfahrende zu überprüfen. Eine komplette Fahrradzone soll im Gebiet „jenseits der Wupper“ getestet werden, gemeint ist die ohnehin schon ruhige Siedlung zwischen Sandstraße und L 288; auch dies ein Antrag der CDU.

Gerade wieder für den Radverkehr freigegeben ist der sanierte Weg entlang des Mühlengrabens.
Copyright: Ralf Krieger
Inzwischen fertiggestellt ist der Rad- und Gehweg längs des Mühlengrabens zwischen dem Tierheim und dem Wildpark Reuschenberg. Nach langer und heftiger Debatte in den Gremien ist nun schneller als erwartet der Wegbelag erneuert worden – weder als Asphaltpiste mit Kanalisation, noch als rein wassergebundene Erddecke, sondern unter der nicht unumstrittenen Beimischung von Kunststoffgranulat. Immerhin geht es nun etwas rüttelärmer durch den Wald auf einer Strecke, die auch viele Pendler für den Weg zur Arbeit nutzen.



