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FußballTSV Ründeroth mit jeckem Doping für den Kampf  gegen den Abstieg

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Die Fußballerinnen und Fußballer rufen Alaaf in Trainingskleidung und Kostüm.

Zwischen Rückrundenvorbereitung und Karneval: Die Fußballerinnen und Fußballer des TSV Ründeroth auf dem Sportplatz.Engelskirchen. 

Wo Sport und Karneval sich treffen: Fußballerinnen und Fußballer ziehen im Blaumann und mit Helm mit im Ründerother Zug.

Kurz bevor es in den Fußballligen weitergeht, nehmen sich die Fußballerinnen und Fußballer des TSV Ründeroth eine kleine Auszeit. Das tun sie nicht ohne den Ernst der sportlichen Lage zu vergessen. „Wir arbeiten für den Klassenerhalt“ – unter diesem Motto ziehen sie am Sonntag mit im Ründerother Karnevalszug. Dies im Blaumann, mit Sicherheitsweste und Bauhelm auf dem Kopf.

Karneval bedeutet für die Ründerother Teambuilding und das passt eine Woche bevor es wieder um Punkte gegen den Abstieg geht. Die Fußballerinnen trennen in der Bezirksliga, Staffel 1,   auf Platz sieben zwei Punkte vom ersten Abstiegsplatz.   Die Herren stehen in der Kreisliga B, Staffel 3, mit bisher nur einem Sieg auf dem letzten Platz. Da tut eine Portion jeckes Doping gut.

Die TSV-Fußballerinnen belebten die Tradiotion nach Corona neu

Dass die Ründerother Fußballerinnen und Fußballer im Karnevalszug mitziehen, hat eine lange Tradition, die zwischenzeitlich zum Erliegen kam. „Ich habe mein halbes Leben hier gespielt, habe mit 16 Jahren angefangen und es wurde jedes Jahr versucht, eine   Gruppe auf die Beine zu stellen“, erzählt Sarah Tax (33). Sie erinnert sich, dass ganz früher der komplette TSV Ründeroth mitgezogen ist und auch die Jugendmannschaften dabei waren. „Es ist dann eingeschlafen“, sagt Tax.

„Die Fußballerinnen haben die Teilnahme am Karnevalszug für die Seniorenmannschaften nach der Corona-Zeit wieder ins Leben gerufen “, erzählt Anna Miebach (28). Vor drei Jahren war es der Super Bowl, der zu den passenden Kostümen animierte. Im vergangenen Jahr war es das Thema „Disco“, das mit prächtigen silbernen Kostümen auf die Gruppe aufmerksam machte.

Bierdeckelverträge verlieren Aschermittwoch ihre Gültigkeit

Im Winter setzt sich eine   kleine Gruppe von Fußballerinnen und Fußballern des TSV Ründeroth zusammen und überlegt am Motto. Über eine Whatsapp-Gruppe werden die Aufgaben in kleine Gruppen verteilt, sei es für die Kamellebeschaffung, das Begleitfahrzeug oder die passende Musik.

Wenn im Anschluss an den Zug die Fußballerinnen und Fußballer zum Feiern ausschwirren, gebe es schon den ein oder anderen Bierdeckelvertrag, erzählen die Frauen lachend. Der gilt meist nur bis Aschermittwoch, wirklich angeworben wurden noch keine Spielerinnen.

Zum ersten Mal haben die Ründerother Fußballerinnen und Fußballer einen eigenen Orden

Die 20 Spielerinnen sind der harte Kern der Gruppe, es sind aber Fußballer dabei.   „Wer von den Männern Lust hat, kommt mit und weiß, worauf er sich einlässt“, sagt Fußballer Max Adamietz lachend, denn die Frauen haben bei dem Projekt das Sagen. „Es ist einfach ein großer Freundeskreis“, führt   Adamietz aus.

Mit jedem Jahr wird es bei den Jecken des TSV Ründeroth ein bisschen mehr. So gibt es in dieser Saison erstmals einen eigenen Orden den Fußballer Jason Dedial mit dem passenden Logo entworfen hat. Er ist aus Acryl und wird für jeden in der Gruppe produziert, der einen haben möchte. Auch das Motto für die gelben Warnwesten hat er entworfen, ebenso den Schmuck für die Begleitfahrzeuge.

Dank an die Familienmitglieder, Arbeitskollegen und Freunde

„Ohne unsere Familienmitglieder, Arbeitskollegen und Freunde würde das alles gar nicht funktionieren“, sagt Anna Miebach. Die würden sich jedes Jahr als echte „Teamplayer“ beweisen und die jecke Truppe als Fahrer oder Wagenengel unterstützen.

Wenn es am Sonntag losgeht, haben sich die Sportler schon eingestimmt. An Weiberfastnacht wird ebenso gefeiert, wie bei der internen Karnevalsfeier einen Tag später.

Frauen-Trainer Sascha Buschhaus kann den Spaß seiner Spielerinnen am Karneval nachvollziehen. Er war in der Session 2023/24 als Jungfrau Sissy im Dreigestirn der KG Närrische Oberberger mit Prinz Tim I und Bauer Adi unterwegs. Da sei er ein bisschen selbstsüchtig, erklärt er : „Man muss das Leben auch mal genießen können.“

Mit diesen Worten nehmen die Fußballerinnen und ihre beiden Trainer im Nieselregen, der an diesem Abend im Training herrscht, die Vorbereitung auf den Ligastart wieder auf. Trainiert wird dienstags von 18.30 bis 20 Uhr und donnerstags von 19.30 bis 21 Uhr.