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Gesamtschule erweitert AngebotSchülerinnen und Schüler in Waldbröl lernen Robotik

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Jeanette Wegner (2.v.r.) gehörte 2010 in Waldbröl zur ersten Robotik-AG. Hier besucht sie ihre Nachfolger an der Schule.

Waldbröl – Als Jeanette Wegner in der Spritzerei des Automobilzulieferers Montaplast zum ersten Mal an eine der großen Maschinen tritt, ist ihr an der Steuerung vieles bereits bekannt. Die Absolventin der Waldbröler Gesamtschule begreift auch gleich, wie Kollege Roboter arbeitet. „Tatsächlich kannte ich solche Abläufe aus dem Unterricht“, erinnert sich die heute 21-Jährige an ihre Schulzeit, die 2014 nach der zehnten Klasse zu Ende gegangen ist.

Noch arbeitet sie bei Montaplast in der Produktion, bald aber beginnt die Waldbrölerin in Morsbach eine Ausbildung zur Industriekauffrau. „Und von dem, was ich in der Arbeitsgemeinschaft Robotik gelernt habe, habe ich immer profitiert.“

Schüler bringen Robotern bei Aufgaben zu erledigen

Um kleine Roboter und ihr großes Können geht es seit gestern in Raum 13 der städtischen Gesamtschule: Denn dort haben Direktorin Kirsten Wallbaum-Buchholz und ihre Kollegen einen Fachraum allein für Robotik eingerichtet, und das Unternehmen Kampf Schneid- und Wickeltechnik hat ihn für mehr als 5000 Euro mit Technik ausgestattet. Seit 2012 ist die Firma aus Wiehl-Mühlen ein Kooperationspartner der Waldbröler Schule.

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Zudem werden in Nümbrecht das Homburgische Gymnasium und die Grundschule in Grötzenberg ausgerüstet. „Es geht darum, Jugendliche – vor allem Mädchen – für technische Berufe, etwa im Maschinenbau, zu begeistern“, erklärt Sprecherin Gudrun Mattig und berichtet, dass pro Jahr mindestens ein Absolvent aus Waldbröl oder Nümbrecht den Weg in eine Ausbildung bei Kampf finde.

Vor der Unterschrift auf dem Ausbildungsvertrag aber geht es auch mal aufs Wettbewerbsparkett: So bringen Dominik Bronka (15) und Silas Krüger (14) Robotern aus Lego gerade bei, wie sie durch eine Raumstation düsen und unterwegs Aufgaben erledigen – sie sammeln Werkzeug ein, schieben Satelliten in die richtige Position. Und das sind Aufgaben, die ab dem kommenden Donnerstag in neuen Robotik-Wettbewerben der Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation unter dem Titel „Galaktisch gut“ gelöst werden wollen.

Unterricht im programmieren ist Pflicht

In Gummersbach geht’s los. „Es ist toll, dass wir die Roboter nach dem Unterricht nicht mehr abbauen und wegräumen müssen“, freut sich Can Geles, der zuständige Lehrer, über das neue Roboterlabor. Im Gebäude der früheren Hauptschule hat es seinen Platz gefunden. „Jetzt können wir stets da weiterarbeiten, wo wir zuvor aufgehört haben.“

Ebenfalls im Untergeschoss zu finden ist ein weiterer Fachraum, für den die Schule jüngst rund 600 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“ ausgeben durfte: Dort programmieren die Schüler künftig Minicomputer und bringen ihnen bei, einfache Aufträge auszuführen. „Dieser Unterricht ist Pflicht für die Jahrgangsstufe 8.

Später können sich die Schüler nach ihren eigenen Interessen spezialisieren“, schildert Schulleiterin Wallbaum-Buchholz, die mit dem Wunsch nach neuer Technik an die Firma Kampf herangetreten ist. Im neuen Robotik-Raum treffen übrigens Schüler von der sechs Klasse bis hinauf zur Oberstufe aufeinander, um gemeinsam zu tüfteln und eben für Wettbewerbe zu trainieren.

Projekt begann 2010 mit wenigen Schülern

Diese würden immer komplexer. Dafür reiche das Programmieren längst nicht mehr, weiß Heinrich Thorwesten von der Firma Kampf. „Inzwischen verlangt jede Runde eine eigene Geschichte.“ Diese spielt nun eben im Weltall. Jeanette Wegner muss schmunzeln: Die Waldbrölerin war an der Gesamtschule so etwas wie eine Pionierin.

„2010 waren wir wenige Schüler und darunter vielleicht drei, vier Mädels, die sich für Robotik interessierten“, erinnert sie sich. Und Hauptdarsteller des ersten Wettbewerbs war damals ein kleines Roboterschaf, das durch einen Zoo eilte. „Es lief zu den Affen, dann zu den Krokodilen und weiter zu anderen Tieren, um ein anderes Schaf zu finden.“

www.zdi-portal.de/zdi-roboterwettbewerb

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