Der Sensenhammer lud Besucher ein das eigene Obst zu Saft verarbeiten zu lassen. Die Themen Nachhaltigkeit und Biodiversität standen im Vordergrund.
SensenhammerMehr als eine Tonne Äpfel kam auf der Streuobstwiese zusammen

Die Äpfel werden in ein Sammelbecken gefüllt, bevor sie über ein Fließband in den Schredder transportiert werden.
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Einmal im Jahr ist Apfelernte, je nach Wetter im August oder erst Ende Oktober. Früher wurde in den Monaten traditionell das Obst zu Saft oder Apfelmus im Dorf verarbeitet. Zu dieser beliebten Aktion kamen viele Dorfbewohner zusammen. Diese Tradition möchte der Kollektivbetrieb „Most & Trester“ aus Bonn gerne erhalten. So kommt das Team mit seiner mobilen Mosterei im Raum Köln, Leverkusen und Bergisches Land bei verschiedenen Akteuren vorbei. „Unsere Mosterei ist eine selbst zusammengestellte Gesamtkomposition“, so Jakob Seger.
Der Sensenhammer mit seiner Streuobstwiese, auf der unter anderem 14 ältere Apfelbäume stehen, bietet sich dafür gut an: Dieses Jahr haben die Apfelbäume über eine Tonne erbracht. Jens Schäperclaus vom Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer berichtet davon, dass er vergangenes Jahr noch mit dem Traktor und einem mit Äpfeln gefüllten Anhänger zur Mosterei gefahren sei. Für dieses Jahr hat er dann die Mosterei zur Museumswiese geholt. Das Saftpressen direkt an der Quelle entspricht auch dem Konzept der Mosterei, die sich sehr für Nachhaltigkeit einsetzt.

Die Apfelstücke werden hydraulisch gepresst - der sogenannte Most fließt dann in Behälter.
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So kommt sie seit 2025 auch ohne fossile Brennstoffe bei der Produktion aus. Dafür nutzt sie allein eine Pelletheizung, die durch Holzabfälle regionaler Sägewerke unterhalten wird. Wie wichtig die Streuobstwiese sowohl für die Qualität des Saftes als auch für die Biodiversität sei, unterstreicht Seger. Jedes Jahr zum Tag der deutschen Einheit wird die Wiese am Sensenhammer um einen Apfelbaum reicher. Allerdings gab es in den letzten Jahrzehnten einen massiven Rückgang solcher Wiesen, sodass nur noch 20 Prozent des früheren Bestandes existieren.
Auch im Hinblick auf die Vielfalt an Apfelsorten gibt es einen massiven Rückgang: Früher gab es mehrere hundert Sorten Äpfel, während heute nur noch etwas mehr als ein Dutzend für die Supermärkte angebaut werden. Gerade diese Sorten sind sehr krankheitsanfällig und müssen intensiv gespritzt werden. „Sogar Bio-Äpfel werden bis zu 20-mal im Jahr gespritzt – allerdings nicht mit Pestiziden“, so Seger. Ein Leitgedanke der Nachhaltigkeit ist die Kreislaufwirtschaft: Was am Ende des Prozesses übrig bleibt – der Trester – kommt der Wiese als Dünger wieder zugute.
Die Aktion wird gut in der Nachbarschaft angenommen. Es kommen einige Familien mit Äpfeln aus ihren Gärten vorbei. Den Kindern wird während der Arbeit erklärt, wie die Äpfel verarbeitet werden.
Weitere Informationen und Termine, um die eigenen Äpfel von der mobilen Mosterei verarbeiten zu lassen, gibt es unter: https://mostundtrester.de/

