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Sanitäre AnlagenRealschüler in Steinbüchel verschönern Schultoiletten mit Graffiti

15 Schülerinnen der Montanus-Realschule haben in einem Projekt dazu beigetragen, Schultoiletten zu einem Ort zu machen, wo sie sich wohlfühlen.

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Schülerinnen und ein Mann stehen in einer Schultoilette mit Graffiti.

Der Kölner Graffiti-Künstler Adrian Savulescu mit den Schülerinnen Ronja, Milena, Valeria, Lena und Ceylin vor den von ihnen gestalteten Toilettentüren

Knallbunt sind die Türen der Schultoiletten in einem Seitengang des Foyers der Montanus-Realschule. Man sieht einen lustigen Affenkopf vor rotem Hintergrund in der Mädchentoilette, Fußballspieler und -spielerinnen auf den Jungenklos, Sprüche wie „Stop Wars“ oder das Schulkürzel „MRS“, aber auch Türen, die, in grünen und blauen Grundtönen gehalten, wie große Batik-Tücher daherkommen. Sie vermitteln räumliche Tiefe und wirken dabei irgendwie kosmisch oder wie ein tiefer Urwald. Auf den Hintergrund sind viele kleine, scharf umrissene Punkte gesprenkelt: Das Weltall im Schulklo.

Ceylin, Lena, Valeria, Milena und Ronja, alle 14 oder 15 Jahre alt, haben die Türen und Teile der Trennwände zwischen den Klos gemeinsam mit zehn weiteren Schülerinnen ihrer Schule während der Projektwoche vor den großen Sommerferien so fröhlich künstlerisch gestaltet. Angeleitet hat sie der Kölner Graffiti-Künstler und Fassadengestalter Adrian Savulescu. „Wir haben gelernt, wie man Schablonen ausschneidet“, berichtet Valeria. „Ich habe den Schülerinnen verschiedene Schablonentechniken gezeigt. Wie man zum Beispiel einen Schattenwurf hinbekommt oder wie man in die Schablone selbst noch ein Muster reinbringt“, ergänzt Savulescu, der schon öfter Graffiti-Workshops mit Schülern gemacht hat.

Los ging es dann erstmal mit dem Gestalten von Plattencovern oder Baumwolltaschen mit Hilfe von Schablonen und Sprühfarbe, um ein Gefühl für die Technik zu bekommen. Dann ging es auf den Schulhof der Steinbücheler Schule, denn im Schulgebäude durfte natürlich nicht gesprayt werden. Die Klotüren wurden dafür extra ausgebaut. Für die Wände besprühten die Schüler Klebefolie, die hinterher aufgebracht wurde. Das Sprayen war in der sommerlichen Juli-Hitze ganz schön anstrengend, berichten Savulescu und die Lehrerin Tatjana Trampenau, die das Projekt mitangeregt und begleitet hat. Savulescu lobt die jungen Graffiti-Künstlerinnen: „Für diese drei Tage bei der Hitze auf dem Schulhof ist extrem viel herausgekommen. Tolle Ergebnisse!“

Eine Frau steht in einer Toilette und zeigt auf einen gestalteten Klopapierhalter.

SV-Lehrerin Tatjana Trampenau gehört zur Toilettenverschönerungsgruppe, die sich für die sanitären Anlagen der Montanus-Realschule einsetzt.

Savulescu sorgte nach der künstlerischen Arbeit noch dafür, dass die Graffiti auch beim Reinigen der Toiletten keinen Schaden erleiden, indem er sie mit klarem Bootslack überzog. So geschützt halten sie auch Reinigungsmitteln stand.

Schulleiter Christoph Schuster erzählt, dass die Idee für das Projekt in einer Toilettenverschönerungs-AG entstand, die sich im vergangenen Schuljahr aus Schülern, Lehrern und Eltern gegründet hat. „Schultoiletten sind wie an vielen anderen Schulen in der Stadt auch bei uns ein Thema“, so Schuster. „Den Wunsch, da etwas zu verbessern, gab es schon lange. In der AG haben dann alle gemeinsam ein Konzept für kurz-, mittel- und langfristige Schritte zur Verbesserung entwickelt. Das gemeinsame Ziel ist: Die Schülerinnen und Schüler sollen immer eine Möglichkeit haben, eine Toilette zu finden, die sauber und sicher ist und wo sie sich wohlfühlen.“

Blieb dann nur noch die Frage zu klären, wie der Künstler für das Graffiti-Projekt und die Sprühfarben bezahlt werden. Schuster: „Wir haben uns für einen Sponsorenlauf entschieden. Etwa 10.000 Euro sind dabei zusammengekommen.“ Genug, um das Graffiti-Projekt in die Tat umzusetzen. Fürs Sicherheitsgefühl auf den Toiletten tun die Schüler im Übrigen einiges. In den Foyer-Toiletten führen in jeder Pause Schüler der zehnten Klassen Aufsicht.

Die Graffitis sollen auch nur der erste Schritt sein, die Schultoiletten zu einem besseren Ort in der Schule zu machen. Als Nächstes ist, abgestimmt mit der Stadtverwaltung, geplant, dass Schüler und Eltern in einer Wochenendaktion die grauen Wände in den Toiletten in freundlicheren Farben streichen. „Außerdem sollen die Spiegelränder über den Waschbecken mit Bruchsteinen beklebt werden“, erzählt SV-Lehrerin Tatjana Trampenau, die in der Verschönerungs-AG mitarbeitet.

Sie mag den Harry-Styles-Slogan „Treat people with kindness“ besonders, der gesprayt auf einer der Klotüren steht, frei übersetzt: „Seid nett zueinander.“ Und diesem Motto haben die 15 Mädchen der Montanus-Realschule auf den Schulklos farbiges Leben eingehaucht.


Einige Schultoiletten saniert

Auch der Jugendstadtrat macht den Zustand vieler Toilettenanlagen in den öffentlichen Schulen der Stadt immer wieder zum Thema. 2023 beschloss der Stadtrat auf Antrag des Jugendstadtrats die nötigen Sanierungen sukzessive in die Tat umzusetzen. Auf Anfrage der Fraktion der Grünen teilte die Verwaltung nun mit, dass seit Ende Januar 2024 die Toilettenanlagen an der Schule am Friedenspark, der Theodor-Heuss-Realschule, der GGS Dönhoffstraße und der KGS Möwenschule sowie am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium die Toiletten für die Aula und die große Sammeltoilette im Untergeschoss saniert worden seien. Schon vor jenem Datum waren die Toiletten an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, im Schulgebäude Görresstraße, an der Katholischen Hauptschule Im Hederichsfeld, an der Schule Im Steinfeld und am Werner-Heisenberg-Gymnasium erneuert worden.

Auf die weitere Frage der Grünen, an welchen Schulen Sanierungen oder Modernisierungen noch ausstehen und wann die Arbeiten dort geschehen, vertröstet die Verwaltung auf das erste Quartal 2027. Dann solle es eine aktualisierte Liste der noch ausstehenden Maßnahmen und, soweit möglich, Termine für deren Realisierung veröffentlicht werden. (ps)