Abo

BegegnungszentrumRichtfest an der Lilli-Henoch-Sporthalle in Gummersbach-Strombach

3 min
Zu sehen ist die neue Sporthalle, über der ein Richtkranz schwebt.

Die neue Halle in Strombach ist binnen kurzer Zeit gebaut worden, am Dienstag wurde Richtfest gefeiert. 

Der Neubau in Strombach soll auch zu einem Ort der Begegnung werden. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres geplant.

Über dem Dach der neuen Sporthalle in Gummersbach-Strombach schwebte am Dienstag der Richtkranz. Vor gerade einmal einem Dreivierteljahr fand an gleicher Stelle der erste Spatenstich statt. In Rekordzeit wurde seitdem die Halle gebaut, sodass alle am Bau Beteiligten nun freudig Richtfest feiern konnten. Und das an einem Ort, der für Strombach nicht nur den Zweck einer reinen Sporthalle erfüllen soll, sondern zugleich als neues Begegnungszentrum für den Stadtteil und als Mittelpunkt des neuen Quartiers gesehen wird, das auf dem einstigen Areal der Hauptschule noch entstehen wird.

Mit Lilli Henoch wird die Halle nach einer jüdischen Sportlerin benannt, die von den Nazis im Dritten Reich ermordet wurde. Leichtathletin war sie und Handballerin, was natürlich für den Sport in Gummersbach und in Strombach passt. Daran erinnerte auch Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit in seiner Ansprache. Wie mehrfach berichtet, hatten sein Vorgänger Frank Helmenstein und die seinerzeitige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Sabine Grützmacher, den Namen von Lilli Henoch ins Spiel gebracht, nachdem Grützmacher Fördermittel für den Bau der Halle von Berlin nach Gummersbach gelotst hatte. Daran erinnerte nun auch Halding-Hoppenheit. Er dankte den Bürgern und dem Stadtrat, dass man sich ohne Diskussionen für den Namen entschieden habe. Das sei ein „starkes Signal dafür, dass Haltung zählt und nicht Herkunft“, wie er betonte.

2,6 Millionen Euro Förderung vom Bund

Die Nachfahren von Lilli Henoch und Vertreter des jüdischen Sportvereins Makkabi Köln mussten ihre Teilnahme am Richtfest kurzfristig absagen. Sie sollen aber zur Einweihung kommen. Dem Bürgermeister war es ferner wichtig deutlich zu machen, dass die Stadt auch in finanziell schwierigen Zeiten in Feuerwehr, Kinder und Jugendliche und, wie im Fall von Strombach, in Sport und Ehrenamt investieren wolle. Für die Lilli-Henoch-Sporthalle sind es 4,5 Millionen Euro, 2,6 Millionen kommen aus besagter Förderung des Bundes. Zu guter Letzt machte Halding-Hoppenheit deutlich, dass die Halle ein Ort der Begegnung werden solle.

Frédéric Ripperger, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft (EGG), erinnerte daran, dass man die alte Halle an der Hauptschule habe abreißen müssen. Zum einen wegen der schlechten Bausubstanz, zum anderen mit Blick auf die geplante Entwicklung des neue Quartiers. Sebastian Quast, Vorstandsvorsitzender der bauausführenden Otto Quast Bau AG, sah den Neubau auch als Werbung dafür, was gut ausgebildete Handwerker leisten können, ehe er den Richtspruch für die Halle sprach.

Jürgen Hefner, Erster und Technischer Beigeordneter und Geschäftsführer der EGG, berichtete, dass der Neubau der Sporthalle Ende des Jahres fertig sein soll. Mit Blick auf die Entwicklung des angrenzenden Quartiers berichtete er, dass aktuell die Sichtung der Bewerbungen für die Grundstücke laufe. Sollte es für eines der Grundstücke mehrere Bewerber geben, so werde gelost. Hefner zeigte sich zuversichtlich, dass es danach die ersten acht bis zehn Reservierungen für die geplanten Einfamilienhäuser geben werde.