Mit 16 Jahren reiste Angela Lohre erstmals nach Frankreich. Ein kleiner Silberanhänger erinnert sie bis heute an das Abenteuer.
SommerwettbewerbDieser Anhänger begleitet Angela Lohre seit 65 Jahren

Der Anhänger erinnert Angela Lohre an eine ganz besondere Zeit in Frankreich.
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Angela Lohres liebstes Urlaubsmitbringsel ist ein kleiner, zierlicher Kettenanhänger aus Silber, der die Umrisse Frankreichs und seine wichtigsten Flüsse zeigt. Erworben hat sie dieses Schmuckstück mit 16 Jahren, als sie 1961 erstmals nach Frankreich reiste.
„Wir waren eine zehnköpfige Kölner Schülergruppe und gemeinsam reisten wir mit dem Zug in eine Ferienkolonie in den Pyrenäen“, erinnert sich die heute 81-Jährige. „Das war sehr aufregend für uns. Es war ja nicht nur das erste Mal, dass wir nach Frankreich fuhren. Es war für uns auch die erste Reise ohne Eltern“, lacht sie und erzählt, dass sie die neu gewonnene Freiheit auch nutzten, um am Bahnhof Mentholzigaretten zu kaufen und diese während der Fahrt zu konsumieren.
Drei Wochen ohne eigenen Koffer
Zunächst führte ihre Fahrt nach Chartres, 90 Kilometer südwestlich von Paris. Dort kam dann der erste Schock - der Koffer einer Mitreisenden war verloren gegangen. „Wir haben sie dann drei Wochen lang aus unseren Koffern mit versorgt“, erinnert sich Lohre.
Von dort ging es dann weiter in die Pyrenäen, wo sie nahe der historischen Pilgerstadt Lourdes in einer von Nonnen geführten Ferienkolonie untergebracht waren. „Die Schlafsäle des Internats waren toll und auch das Essen hat uns begeistert“, schwärmt die 81-Jährige, denn zum Drei-Gänge-Menü wurde auch immer ein Glas Wein gereicht. Die sanitären Einrichtungen derweil sorgten dann für einen zweiten Schock bei den jungen Damen. „Ein Loch im Boden. Das hat uns dann doch sehr viel Überwindung gekostet“, lacht sie. Ein weiteres Highlight: das Internat verfügte über einen Pool. Diesen mussten sie zwar mit eigenen Händen von Algen befreien, danach konnten sie aber das kühle Nass genießen, berichtet Lohre.

Ein kleines Schmuckstück mit großer Geschichte.
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Gemeinsam mit den anderen Internatsschülern ging es dann auch mal in das nahe gelegene Städtchen Lourdes. Dort erblickte Angela Lohre in einem Schaufenster das Schmuckstück, welches sie zur Erinnerung an diese besondere Reise kaufte. „Ohne Kette. Die hat mir meine Mutter nachträglich geschenkt“, so die 81-Jährige. Ein weiteres Erlebnis sollte dafür sorgen, dass ihr dieser Aufenthalt nicht so schnell aus dem Kopf gehen würde. Sie war mit einer Freundin alleine auf Wanderschaft. Als ihr die Füße brannten, wollte sie diese in einer Rinne mit mehreren kleinen Wasserhähnen kühlen. Ein schimpfender Mönch machte sie darauf aufmerksam, dass es sich bei dem Wasser nicht um gewöhnliches Wasser handelte. „Das war Weihwasser und Gläubige konnten sich dieses über die Wasserhähne in Flaschen umfüllen. Das ich darin meine Füße badete, kam dann natürlich nicht gut an. Das war mir unsagbar peinlich“, erzählt Lohre.
Diese Erlebnisse trugen dazu bei, die Reise zu etwas ganz besonderen zu machen, und markierte den Beginn einer seit mehr als 60 Jahren andauernden Liebe zu dem Land Frankreich.
Mindestens zweimal im Jahr fährt die 81-Jährige bis heute über die Grenze. „Wenn ich in Frankreich bin, atme ich eine andere Luft“, schwärmt sie, dass die Menschen in Frankreich lockerer seien als in Deutschland. „Auf der Autobahn muss keiner rasen, da gibt es ein Tempolimit und daran halten sich alle. Oder an der Supermarktkasse. Da wird auch schon mal ein Schwätzchen gehalten und keiner beschwert sich“, genieße sie die lockere Atmosphäre, wenn sie in Frankreich weilt. Einmal im Jahr steht zudem ein Städtetrip nach Paris auf ihrem Programm. Dort besuche sie gerne Ausstellungen oder erkunde die vielen Viertel und ihre Besonderheiten.
Urlaubsmitbringsel
Mit der Volksbank Oberberg haben wir Sie bei unserem Sommerwettbewerb 2026 nach Ihrem liebsten Urlaubsmitbringsel gefragt. Unsere Redaktion hat 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, deren Geschichten wir nun in der Zeitung erzählen. Nach den Sommerferien bestimmt eine Jury, welche der Teilnehmenden es auf die drei vorderen Plätze schaffen und welche auf die Ränge vier bis 20. Im Herbst werden die Finalisten schließlich in den Räumlichkeiten der Volksbank Wiehl geehrt.

