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Zwei Baustellen im AggertalSperrung der Ründerother Ortsdurchfahrt: Bypass für die Verkehrsader

Während die Ründerother Ortsdurchfahrt saniert wird und ab morgen auch bei Loope die Bahn baut, bleibt der große Stau aus – doch Bürgermeister Miebach kritisiert die Planung.

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Die Ründerother Ortsdurchfahrt ist zwei Wochen gesperrt.

Durch das Nadelöhr des Aggertals führen Oberbergs wichtigste Verkehrswege. Jede Störung kann erhebliche Auswirkungen haben. Nicht ohne Grund hat der Landesbetrieb Straßenbau die Sperrung der Ründerother Ortsdurchfahrt (L136, früher B55) in die Herbstferien gelegt. Gestern blieb die Gemeinde Engelskirchen denn auch von größeren Staus verschont. Dennoch übt Bürgermeister Lukas Miebach deutliche Kritik am Baustellenmanagement.

Sperrung der Ründerother Ortsdurchfahrt

Zwischen Kirche und Aggerbrücke wird der Asphalt der Hauptstraße erneuert. Der Bahnhof Ründeroth bleibt aus Richtung Dieringhausen erreichbar. Aus Richtung Engelskirchen ist die Zufahrt bis zur Straße Hohenstein möglich. Die ausgeschilderte Umleitung verläuft in beiden Richtungen über Wiehlmünden, Weiershagen und Kaltenbach. Viele Autos und Lkw nehmen aber auch die Autobahn oder geheime Schleichwege. Aber aufgepasst: Die Dörrenberger Brücke ist ab heute auch gesperrt.

Bahn sperrt Landesstraße bei Loope

Die Bahn nutzt die Ferien ebenfalls für Bauarbeiten. Wegen Gleisbauarbeiten am Bahnübergang zwischen Loope und Ehreshoven werden von morgen nicht nur Züge ausfallen, sondern auch die Landesstraße wird voll gesperrt. Für Autofahrer aus Richtung Engelskirchen ist dann an der Looper Kirche (Bruchstraße) Endstation. Die Umleitung führt über Hülsen nach Marialinden und Overath – man sollte also genügend zusätzliche Zeit einplanen. Aus Richtung Vilkerath beginnt die Sperrung kurz hinter der Zufahrt ins Gewerbegebiet (Im Auel).

„Es kann an solchen Tagen nicht schaden, wenn man sich auskennt", sagt Dietmar Mischer. Der Wahlscheider ist ehrenamtlicher Fahrer des Engelskirchener Bürgerbusses und stoppte gestern Vormittag in Ründeroth, um einen Fahrgast abzusetzen, den er in Engelskirchen aufgenommen hatte, sonst eine Fahrt von wenigen Minuten. „Der Umweg über Weiershagen ist schon eine ziemliche Strecke", sagt Mischer, „manche Strecke können wir derzeit gar nicht fahren." Er lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen. „Das ist halt so. Wenn an den Straßen nichts gemacht würde, wäre es den Leuten auch nicht recht."

Zuerst wird der Asphalt abgefräst.

Der Bürgerbusfahrplan ist aber auch nicht so eng getaktet wie bei der Ovag. Für die 310, 312 und 317 hat die Verkehrsgesellschaft bis 30. Oktober ein umfassendes Umleitungs- und Ersatzverkehrskonzept entwickelt. Die Ovag empfiehlt, sich von ihrer App die bestmögliche Verbindung heraussuchen zu lassen. Umleitungsplaner Armin Wagener war selbst in Weiershagen und berichtet, dass die Fahrgäste sich am ersten Tag „überraschend gut" auf die ungewohnten Verbindungen eingestellt hätten. „Wir haben uns bemüht, die Reisenden zu lenken. Aber viele waren informiert und haben sich zurechtgefunden. Klassischerweise dauert es zwei Tage, bis sich alles eingeruckelt hat."

Hintergrund: Sanierung rund um die Wiehltalbrücke

Hintergrund der Ründerother Baustelle ist die Absicht des Landesbetriebs Straßen.NRW das Landes- und Bundesstraßennetz rund um die Wiehltalbrücke frühzeitig zu sanieren. Die Strecken sollen im Bedarfsfall der Autobahn GmbH als Umleitungsstrecken zur Verfügung stehen. Wenn die Autobahn gesperrt ist, so wie zuletzt am Donnerstag wegen eines Unfalls, bricht im Aggertal schnell Chaos aus. Entsprechend nervös reagiert man auch in der Kreisverwaltung auf die Nebenwirkungen der bevorstehenden Sanierung der Wiehltalbrücke (siehe Meldung rechts). Noch bevor diese beginnt, wird der Schwerlastverkehr ab Dezember zwangsweise ins Aggertal abgeleitet.

Engelskirchens Bürgermeister Lukas Miebach nennt es derweil „nicht sehr bürgerfreundlich", dass gleich zwei Baustellen der Engelskirchener Verkehr lahmlegen. „Als kleine Gemeinde werden wir von der Bahn, dem Landesbetrieb und der Autobahn GmbH nicht in die Pläne einbezogen, spät informiert und vor vollendete Tatsachen gestellt." Der Ärger von Bürgern und Unternehmen, die große Umwege in Kauf nehmen müsse, bleibe aber an der Gemeinde hängen. „Die Leute rufen dann natürlich im Rathaus an."

Eine mögliche Sperrung der Autobahn wäre eine große Herausforderung. „Ich finde, dass man sich nicht ernsthaft genug mit den Konsequenzen beschäftigt", kritisiert Miebach. Er hielte es beispielsweise für sehr hilfreich für den Verkehrsfluss auf der Umleitungsstrecke, wenn es an der Engelskirchener Umgehungsstraße Kreisverkehre gebe. Um den Druck auf den Landesbetrieb zu erhöhen, habe die Gemeinde damit begonnen, Staus wie am vergangenen Donnerstag zu dokumentieren. (rtz)