Leverkusen – Vom Samenkorn bis zum erntefertigen Produkt: Trotz der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr können sich die Hobbylandwirte von den „Meine Ernte“-Mietgärten über viel frisches Gemüse aus eigenem Anbau freuen. Die Gärten wurden in Kooperation mit Marcus und Dörthe Vogel vom Hof Jüch betrieben.
Damit der Anbau gelingen konnte, standen die Ernte-Experten den unerfahrenen Neulingen sowie den alten Garten-Hasen mit Rat und Tat bei der Pflege der Parzellen zur Seite. Sie waren saisonweise mit 20 Gemüsesorten bepflanzt. Doch nur wer fleißig bewässert hatte, ging mit vollen Händen aus dieser Saison heraus, da ist sich der betreuende Bauer sicher.
Tatkräftig füllte Vogel zweimal die Woche den 4000-Liter Wassertank für die Mieter nach, denn nahezu alle Pflanzen sehnten sich nach dem kühlen Nass. Zum Saisonbeginn im Mai hatte es an Regen jedoch zum Glück nicht gemangelt. Das gab den jungen Pflanzen genügend Antrieb zum Wachstum. Aber auch das feindliche Unkraut konnte ordentlich wachsen und musste konsequent entfernt werden.
Mulchen soll bei der Trockenheit geholfen haben
Eine Frucht freute sich besonders über die trockenen Wetterbedingungen: Die Tomate, denn Feuchtigkeit ist ihr Untergang. Ein zusätzlicher Vorteil: „Wenn es warm ist, gibt es auch wenig Schnecken“, erklärte der erfahrene Landwirt, der in siebter Generation den Hof Jüch führt.

Marcus Vogel vom Hof Jüch hat den Hobbygärtnern geholfen.
Copyright: Sabine Kuza
Für Sarah Böckly ist es das erste Jahr auf dem Acker in Steinbüchel. Sie sitzt an einem sonnigen Vormittag im Beet und arbeitet. Ihr Hund Wusel hat es sich zwischen den Pflanzen bequem gemacht. Von Hause aus bringt sie eine Menge Erfahrung mit, daher wusste sie genau wie mit der Hitze umzugehen ist. Die Lösung: Mulchen. Mit mitgebrachten Rasenschnitt und großen Kohlblättern bedeckte sie den Boden, um die Verdunstung zu minimieren.
Im Mietgarten kann Gemüse in Bio-Qualität geerntet werden
Zusätzlich verhalf der besondere Standortvorteil der Mietgärten zu einer guten Ernte: „Die Lehmböden speichern unglaublich gut Wasser.“ Gemeinsam mit einer Freundin hat die leidenschaftliche Gärtnerin bereits entschieden, in der kommenden Saison zu expandieren. 45 Quadratmeter reichten nicht mehr aus, jetzt muss die doppelte Größe her.
Für eigenes Gemüse in Bio-Qualität lohne sich die Arbeit ohne Frage, auch wenn sich nicht alle über die ertragreiche Ernte freuen. „Meine Kinder können keine Zucchinis mehr sehen“, merkte eine Hobbylandwirtin an, als sie mit reichlich Ausbeute ihren Weg nach Hause einschlug.
Im letzten Jahr stellte ein gegenteiliges Phänomen die Gärtner vor große Herausforderungen: Regen. Bauer Vogel erinnert sich: „Es hat den ganzen Mai jeden Tag geregnet. Das war tödlich für den Kürbis und die Bohnen.“
Gärtnern sei von Vielseitigkeit geprägt
„Das ist das Los des Gärtners, jedes Jahr wächst etwas schlechter und etwas besser“, resümiert Daniela Haferkorn von „Meine Ernte“. Generell seien die Gärtner trotz Herausforderungen und Schwierigkeiten mit einer guten Ernte nach Hause gekommen. Die gute Buchungsquote der bisherigen Mietgärtner für kommendes Jahr sei ein Indikator für die Zufriedenheit.
Nicht nur das Gemüse wächst, sondern auch die Nachfrage nach den betreuten Mietgärten. Studierende, Familien mit Kindern, Rentner, Freunde, Paare – Das Klientel sei „querbeet durchgemischt“. Das möchte man aufrechterhalten, denn „Vielfalt ist nicht nur auf dem Acker wichtig“. Selbstversorgung, etwas mit den eigenen Händen erschaffen, Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung, Arbeit an der frischen Luft: Die Motive für den eigenen Gemüseanbau sind genauso vielseitig.
Das könnte Sie auch interessieren:
In Kürze endet die Erntesaison. Die Bilanz ist für alle Parteien zufriedenstellend. Ab dem 4. Oktober können die fertig bepflanzten Parzellen auf dem Feld des Bauernhofs Jüch in Steinbüchel für kommende Saison gebucht werden. Aufgrund rasant gestiegener Wasser- und Energiekosten erhöhen sich die Preise im Vergleich zum laufenden Jahr. Ein Mietgarten kostet 259 Euro (45 Quadratmeter) oder 479 Euro für die doppelte Größe. Gießwasser, Gartengeräte und Beratung sind inbegriffen. Buchung über den Onlineshop von „Meine Ernte“.



