Die beiden Vertreter aus dem Kreis Euskirchen, Kall und Bad Münstereifel, sind im Halbfinale ausgeschieden. Palmersheim hat einen Neuzugang.
Handball-KreispokalDer Kaller SC erlebt ein Déjà-Vu – Königstransfer des TV Palmersheim

Versucht es hier aus der Distanz: Kalls Bastian Sönchen.
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Kaller SC – HSG Geislar-Oberkassel 15:45 (7:24). Geschichte wiederholt sich manchmal. Zum Leidwesen der Handballer des Kaller SC. Diese mussten fast zehn Monate nach der deutlichen 12:44-Pokalfinalniederlage erneut Lehrgeld zahlen. Der Verbandsligist Geislar-Oberkassel war damals wie heute eine Nummer zu groß für den Kreisoberligisten.
Eigentlich ist die Partie schnell erzählt, denn der KSC, der die gesamte Saison über schon von großem Verletzungspech verfolgt wird, lag nach nicht einmal fünf Minuten schon mit 0:5 zurück. Trainer Wolfgang Kirfel nahm die erste Auszeit und musste seine Mannschaft umbauen. Daniel Schade klagte über Schmerzen im Rippenbereich und konnte sich kaum noch bewegen. Dem Rückraumspieler fiel es sogar schwer, in der Halbzeitpause die am Boden stehende Sporttasche aufzuheben. Den Ausfall konnte Kall nicht kompensieren und dürfte bei Kirfel zu Sorgenfalten im bevorstehenden Saisonendspurt führen.
In der ersten Halbzeit erlaubte sich Kall zu viele Fehler
Dessen Mannschaft agierte in der ersten Halbzeit zu fehlerhaft und leistete sich viele technische Unzugänglichkeiten. Pass- und Schrittfehler wechselten sich munter ab. Und wenn dann doch einmal der Torwurf kam, dann endete dieser am Gebälk oder am gegnerischen Schlussmann. Diese Fahrlässigkeiten bestrafte Geislar-Oberkassel gnadenlos und zog den Hausherren früh den Stecker.
Die Torhüter Michael Offerzier und Julian Nießen waren oft auf sich alleingestellt, weil Kall selten geschlossen den Rückwärtsgang einlegte. „Wir sind zu Beginn gar nicht ins Spiel gekommen, sodass uns der Klassenunterschied doch recht schnell vor Augen geführt wurde“, sagte Kirfel, dessen Mannschaft mit dem ersten Durchgang nicht zufrieden sein konnte.

Hatte Mitte der zweiten Halbzeit eine starke Phase mit einigen Paraden: Kalls Torhüter Michael Offerzier.
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Nach der Pause änderte sich das stellenweise. Kall agierte präsenter und zeigte vor allem im gebundenen Spiel eine ordentliche Abwehrleistung. Auch offensiv klappte es etwas besser, weil Linksaußen Christopher Schmitz in die Spielmacherrolle schlüpfte und als guter Ballverteiler agierte. Bis zum 13:35 etwa zehn Minuten vor dem Ende hielt Kall die Niederlage in Grenzen, weil auch Michael Offerzier im Kaller Tor einige starke Paraden zeigen konnte.
Priorität für den Kaller SC ist der Verbleib in der Kreisoberliga
Dann aber schlich sich erneut der Schlendrian ein und die Gäste kamen in der Schlussphase noch zu vielen einfachen Toren. „Wir haben uns gesteigert und bis zum Schluss gekämpft, sodass ich denke, dass wir uns etwas unter Wert geschlagen haben“, meinte Kirfel zusammenfassend.
Priorität hat für ihn der Klassenverbleib in der Liga. Hier ist Kall punktgleich mit der HSG Sieg II, gegen die der direkte Vergleich gewonnen wurde. Kall hat noch drei, Sieg noch zwei Spiele. „Wir waren bereits totgesagt, doch die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist größer denn je“, so Kirfel.
Kaller SC: Nießen, Offerzier – Jerratsch, Schade, Schmitz (5), Sönchen (3), Tamimy, Ambus (2/1), Quinker, Wilms (3/1), Keil (1), Herzwurm (1).
Bad Münstereifel hält das Halbfinale gegen Bonn lange offen
TVE Bad Münstereifel – TSV Bonn rrh. III 25:33 (15:15). Lange haben die beiden Vereine nach einem passenden Termin gesucht. Relativ kurzfristig stand dann der Donnerstagabend als Zeitpunkt für das zweite Kreispokalhalbfinale fest. Und auch in dem hatte das Team aus dem Kreis Euskirchen das nachsehen.
Die Zuschauer in der Bad Münstereifeler Heinz-Gerlach-Halle sahen eine gleichwertige erste Hälfte zwischen dem punktverlustfreien Kreisoberligaspitzenreiter aus Bonn und den Gastgebern, die in derselben Liga auf Platz drei stehen. Bonn kam etwas besser in die Partie. „Aber ab der 20. Minute konnten wir unser Momentum nutzen“, berichtete Spieler Nils Fuchs. Nur wenige Sekunden vor der Pause gelang dem TVE der Ausgleich.
In der zweiten Hälfte setzte sich Bonn Stück für Stück ab. Bad Münstereifel erlaubte sich zu viele technische Fehler und zu viele Fehlwürfe. „In den letzten zehn Minuten waren wir noch mal auf Augenhöhe“, so Fuchs, der die Torhüter beider Mannschaften lobte und die besondere Fairness im Spiel hervorhob. Es gab nur zwei Zweiminuten-Strafen.
Simon Schlösser wechselt aus dem Siebengebirge nach Palmersheim
Dem Handball-Oberligisten TV Palmersheim ist ein echter Coup gelungen: Ab der kommenden Saison trägt Simon Schlösser, derzeit Spieler des Tabellenführers HSG Siebengebirge-Thomasberg, das Trikot des TVP. Schlösser bringt Drittliga-Erfahrung aus vorherigen Stationen beim Neusser HV, Longericher SC und den Bergischen Panthern mit.

Große Freude herrscht beim TV Palmersheim über die Verpflichtung von Simon Schlösser (M.).
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Der 33-Jährige ist mit seiner Frau Julia, die für Bayer Leverkusen in der Bundesliga gespielt hat und aus Rodert stammt, sowie den beiden Kindern und den zwei Hunden nach Eschweiler gezogen und ist Lehrer an der Grundschule Arloff. „Ich will das Private mehr in den Fokus rücken“, sagt Schlösser. Gleichzeitig will er aber auch dem Handballsport treu bleiben. Neben Palmersheim zeigten auch die Wölfe Voreifel Interesse, die Gespräche mit dem TVP, das Umfeld und die Stimmung bei Heimspielen in Kuchenheim haben ihn aber vom Wechsel überzeugt.
Als Königstransfer bezeichnete Peter Trimborn aus dem Trainerteam die Verpflichtung. „Das ist ein absoluter Traum für uns“, so Trimborn weiter. Schlösser, der in der Mitte und im halblinken Rückraum spielen kann, soll Ballverteiler werden. Gleichzeitig entlastet er andere Topspieler wie René Lönenbach und Marius Schmitz, der Zweiter in der Torjägerliste der Oberliga 1 ist – hinter Simon Schlösser.

