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AusstellungGummersbacher Kunstfenster gewährt neue Ausblicke

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Eine Frau neben einen großen Bild.

Claudia Tebben malt Landschaften an der Grenze zur informellen Abstraktion. Bis Ende des Jahres sind sie in Gummersbach zu sehen.

Mit konzentrierter Technik zum wilden Ergebnis: Das Kunstforum Gummersbach zeigt Arbeiten von Claudia Tebben.

Die Bilder von Claudia Tebben wirken ziemlich wild, so wild wie die Natur, von der sie inspiriert sind. Was die Gelsenkirchener Bergmannstochter malt, sind keine braven Idyllen, sondern bewegte Landschaften auf halbem Weg in die Abstraktion. Sie erinnern ein wenig an wüste Brachen und Halden im Ruhrgebiet, die vom Grün zurückerobert wurden.

Ab heutigen Montag, 28. September, ist Tebben auf Einladung des Gummersbacher Kunstforums mit einigen Werken im „Kunstfenster“ der Alten Vogtei zu Gast. Kein bisschen wild ist ihre Arbeitsweise, wie Tebben bei einer Vorbesichtigung der Gummersbacher Ausstellung erläutert. Die Bilder entstehen nicht in einem Malrausch, sondern mit Ruhe und Bedacht, „verkopft und konzentriert“. Zunächst bringt sie Öl- und Acrylfarbe mit grobem Pinselstrich auf, manchmal stehend auf Leinwänden, die auch mal neun Meter breit sind.

In Gummersbach sind auch kleine Werke zu sehen

In einem zweiten Arbeitsgang stellt die Malerin die getrockneten Bilder auf, um ihnen mit Strichen und Ritzungen den Feinschliff zu geben. Sie wechsele die Position, um zu einem kritischen Urteil über die eigene Arbeit zu kommen, erläutert Tebben. „Das ist wie das Abschmecken beim Kochen“, sagt die Künstlerin und lächelt. „Kunst ist kein Hexenwerk.“ Ihre Technik habe sie in 30 Jahren seit dem Diplom an der Essener Folkwang-Hochschule erprobt und somit den Zufall aus dem Ergebnis weitgehend – wenn auch nicht komplett – getilgt, sagt Tebben.

Die Zeit, die die großen Bilder für die Trocknung brauchen, nutze sie gern für kleinere Arbeiten, von denen auch einige Beispiele im kleinen Gummersbacher „Kunstfenster“ zu sehen sind. „Dann gehe ich wie ein Simultanschachspieler von Bild zu Bild.“

Fast wissenschaftlich sei ihre Herangehensweise an die Natur, erklärt die Malerin. „Ich möchte verstehen, was draußen passiert.“ Menschen und Gebäude interessieren sie nicht, Tiergestalten tauchen durchaus auf ihren Bildern auf und treten in der Gummersbacher Ausstellung auch aus diesen heraus. Die tierähnlichen Skulpturen, die Tebben in Gummersbach zeigt, folgen derselben Formsprache an der Grenze zur informellen Kunst.

Die Gelsenkirchenerin wurde noch vom verstorbenen Kunstforum-Vorstandsmitglied Bernhard Ellerhorst für das „Kunstfenster“ angeworben. Obwohl für große Formate bekannt, ist Claudia Tebben begeistert von  der Miniaturgalerie in der Vogtei. „Ich mag es, dass die Menschen durch die Fenster Kunst sehen, ohne eine Schwelle überqueren zu müssen.“


Midissage im November

Die Ausstellung in der Alten Vogtei Gummersbach ist ab Montag, 28. September, bis Ende des Jahres geöffnet und zwar montags von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, dienstags 10 bis 12 Uhr, mittwochs 14 bis 16 Uhr, donnerstags 14 bis 17 Uhr und freitags 10 bis 12 Uhr. Am Sonntag, 15. November, 11 Uhr, gibt es eine Midissage, die Künstlerin ist anwesend.