Der Oberbergische Kreis würde gerne das Areal des ehemaligen Schullandheims in Bergneustadt nutzen.
Ehemaliges SchullandheimDritte Förderschule könnte am Dreiort in Bergneustadt entstehen

Hoch über Bergneustadt gelegen ist das leerstehende Schullandheim. Der Kreisschulausschuss hatte hier einen Ortstermin.
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Das Areal des ehemaligen Schullandheims in Bergneustadt soll Standort für eine dritte Förderschule des Oberbergischen Kreises mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (GE) werden. Grund dafür ist, dass die Helen-Keller-Schule in Wiehl-Oberbantenberg und die Anne-Frank-Schule in Wipperfürth ihre Kapazitätsgrenzen längst überschritten haben, wie Kreisdezernent Stefan Heße am Donnerstag im Kreisschulausschuss deutlich machte. „Eine Beschulung ist fast nicht mehr möglich. Und die Schülerzahlen steigen weiter deutlich“, so Heße.
Und so tagte der Kreisschulausschuss am Donnerstag im Krawinkelsaal in Bergneustadt und machte sich im Anschluss bei einem Ortstermin gleich einen ersten Eindruck von dem Areal und den Anfahrtswegen zur Schule.
Bestehende Schulen sind ausgelastet
Heße machte deutlich, dass man sich der Situation bewusst sei, wenn hoch über dem Dreiort eine neue Schule entsteht. „Da werden Kinder mit Taxis und Bussen gebracht. Wir müssen verhindern, dass die Fahrzeuge im Wohngebiet stehen“, sagte er. Die Helen-Keller-Schule in Wiehl-Oberbantenberg nannte er als Beispiel dafür, dass so etwas gehen kann. Wie mehrfach berichtet, liegen die beiden Förderschulen des Kreises mit dem Förderschwerpunkt GE (Geistige Entwicklung) weit über den Schülerzahlen, für die sie gebaut wurden, so dass der Kreis mit dem Ankauf des Paul-Schneider-Hauses in Oberwiehl als Übergangslösung bereits reagiert hat.
Die baulichen Veränderungen werden aber erst zum übernächsten Schuljahr fertig sein und mit den räumlichen Möglichkeiten in Oberwiehl allein ist es für den Bedarf des Kreises nicht getan, wie Heße im Ausschuss erkennen ließ. Aktuell werden Kinder von Bergneustadt in die Anne-Frank-Schule nach Wipperfürth gebracht. Eine Situation, die man mit Blick auf die langen Fahrzeiten durch den halben Kreis für nicht akzeptabel hält.
Gutachter soll Bedarf analysieren
Um sicherzustellen, dass der Bedarf einer weiteren Förderschule mit dem Förderschwerpunkt GE auch langfristig besteht, wurde die Firma Gebit aus Münster als externer Gutachter mit einer Bedarfsanalyse beauftragt. Das Gutachten wird voraussichtlich im Juli vorliegen. Und dann soll auch klar sein, über wie viele Schüler gesprochen werden muss. Erst danach sollen weitere Planungsschritte in die Wege geleitet werden. Und die werden für die Planungen eines Neubaus benötigt.
Der aus Bergneustadt stammende Schulausschussvorsitzende Reinhard Schulte (CDU) berichtete, dass sich die Stadt von dem Areal mit dem Landschulheim gerne trennen würde. Die Stadt hatte dieses von den Naturfreunden Velbert erworben. Heße sagte auf Nachfrage, dass man für den Bau einer dritten Förderschule den Altbau, der seit dem Jahr 1956 Stück für Stück von den Naturfreunden Velbert gebaut worden war, komplett abreißen werde.
Der Hinweis des Kreises, dass die Zahl der Eltern, die ihre Kinder an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt GE anmeldeten, steige, sorgte für Nachfragen aus dem Ausschuss nach möglichen Gründen. Stefan Heße sagte, dass der Kreis die Anmeldung der Eltern nicht hinterfrage. Eva Böhm, Leiterin der Anne-Frank-Schule betonte, dass „niemand Schüler einem Förderschwerpunkt“ zuweise. Das sei immer ein Ringen. Die Situation sei allerdings so, dass man einen „extremen Anstieg von Menschen mit geistiger Behinderung“ sehe. Kinder würden dann an einer Förderschule angenommen, wenn eine entsprechenden Diagnose dieses nötig mache und zulasse.
