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Millionencoup in GelsenkirchenSparkasse nennt keine Details zu den Schließfächern der Kunden in Oberberg

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Tatort Gelsenkirchen: Dort verschafften sich die Täter mit einem Spezialbohrer Zugang zur Sparkasse und brachen mehr als 3000 Schließfächer auf. 

Nach dem Millionencoup in Gelsenkirchen gibt es kaum Infos zu den Gepflogenheiten im Oberbergischen.

Bundesweit noch immer in aller Munde ist der Einbruch über die Weihnachtstage in den Tresorraum einer Sparkasse in Gelsenkirchen. Und viele Bankkunden fragen sich, ob so etwas auch in Oberberg möglich ist: Könnte am Ende das mühsam Ersparte oder der Familienschmuck unwiederbringlich verloren sein? In Gelsenkirchen hatten sich die Täter mit einem riesigen Bohrer von einem benachbarten Parkhaus aus einen Zugang in den unterirdischen Schließfachbereich geschaffen, in dem sie nahezu alle der mehr als 3000 Schließfächer öffneten und deren Inhalt entwendeten. Die Wut bei den Betroffenen ist entsprechend groß.

Mit Interesse hat auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gummersbach, Dirk Steinbach, die Nachrichten von dem millionenschweren Coup im Ruhrgebiet verfolgt. Und auch er hat sich ganz persönlich über einige Dinge gewundert. So auch darüber, wie die Täter unbemerkt mit derart schwerem Gerät arbeiten und in den Raum mit den Schließfächern eindringen konnten. „Das ist schon spannend, dass so etwas niemand hört“, sagt Steinbach im Gespräch mit dieser Zeitung. Für ihn wirkt das alles „sehr gut vorbereitet“. Und das auch mit Hinblick darauf, dass man mal nicht eben so mehr als 3000 Schließfächer geöffnet bekommt, wie er weiter sagt.

Wer mehr Versicherungsschutz will, muss diese zusätzlich buchen

Zu den Gepflogenheiten bei der Sparkasse Gummersbach will Steinbach nicht ins Detail gehen. So gibt er keine Auskünfte darüber, wie viele Schließfächer sein Haus hat. Nur so viel: An den 14 mit Mitarbeitenden besetzten Standorten gibt es auch Schließfächer. Auch zur Höhe der Summe, mit der die Schließfächer versichert sind, sagt der Sparkassenchef nichts. Die Kunden würden auf die Höhe, die abgedeckt sei, hingewiesen. Wer einen höheren Versicherungsschutz wolle, müsse diesen dann hinzubuchen. „Das muss jeder wissen“, erklärt Steinbach. Und was deponieren die Kunden in den Schließfächern? Was dort abgelegt wird, weiß die Sparkasse nicht. Aus der Praxis kann der Vorstandsvorsitzende aber berichten, dass Fahrzeugscheine und Zweitschlüssel dort genau so landen wie Schmuck, Uhren oder Edelmetall. Auskunft geben müssen die Kunden nicht, allerdings seien gefährliche Stoffe verboten.

Was den Zugang zu den Schließfächern angeht, so gibt es bei der Sparkasse zwei Systeme. Zum einen das, bei dem der Sparkassenmitarbeiter mit einem Schlüssel den Weg zum Schließfach öffnet und der Kunde dann mit einem weiteren Schlüssel sein Schließfach öffnet. Bei einer anderen Zugangsmethode muss der Kunde zunächst mit einer Karte und seinen Zugangsdaten das erste Schloss öffnen, und mit seinem persönlichen Schlüssel kommt er dann an sein Schließfach.

Auf Nachfrage bei der Volksbank Oberberg sagte deren Pressesprecher Nils Hühn, dass man sich zu der Anzahl von Schließfächern, baulichen und organisatorischen Dingen aus „Sicherheitsgründen“ nicht äußere.