Kennengelernt hat sich das Jubelpaar beim Tanzen. Nach dem Rock 'n' Roll waren sie unzertrennlich.
70 Jahre EheHelene und Christian Hüttling aus Morsbach-Volperhausen feiern Gnadenhochzeit

Helene und Christian Hüttling halten seit 70 Jahren zusammen.
Copyright: Michael Kupper
Vor 70 Jahren haben sich die Morsbacher Helene und Christian Hüttling das Ja-Wort gegeben und am heutigen Mittwoch feiern sie das Fest ihrer Gnadenhochzeit. Begonnen hat die Geschichte des Paars in den zwischenzeitlich geteilten Hälften Deutschlands. Der 89-jährige Jubilar ist im ostdeutschen Sachsen aufgewachsen. Nach seiner Geburt in Brandis bei Leipzig zog die Familie zunächst nach Sachsen, später nach Grimma. Er schildert, dass die Kindheit sei nicht leicht gewesen sei, da sein Vater in Russland gefallen war. So habe er nach dem Schulunterricht bei einem Bauern arbeiten müssen, um für den Lebensunterhalt zu sorgen.
Seine in Grimma begonnene Lehre als Bauschlosser hat er nach der Flucht im Jahr 1954 in den Westen in Bonn-Beuel abgeschlossen: „Ich habe in der Ausbildung 80 Deutsche Mark monatlich bekommen – das war ziemlich genau das, was ich für mein möbliertes Zimmer bezahlen musste.“ Beim Tanzen hatte er dann eine Morsbacherin kennengelernt, die ihm verriet: „Ich habe auch noch eine kleine Schwester.“ Die brachte sie am nächsten Wochenende mit in die kleine Wirtschaft. Die Jubilarin erinnert sich: „Nach dem ersten Rock 'n' Roll waren wir unzertrennlich.“

Am Tag der Trauung ist das frisch vermählte Paar nach Volperhausen gezogen.
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In der Morsbacher Ortschaft Steimelhagen geboren, hatte die gelernte Hauswirtschafterin durch die Vermittlung ihrer Schwester eine Stellung im Haushalt eines Cafés bekommen. Von dort hatte sie ihrem Geliebten immer Brötchen mitgebracht, da dieser nach dem Abzug der Miete kaum etwas zum Leben übrig hatte. Recht bald waren sich die beiden einig, heiraten zu wollen. Christian Hüttling schmunzelt: „Das war gar nicht so einfach – ich musste als 19-Jähriger erst einmal für mündig erklärt werden und meine Frau musste nachweisen, dass sie kochen und den Haushalt führen kann.“
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Noch am gleichen Tag der Trauung ist das frisch vermählte Paar nach Volperhausen gezogen – in die Nähe der Eltern der Braut – und hat bei denen erst einmal kräftig gefeiert. Im Jahr ihrer Hochzeit Tochter Monika geboren, vier Jahre später Sabine und weitere acht Jahre darauf Iris als Nesthäkchen. Während sich Helene Hüttling um Haus, Garten und die Kinder kümmerte, hatte ihr Mann am Ort sofort Arbeit als Schweißer bei einem Metallbauunternehmen gefunden und sich 1965 selbstständig im Behälterbau gemacht. Dankbar blickt er auf die 31-jährige Unternehmenszeit zurück: „Meine Töchter haben mir immer viel im Büro geholfen.“
Seit 1960 lebt das Paar im Elternhaus der Jubelbraut, nicht weit von der bisherigen Zweizimmerwohnung entfernt. Viel Freude hatte die Familie danach in dem großen Garten hinter dem Haus, unmittelbar an der Wisser. Der Jubilar berichtet von den vielen Bäumen, die er dort gepflanzt hat. Nun verbringen sie dort ihren Lebensabend und feiern ihre Gnadenhochzeit im Kreise der Familie.
Die Jubilare
„Wir haben uns all die Jahre geliebt“, beschreibt das Gnadenhochzeitspaar die Grundvoraussetzung für ihre 70-jährige Ehe. Zwar habe es auch Differenzen gegeben, erklärt der Bräutigam, doch niemals seien diese eskaliert.
Ganz besonderen Wert haben sie immer auf das „Zusammenwachsen“ gelegt. So sei es wichtig, aufkommende Probleme gemeinsam zu lösen. Ein weiterer Punkt sei das gemeinsame Verständnis von Sparsamkeit, das ihnen nun im Alter ein angenehmes Leben ermöglicht: „Wir waren niemals großhälsig.“

