In einer Mitteilung an die Politik bringt die Verwaltung den Abriss des Saals ins Gespräch. Doch dabei müsste der Denkmalschutz mitspielen.
SparkursWird der Bergneustädter Jägerhof-Saal ein Fall für die Abrissbirne?

Über die Zukunft des in Fachwerkbauweise errichteten Saals muss letztlich die Politik im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz entscheiden.
Copyright: Sabine Kaiser / Stadt Bergneustadt
Der bisherige Plan für den Umbau der Kultkneipe Jägerhof in der Bergneustädter Altstadt könnte noch einmal gehörig auf den Kopf gestellt werden, um Kosten zu sparen. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die Verwaltung für den Bauausschuss des Stadtrates formuliert hat. Das Gremium hat den aktuellen Sachstand zu den Arbeiten am und im Jägerhof für die Sitzung am Montag, 23. Februar, auf die Tagesordnung gesetzt.
Bergneustadts Rathaus gibt aktuelle Übersicht über die Kosten
Mit dem Papier gibt das Rathaus der Politik zunächst eine aktuelle Wasserstandsmeldung, wie es um das Budget bestellt ist – und zwar bis auf den Cent genau. Demnach wurden von den eingeplanten fünf Millionen Euro (diesen Kostendeckel hat der Stadtrat bei der Verabschiedung des Haushalts 2026 im Januar gesetzt) für den Kauf des Gebäudeensembles, den Bau von Stellplätzen, den Bauantrag nebst Brandschutzkonzept, diverse Gutachten und Planungen und natürlich die Abbrucharbeiten rund 1,1 Millionen ausgegeben.
Für 2,6 Millionen Euro muss die Sanierung klappen
Geschlossene Verträge verpflichteten zur Zahlung weiterer knapp 700.000 Euro und 562.000 Euro werde man für die durch die Umplanung nötige Statikprüfung brauchen, so die Verwaltung. Macht unter dem Strich 2,36 Millionen Euro, die reine Sanierung muss also für gut 2,6 Millionen funktionieren.
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Sparliste liegt auf dem Tisch
Inzwischen haben die Planer eine ganze Liste von Ideen vorgelegt, bei denen sie Einsparpotenzial wittern. So könnte die Beheizung mit einer Luft-Wärme-Pumpe statt durch Geothermie 200.000 Euro sparen. Andere Vorschläge beziehen sich auf günstigere Böden, den nur rudimentären Ausbau des Obergeschosses oder den Verzicht auf Dachfenster. Die Verwaltung kommt allerdings zu dem Schluss, dass eine erhebliche Kostenreduzierung nur zu erreichen ist, wenn man erheblich schwerere Geschütze auffährt – und bringt den Abriss und Neubau des Saals ins Gespräch. Diese Lösung hatten einige Politiker bereits bei der Ratssitzung im Januar gefordert.
Ganz einfach ist diese Variante indes nicht: Das Rathaus betont, dass die Bezirksregierung mit im Boot sein müsse. Andernfalls drohe der Stadt eine Rückzahlung aller bereits ausbezahlten Fördergelder. „Dreh- und Angelpunkt“ bleibe aber der Landschaftsverband als Denkmalbehörde, heißt es in der Mitteilung. In ersten Gesprächen habe der LVR erkennen lassen, „dass statt einer stückweisen Sanierung des Saals auch der komplette Saal neu errichtet werden kann, sofern der Neubau den bürgerlichen Charakter des alten Saals wieder aufgreift“ und die Gebäudeschäden so groß sind, dass sich eine Sanierung aus Denkmalsicht nicht lohnt.

