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Opladener Bierbörse20.000 Besucher – Veranstalter Nolden vom Andrang überrascht

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Leverkusen Bierbörse: Werner Nolden und eine Standmitarbeiterin halten ein Bierglas zum Anstoßen in die Kamera.

Zum Wohle: Veranstalter Werner Nolden, hier mit einer Mitarbeiterin des „Zipfer“-Standes, zieht ein positives Fazit der Bierbörse

Die 36. Bierbörse ist Geschichte – und Veranstalter Werner Noldens Fazit nach zu urteilen eine schöne. 

Werner Nolden muss lachen. Das hört man durch den Telefonhörer. Warum? Weil er so ein bisschen an Beistand von ganz oben für seine Opladener Bierbörse glaubt und über deren gerade zu Ende gegangene 36. Auflage sagt: „Wir hatten da den Papst in der Tasche.“ Das ist quasi das ultimativ positive Fazit einer Veranstaltung, die wie kaum ein andere in Leverkusen Jahr für Jahr die Menschen bewegt und anlockt. 

Zuallererst einmal habe das Wetter mitgespielt, sagt Nolden. „Was angesichts der Prognosen noch vor ein, zwei Wochen ein kleines Wunder ist.“ Nur am Samstag habe es vormittags ordentlich geregnet. Deshalb sei der Untergrund der Schusterinsel, auf der knapp 70 Anbietende ihre Stände aufgebaut und Biersorten aus aller Welt unter die Besucherinnen und Besucher gebracht hatten, etwas schlammig gewesen. Ansonsten: Trocken, warm, hervorragendes Open-Air-Feierwetter.

Mehr Gäste als erwartet

Das habe zur Folge gehabt, dass „wir auch wesentlich mehr Gäste hatten als erwartet“. Am Sonntagabend hätten gut 3000 allein vor der Bühne gestanden, um den Queen Kings zuzuhören und zu Queen-Coversongs zu tanzen. Am Montag, beim für die Bierbörse ja nun geradezu unvermeidlichen Auftritt Guildo Horns, seien es über 5000 gewesen.

„Und insgesamt waren an den vier Tagen wohl bis zu 20.000 Menschen da.“ Nach den vergangenen Jahren mit Corona-Pandemie und Ausfällen und einem schweren Neustart sei das so nicht zu erwarten gewesen. Hinzu kommen die Tatsache, dass alles ruhig geblieben sei – die Polizei hatte nichts zu meckern und zu melden. Auf dem Gelände sei es zu keinen unschönen Szenen gekommen. Die Besucherinnen und Besucher feierten und achteten aufeinander und auf die Umwelt.

Nolden beklagt teure Auflagen zum Schutz der Natur

Was ein Stichwort ist, mit dem dann am Ende doch ein wenig Wasser in den Bierbörsen-Wein geschüttet wird. Denn die Auflagen in Sachen Umweltschutz führten dazu, dass die Veranstaltung in Zukunft wohl noch ein wenig stärker als ohnehin schon schrumpfen werde. „Wir werden 2024 ganz sicher weitere Stände oberhalb der Schusterinselwiese streichen.“ Dort ist Landschaftsschutzgebiet.

Der Aufbau von Buden und Wagen sei extrem kompliziert, da beispielsweise dicke Schutzmatten auf dem Boden verlegt werden müssten, um das Material von der Straße aufs Gelände zu bekommen und den Transport des schweren Gerätes erschwerten. Das alles koste – wie auch das Personal, die Security, die Gutachter, die vor der Bierbörse einen Blick auf den ökologischen Zustand werfen und Empfehlungen und Weisungen aussprechen seitens der Bezirksregierung und viele weitere Dinge – Geld. Immer mehr sogar.

Und da müsse er, so betont Nolden, ein Auge haben. „Wir sind mittlerweile inklusive Auf- und Abbau drei bis vier Wochen für vier Tage Bierbörse beschäftigt.“ Hinzu kämen unzählige Stunden in den Monaten zuvor, in denen das Gelände abgegangen, überprüft, Konzepte geschrieben werden müssten, um den nach und nach steigenden Anforderungen in Sachen Umweltschutz gerecht zu werden. Werner Noldens Fazit: „Wir sind alle absolut fertig. Durch.“ Das gebe ihm zu denken. 

Aber wie zum Trotz schiebt er dann doch noch hinterher, dass er 2024 gerne wieder an mindestens drei anstatt nur zwei Tagen Musikprogramm auf dem Bühnenwagen anbieten und sich damit an den, wenn man so will, Ursprungszustand der Bierbörse aus vergangenen, Vor-Pandemiezeiten herantasten will.

Und natürlich freut er sich – nach ein wenig Entspannung in der Pause im Herbst und Winter – auf die 37. Auflage seiner Party unter freiem Himmel. Immerhin: Der Meister, Guildo, hat schon zugesagt. „Der ist total verrückt“, sagt Werner Nolden. Und muss wieder lachen. Keine Bierbörse ohne – positiv – verrückte Menschen.