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Sommerwettbewerb Alexander Irle aus Bergneustadt gewann Titel bei der Sport-Stacking-WM

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Das Foto zeigt den Sport-Stacking-Spieler Alexander Irle

Alexander Irle demonstriert das Sport Stacking

Bei der Sport-Stacking-Weltmeisterschaft. die 2021 coronabedingt nur online stattfinden konnte, gewann Alexander Irle aus Bergneustadt-Wiedenest einen WM-Titel.

Einmal an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, davon träumen viele Sportler. Doch nur selten geht dieser Traum auch in Erfüllung. Alexander Irle aus Bergneustadt-Wiedenest aber nahm nicht nur an der WM im Sport Stacking teil, er gewann bei der Weltmeisterschaft 2021 sogar den Titel in seiner Altersklasse. „Das ist für mich mein größter Gewinn“, sagt der 29-Jährige. An der Wand seiner Wohnung hängt sein Trikot mit der Aufschrift „Team Germany“ als Erinnerung.

Beim Sport Stacking – einer Trendsportart, die in den 1980er Jahren in Kalifornien entwickelt wurde – geht es darum, speziell geformte Kunststoffbecher möglichst schnell zu Pyramiden aufeinander zu stapeln und wieder abzubauen. Eine spezielle Stoppuhr misst die dafür benötigte Zeit. Die Pyramiden bestehen zumeist aus drei oder sechs Bechern. Die Becher haben ein kreisrundes Loch im Boden, die Löcher verhindern, dass die Becher sich beim Stapeln ineinander festsaugen.

Trendsport entstand in Kalifornien

Alexander Irle wurde in Gummersbach geboren und wuchs in Wiedenest auf. Seit seiner Kindheit sitzt er aufgrund einer Behinderung im Rollstuhl. Das hält ihn aber nicht von sportlicher Betätigung ab. „Seit mindestens zehn Jahren spiele ich Rollstuhlbasketball“, erzählt er. Zur Zeit ist er für einen Kölner Verein aktiv. Eine Mitschülerin brachte Irle zum Sport Stacking.

„Ursprünglich war das nur als Ausgleich zum Basketball gedacht“, erklärt Irle. Stacking – das haben Untersuchungen belegt – fördert die Konzentrationsfähigkeit, die Auge-Hand-Koordination und die Beweglichkeit. „Außerdem hilft es mir, mit den Armen besser zu werden“, hat Irle festgestellt.

2021 fand die WM coronabedingt nur online statt

Der Bergneustädter trainierte fleißig und konnte schließlich bei der WM starten. Die sollte eigentlich in Singapur stattfinden. Doch im April 2021 war die Corona-Pandemie weltweit auf einem Höhepunkt, und so konnte der Wettkampf nur online stattfinden. Für die Vorrunde mussten die Teilnehmer Videos einreichen, das Finale der WM fand dann live online statt. Aufgrund der Zeitverschiebung – in Singapur ist es sechs Stunden später als in Deutschland – fanden die Wettkämpfe für Irle um die Mittagszeit statt. „Im Scherz habe ich gesagt, dass ich nach Singapur gehe, wenn ich dran war“, erinnert sich Irle schmunzelnd.

Als Rolli-Fahrer nahm der Wiedenster in der sogenannten Leistungsklasse zwei teil. „Ich war zwar der Einzige in meiner Altersklasse, aber dennoch war es ein schöner Erfolg, zumal ich diese Sportart zu dem Zeitpunkt erst eineinhalb Jahre gemacht habe“, erzählt der Oberberger.

Der Wettkampf setzte sich aus drei Disziplinen zusammen: Zunächst galt es, aus neun Bechern möglichst schnell drei Dreier-Pyramiden auf- und wieder abzubauen. Kniffliger wurde die zweite Disziplin, dort bestand eine der Pyramiden aus sechs Bechern. Der dritte „Cycle “ bestand aus einer Kombination der ersten zwei Durchgänge, wurde dann aber noch um eine Zehner-Pyramide ergänzt.

Beim Stapeln und Zurückbauen gelten bestimmte Regeln – so darf etwa der letzte Becher nur von einer und nicht von beiden Händen angefasst werden, ansonsten wird der Teilnehmer disqualifiziert. Den entscheidenden Wettkampf habe er deshalb vorsichtig begonnen, um ja keinen Fehler zu machen – „und dann habe ich richtig Gas gegeben“, erinnert sich Alexander Irle und lacht. Zur Zeit muss der Wiedenester aufgrund einer Verletzung sportlich kürzer treten. Doch er hofft, dass er bald wieder zu alter Stärke zurückfindet.