SPD und Grüne wollen, dass das Q1 wieder ein dauerhaftes Zuhause bekommt.
Bergisch GladbachSuche nach einem festen Ort für das Jugendzentrum Q1

Bei der Eröffnung des Gleisparks in Bergisch Gladbach haben Familien die Freizeitanlage ausprobiert, jetzt können Jugendeinrichtungen dort Angebote machen.
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SPD und Grüne setzen sich dafür ein, dass das Q1-Jugendzentrum in Bergisch Gladbach künftig wieder eine feste Anlaufstelle erhält, am besten auf dem Zanders-Gelände. Dabei sprechen sie Christian Kulka, Leiter des Q1, aus dem Herzen. Er wünscht sich ebenfalls, dass eine neue stationäre Lösung gefunden wird, wenn es in ein paar Jahren so weit ist, dass die Einrichtung aus dem Gebäude auf dem Quirlsberg ausziehen muss.
„Aber erstmal sind wir ja noch hier“, sagt Kulka, „mir wackeln also noch nicht die Knie“. Aber sehr wichtig sei, dass die Stadt jetzt schnell das Geld für die Reparaturen freigebe. Seit Monaten könne der Betrieb im Jugendzentrum nur eingeschränkt laufen, dies trübe die Stimmung.
Bei den Angeboten im Haus müssten viele Abstriche gemacht werden, berichtet Kulka. „Sonst haben wir hier Tanzveranstaltungen, das Junge Ensemble hat die Räume für ihre Theaterproben verloren, den vielen Anfragen für Schulabschlussfeiern mussten wir eine Absage erteilen“, nennt er drei Beispiele.
Not-Reparatur kostet 250.000 Euro
Die Stadt hat wie berichtet entschieden, 250.000 Euro in das sanierungsbedürftige Gebäude auf dem Quirlsberg zu stecken, um für eine Übergangszeit brandschutz- und baurechtliche Mindestanforderungen zu erfüllen. Die für einen dauerhaften Betrieb notwendige Kernsanierung des Bestandsgebäudes hatte die Stadtverwaltung als zu teuer und unwirtschaftlich eingestuft.
Die Kosten dafür bezifferte die Verwaltung auf sechs bis neun Millionen Euro. Pfadfinder und Kindergartenmuseum sollen deshalb in einen Modulbau an der Hauptstraße umziehen, der aber erst noch gebaut werden muss, so lautet der politische Beschluss.
Eigene Räumlichkeiten für die Jugendarbeit im Stadtzentrum
Wie es genau mit dem Q1 weitergeht, ist bislang noch unklar. Stadt, evangelische Kirche als Träger und Q1-Jugendzentrum sind noch dabei, „ein modernes bedarfsorientiertes Konzept zur Neuausrichtung der Jugendarbeit“ zu entwickeln. Fest eingeplant sind dabei, dies steht bereits fest, perspektivisch die Zentralwerkstatt auf Zanders sowie das gerade eröffnete Freizeitgelände Gleispark als zwei Standbeine für Aktionen.
Dass der Gleispark mit seinen vielseitigen Angeboten verschiedenen Trägern der offenen Jugendarbeit zur Verfügung stehe, sei ein erster großer Schritt, betont Theresia Meinhardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Dies solle mit dem Antrag festgehalten werden.
Als weiterer Baustein der Jugendarbeit solle zudem festgeschrieben werden, dass es zusätzlich eigene Räumlichkeiten im Stadtzentrum für die klassische offene Jugendarbeit gibt. „Wir wollen jungen Menschen mitten in Bergisch Gladbach einen Raum geben, in dem sie sich sicher treffen, kreativ werden und ihre Ideen einbringen können“, sagt SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt, „das neue Zanders-Areal soll ein Ort für alle Generationen werden – und die Jugend gehört selbstverständlich dazu.“
„Wir sind dabei, zusammen mit der Stadt etwas eigenes Neues aufzubauen, mit dem sich die Jugend identifizieren kann“, berichtet Kulka, „die Initiative, wieder einen festen Ort zu bekommen, kann ich nur begrüßen.“ Bei der Suche nach einer Lösung, hoffe er auf einen „kreativen Austausch mit den Fachleuten bei der Stadt“.
Aber jetzt sei es erst einmal wichtig, den jungen Leuten ein vernünftiges Übergangsangebot machen zu können. „Dafür müssen die Reparaturen im Haus erledigt werden“, betont Kulka.
