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„Survivor“Busfahrer aus Engelskirchen machte bei Reality-Show in der Karibik mit

3 min
Zu sehen sind zwei Männer und eine Frau bei Dreharbeiten in der Dominikanischen Republik.

Mit 19 weiteren Männern und Frauen nahm Nelson Mendes (M.) an der Show teil und musste sich in diversen Spielen beweisen. 

Hohe Temperaturen, wenig Nahrung und kein Kontakt zur Außenwelt: Hinter Nelson Mendes (39) liegen harte Wochen.

Wochenlang hat Nelson Mendes unter Bedingungen gelebt, die mit seinem Alltag im Oberbergischen kaum etwas zu tun haben. Der 39-Jährige aus Engelskirchen hat an der Reality-Show „Survivor“ teilgenommen, die im November und Dezember in der Dominikanischen Republik aufgezeichnet wurde. Schlafen auf dem Boden, wenig Essen, große Hitze und körperlich fordernde Spiele gehörten dort zum Tagesablauf.

Mendes lebt seit mehreren Jahren in Engelskirchen

Mendes ist gebürtiger Kölner und lebt seit mehreren Jahren in Engelskirchen. Er arbeitet als Busfahrer. Der Schritt ins Fernsehen kam für ihn nicht völlig überraschend. „Es war schon immer mein Traum, bei einer Reality-Show mitzumachen“, sagt er. Erfahrungen vor der Kamera hatte er bereits bei einem kleineren Format gesammelt. „Survivor“ sei für ihn dann aber noch einmal eine ganz besondere Herausforderung gewesen.

An der Sendung nahmen insgesamt 20 Personen teil, zehn Frauen und zehn Männer. Zu Beginn traten sie in zwei Teams mit jeweils zehn Teilnehmern gegeneinander an. Das Format ist international seit vielen Jahren bekannt, in Deutschland ist die aktuelle Staffel bereits der dritte Versuch, „Survivor“ dauerhaft zu etablieren.

Gesundheitschecks vor den Dreharbeiten

Bevor es überhaupt losging, mussten alle Kandidaten umfangreiche Untersuchungen absolvieren. Neben Gesundheitschecks gehörten sportliche Tests dazu. Auch während der Dreharbeiten sei die Betreuung eng gewesen, erzählt Nelson Mendes. „Die haben uns komplett durchgecheckt“, berichtet der Engelskirchener und ergänzt: „Vor Ort war auch immer ein Arzt da. Das war schon ein gutes Gefühl.“

Vorbereitet habe er sich auf das Format allerdings kaum. Rückblickend glaubt er auch nicht, dass ihm das viel geholfen hätte. „Denn es war ganz anders, als ich gedacht habe“, sagt er. Erst vor Ort habe er gemerkt, wie extrem die Bedingungen tatsächlich waren. Komfortabel war dort nichts. Die Teilnehmer mussten sich ihre Schlafplätze selbst bauen, auf dem Boden schlafen und sich vieles erst in Spielen erarbeiten.

„Ich habe über mich gelernt, dass ich mich komplett unterschätzt habe.
Nelson Mendes über Erfahrungen während der Dreharbeiten

„Wir wurden einfach ausgesetzt, an dem Ort war zunächst nichts. Wir mussten uns alles selber bauen“, sagt Mendes. Gerade diese Einfachheit habe das Format so intensiv gemacht. Neben den körperlichen Herausforderungen sei vor allem die mentale Belastung groß gewesen. Hohe Temperaturen, wenig Nahrung und kein Kontakt zur Außenwelt hätten vielen Teilnehmern zugesetzt. Für Mendes kam ein vorzeitiger Abbruch trotz schwieriger Momente nicht infrage.

Er sagt aber auch: „Das Härteste war für mich, dass ich nicht wusste, wie es meinen Kindern geht.“ Auch sportlich habe ihn die Teilnahme an der Sendung an seine Grenzen gebracht. „Ich bin nicht der Sportlichste“, meint Mendes lachend. Vor einigen Spielen habe er sich durchaus gefragt, ob er die Aufgaben schaffen würde. Umso wichtiger sei für ihn die Erfahrung gewesen, dass er sich in vielen Momenten selbst überrascht habe. „Ich habe über mich gelernt, dass ich mich komplett unterschätzt habe.“

Engelskirchener verlor zehn Kilo

Die Zeit in der Dominikanischen Republik hinterließ auch äußerlich Spuren. Nach eigenen Angaben verlor Mendes während der Dreharbeiten rund zehn Kilo. Auch die Rückkehr nach Hause sei zunächst nicht leicht gewesen. „Ich habe erst mal Zeit gebraucht, um wieder klarzukommen.“

Mittlerweile ist der Engelskirchener in seinem gewohnten Alltag angekommen und sitzt wieder am Steuer seines Busses. Aus seiner Zeit bei „Survivor“ habe er vor allem mitgenommen, Alltägliches bewusster wahrzunehmen. Ein Bett, genügend Essen oder die eigene Gesundheit seien für ihn heute noch einmal wichtiger geworden. Auch beim Thema Lebensmittel gehe er inzwischen anders mit vielen Dingen um. „Man merkt, wie viel man manchmal wegwirft. Da denkt man schon anders drüber nach“, sagt er.

Wer sich anschauen möchte, wie Nelson Mendes sich in der Reality-Show „Survivor“geschlagen hat, kann das in den insgesamt 35 Folgen auf dem Sender Sport1 tun. Weitere Informationen zu dem Format gibt es auf der Internetseite des Senders.