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Brodesser rechnet mit LaschetCDU-Kreisvorsitzender über die Kandidaten

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Gemeinsam in Gummersbach: Armin Laschet (2.v.l.) in der Halle 32 unter anderem mit Dr. Carsten Brodesser (M.).

Oberberg – Wie schnell man in diesem Kandidaten-Rennen in die Schlagzeilen geraten kann, musste Dr. Carsten Brodesser im November 2020 am eigenen Leib erfahren. In einer geschlossenen Gesellschaft sollten er und weitere CDU-Abgeordnete da das Duo Armin Laschet und Jens Spahn treffen und ganz offen mit ihnen diskutieren können.

Dass die Gesellschaft doch nicht so geschlossen war, konnte der oberbergische Bundestagsabgeordnete am nächsten Tag im Newsletter „The Pioneer“ aus dem Hause des Journalisten Gabor Steingart nachlesen: Genüsslich wurde da aus der Runde zitiert – mit Brodessers Kritik an Laschet und Co. als einem der Hauptdarsteller.

Persönliche Gespräche statt Newsletter

Jetzt, vor dem digitalen Parteitag am Wochenende, bei der der Kreisvorsitzende der CDU mit fünf weiteren Delegierten aus Oberberg den neuen Parteivorsitzenden wählen wird, möchte der Lindlarer gar nicht mehr so viel dazu sagen, ob er damals vor Laschet wirklich die Kampagne von Friedrich Merz als „professioneller“ gelobt hatte. Brodesser sagt stattdessen: „Ich finde, dass Armin Laschet extrem an Boden gut gemacht hat. Er hat vielleicht nicht so viele Newsletter geschrieben wie Merz, aber durch persönliche Gespräche viele überzeugt.“ Brodesser hat sogar schon durchgerechnet: „Ich komme für Laschet im ersten Wahlgang 450 plus X.“ Bei 1001 Delegierten wäre das schon nahe an der absoluten Mehrheit.

Ob er selbst Laschet wählen wird, da lässt sich Brodesser noch nicht in die Karten blicken. „Ich werde mir die Reden von allen drei Kandidaten anhören und dann entscheiden.“ Schon jetzt klingt sein Anforderungsprofil – „jemand, der die Enden der Partei zusammenführt“ – aber weniger nach Friedrich Merz, den er 2018 unterstützt hatte. Dazu sagt der Lindlarer: „Merz ist nach wie vor der brillanteste und präziseste Analytiker, den ich bisher gehört habe.“ Der Sauerländer wirke auf ihn aber „manchmal ein bisschen aus der Zeit gefallen“. Manche Äußerung von Merz wie die über „das Establishment der Partei“, das ihn verhindern wolle, hält Brodesser für unglücklich.

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In Oberberg hat der Vorsitzende noch einen ganz anderen Wandel der Debatte festgestellt. Zum Beispiel am Montag in der digitalen Sitzung des Kreisvorstandes: „Wo es früher nur die Frage gab, bist Du pro Merz oder pro Laschet, gab es jetzt auch immer mehr Stimmen für Norbert Röttgen.“ Mit seiner Kandidatur hat sich der Mann aus dem Rhein-Sieg-Kreis auch bei Brodesser zunehmend Respekt erworben. Dennoch sagt er: „Röttgen ist sehr eloquent, aber mir fehlen manchmal die konkreten Lösungsvorschläge.“