Der Engelskirchener Georg Seifert hütet Bilder seines französischen Freundes Jean Marie Hermite. Sie stehen für viele unvergessliche Momente.
Mein liebstes UrlaubsmitbringselAquarelle erinnern in Schnellenbach an tiefe Freundschaft

Georg Seifert aus Engelskirchen-Schnellenbach zeigt das Bild von Jean Marie Hermite aus La Roche-sur-Yon, auf dem die Passage du Gois zu sehen ist.
Copyright: Ralf Joost
Eine jahrzehntewährende Freundschaft ist mit dem schönsten Urlaubsandenken von Georg Seifert verbunden. „Die Mitbringsel sind zwei selbstgemalte Bilder meines französischen Freundes Jean Marie Hermite aus La Roche-sur-Yon. Ich habe ihn 1988 während eines Choraustausches in Gummersbach kennengelernt“, erzählt der 76-Jährige. Damals war seine Frau Helga Mitglied des Kammerchors Gummersbach der Volkshochschule in der Kreisstadt und im Frühjahr des Jahres 1988 wurde das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft in Gummersbach mit einem großen Festakt im Theater gefeiert.
Die Gäste aus der französischen Partnerstadt Gummersbachs waren für den etwa einwöchigen musikalischen Austausch in Privatfamilien untergebracht. „Mein Freund war mit seiner Frau bei uns zu Gast. Die beiden waren wiederum mit einem weiteren Paar gut befreundet, so dass unsere Runde auf sechs anwuchs.“

Das zweite Aquarell, das Georg Seifert aus Engelskirchen-Schnellenbach hütte, zeigt das Prieuré Saint-Nicolas in La Chaume.
Copyright: Ralf Joost (Repro, Ausschnitt)
Die sangesbegeisterte Runde verstand sich wunderbar, eine herzliche Einladung aus Frankreich folgte. „Unsere Freunde boten uns an, in ihrem Ferienhaus in Brem-sur-Mer, etwa 35 Kilometer westlich von La Roche-sur-Yon, Urlaub zu machen. Wir nahmen an und hatten eine wunderschöne Zeit, denn es passte alles. Nicht nur das Faible für Gesang hat uns verbunden.“
Im nächsten Jahr fragte Familie Seifert aktiv an, ob sie kommen dürften. In der Gemeinde Brem-sur-Mer am Golf von Biskaya gab es Grundstücke zu kaufen – mit Meerblick. Die Familie kaufte eines dieser Grundstücke und baute sich ein eigenes Ferienhaus, um 28 Jahre lang Freundschaft, Frankreich und die Nähe zum Meer zu genießen.
„Mit unseren Freunden trafen wir uns in den Urlaubszeiten sowohl bei ihnen in La Roche-sur-Yon, wie auch in unserem Ferienhaus. Es wurde gegrillt, gefeiert, wir machten Ausflüge und spielten Boule. Eine unserer Freundinnen, Jocelyne, ist die Patin unserer jüngsten Tochter Anja und Boule-Schiedsrichterin, zertifiziert für ganz Frankreich“, berichtet der Schnellenbacher. Und erzählt lachend, seine Französischkenntnisse seien immer noch eher gering. Ehefrau Helga dolmetschte, das klappte all die Jahre, während der vier glücklichen Sommerwochen in Frankreich, wunderbar.
Das Haus in Brem-sur-Mer hat das frühere Ehepaar aus Schnellenbach aus Altersgründen verkauft
Im Laufe der Zeit fuhren die drei Töchter, mittlerweile erwachsen, irgendwann nicht mehr mit. Georg und Helga Seifert trennten sich, sind aber weiterhin freundschaftlich verbunden, und das Haus in Brem-sur-Mer wurde vor vier Jahren aus Altersgründen verkauft.
Jean Marie Hermite aber, der enge Freunde mit selbstgemalten Aquarellen beschenkt, überreichte dem Oberberger 2020 und 2021 gleich zwei seiner Bilder. Eins, das größere, zeigt die Passage du Gois, eine etwa 4,2 Kilometer lange, bei Flut vollständig überschwemmte Dammstraße in Frankreich. Sie verbindet das Festland bei Beauvoir-sur-Mer mit der Insel Noirmoutier und ist nur für rund drei Stunden bei Ebbe befahrbar. Ein kleineres Bild bildet das Prieuré Saint-Nicolas in La Chaume, zu Les Sables-d’Olonne gehörend, ab. Das Gebäude überragt Hafeneinfahrt und Bucht, wurde 1779 zum Militärfort umgebaut und ist heute Kunstgalerie sowie Aussichtspunkt.
Beide Bilder hält Georg Seifert in Ehren, denn er weiß, dass Jean Marie seine Bilder nur wenigen, ihm nahen Menschen schenkt.
Den Kontakt gibt es heute noch, dank Übersetzungsprogrammen muss Helga Seifert nicht mehr dolmetschen. Und Georg Seifert hofft, seine Freunde im kommenden Jahr wieder in Frankreich besuchen zu können. „Denn wir alle fühlen uns nach wie vor sehr verbunden.“
Sommerwettbewerb: „Mein liebste Urlaubsmitbringsel“
Mit der Volksbank Oberberg haben wir Sie bei unserem Sommerwettbewerb 2026 nach Ihrem liebsten Urlaubsmitbringsel gefragt. Unsere Redaktion hat 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, deren Geschichten wir nun in der Zeitung erzählen. Nach den Sommerferien bestimmt eine Jury, welche der Teilnehmenden es auf die drei vorderen Plätze schaffen und welche auf die Ränge vier bis 20. Im Herbst werden die Finalisten schließlich in den Räumlichkeiten der Volksbank Wiehl geehrt. (r)
