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GoldhochzeitPetra und Jürgen Viebahn aus Gummersbach sind seit 50 Jahren verheiratet

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Ein altes Hochzeitsfoto von Petra und Jürgen Viebahn.

Am 16. Januar 1976 wurde in der Heimat der Braut in Wanne-Eickel.

Die Goldhochzeitsreise geht ins Ruhrgebiet nach Wanne-Eickel, in die Heimat der Braut. Dort hat das Jubelpaar am 16. Januar 1976 auch geheiratet. 

Am heutigen Freitag sind Petra und Jürgen Viebahn seit 50 Jahren verheiratet. Dabei hatte es zunächst nicht danach ausgesehen, dass sich die beiden näherkommen würden. „Was habe ich mit den Gummersbachern zu tun?“, erinnert sich die Jubelbraut an ihren ersten Gedanken auf dem Polterabend ihres Cousins im Sommer 1972 in ihrer Geburtsstadt Wanne-Eickel. Die waren nämlich auch dazu eingeladen, da es eine Verbindung ins Oberbergische durch ihre Großmutter und die Tante des Jubilars gab, die derselben Kirchengemeinde angehörten.

Irgendwann an dem Abend saßen sie und ihr heutiger Mann Jürgen dann allein in der Küche und gerieten ins Plaudern. Im Gespräch äußerte die damals 16-Jährige, dass ihr erster Urlaub in der Ausbildung zur Bankkauffrau in den November falle. Sie erzählt mit einem Lächeln: „Und im Herbst habe ich diese Woche in Würden bei Gummersbach verbracht.“ Ihr Mann ergänzt: „Das war Liebe auf den ersten Blick.“ Die Unterbringung in dem kleinen Örtchen bei Berghausen war kein Problem, denn die Schwester von Jürgen Viebahn war kurz zuvor ausgezogen, und so konnte die junge Frau deren Kinderzimmer nutzen.

Jubelpaar: Petra und Jürgen Viebahn im Porträt.

Jubelpaar: Petra und Jürgen Viebahn feiern ihre Goldhochzeit.

Nach dem ersten Urlaub waren sie jedes Wochenende zusammen – entweder holte er sie mit seinem VW-Käfer ins Oberbergische oder er verbrachte seine Freizeit im Ruhrgebiet. Dort übernachtete er bei Petras   Oma Martha. Jürgen Viebahn erinnert sich, dass ihm die Seniorin ihr Bett überlassen und selbst auf der Wohnzimmercouch geschlafen hat. Bei jedem Besuch habe sie eine Flasche Bier parat gehabt: „Diese Frau hat uns mehr oder weniger zusammengebracht.“

Die Zeit zwischen den Wochenenden wurde ihnen jedoch recht lang und so schrieben sie sich regelmäßig Briefe. Petra Viebahn beteuert: „Die habe ich alle aufgehoben.“ Und wenn die Sehnsucht zu groß wurde, telefonierten sie: „Dafür bin ich jedes Mal an die Zelle am Bahnhof gegangen.“ Ihr Mann hatte zu dieser Zeit seine Ausbildung als Modellschreiner bei einem Edelstahlwerk im benachbarten Lindlarer Ort Kaiserau bereits beendet. Später wechselte er in die mechanische Bearbeitung und wurde Betriebsratsvorsitzender.

Gemeinsame Vorliebe für das Reisen

Als Gemeinsamkeit entdeckten die beiden ihre Vorliebe fürs Reisen. Nach gemeinsamen Urlauben in Rumänien und an der Ostsee verlobten sie sich 1974 am 18. Geburtstag der zukünftigen Braut am Steinhuder Meer. Begeistert erzählen sie vom Polterabend am 15. Januar 1976 in Wanne-Eickel: „Der war schöner als die Hochzeit am Tag darauf.“ Als Überraschung war nämlich ein vollbesetzter Reisebus aus Gummersbach mit Freunden und Nachbarn gekommen. Auch das Traugespräch sei ungewöhnlich verlaufen: „Bis Mitternacht haben wir mit dem Pfarrer zwei Flaschen Rotwein geleert.“

Nach der Hochzeit zog das Paar zunächst nach Strombach, wo 1980 Jan und zwei Jahre später Sven geboren wurde. 1983 siedelte die Familie nach Würden um, nachdem sie einen Anbau an das Elternhaus des heute 75-Jährigen errichtet hatte. Die Jubilarin berichtet, dass ihr als Städterin der Umzug aufs Land zunächst nicht leichtgefallen sei: „Es war mir viel zu ruhig – ich habe nachts nur die Kühe schmatzen gehört.“ Allerdings habe sie recht schnell einen Job bei einer Gummersbacher Bank gefunden.

„Unser Leben waren Reisen“, erzählt Petra Viebahn träumerisch. Anfangs sei es meist in Ferienwohnungen an die Nord- und Ostsee gegangen. Mehr als 50 Mal waren sie in Sankt Peter-Ording, wofür sie bei den Touren über Weihnachten einen Tannenbaum aufs Autodach geschnallt hatten. Ihre erste Reise mit dem Wohnmobil führte sie zu ihrer Silberhochzeit 2001 ans Nordkap und damit erkundeten sie später ganz Europa.

Ihre Goldhochzeitsreise geht jedoch ins Ruhrgebiet nach Wanne-Eickel in die Heimat der Braut: „Warum sollen wir nicht dorthin fahren, wo wir uns das erste Mal begegnet sind und geheiratet haben?“


Die Jubilare

Ganz besonders wichtig ist den Eheleuten Petra und Jürgen Viebahn nicht nur ihre Partnerschaft, sondern auch die Familie: „Wir haben zwei supertolle Söhne, zwei hervorragende Schwiegertöchter und acht fantastische Enkelkinder.“ Ebenso aber auch die gemeinsamen Rituale beim Zubettgehen oder beim Aufstehen am nächsten Morgen.

Jürgen Viebahn erklärt, dass zu einer guten Ehe vor allem Vertrauen, Ehrlichkeit, Liebe und Kompromissbereitschaft gehören. Zu Weihnachten hat er seiner Frau eine selbstgestaltete Karte geschenkt mit der Aufschrift: „Ich bin so glücklich, weil ich die beste Frau der Welt habe.“

Die Jubilarin betont, dass es nicht nur darum gehe, sich gern zu haben, sondern auch in den „bescheidensten Situationen“ nie allein zu sein und jemanden zu haben, der einem hilft: „Das Wichtigste ist, alle Probleme gemeinsam zu meistern.“