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Skulpturen zum AnfassenZwei Künstlerinnen stellen aus

Im Kunstraum Markt 1 in Gummersbach zeigen Ute Hölscher und Gabriele Marl ab heute Skulpturen, Druckgrafiken und Fotografien.

Gabriele Marl und Ute Hölscher.

Gabriele Marl und Ute Hölscher.

Eine Begegnung in Düsseldorf

Als die Bergneustädter Bildhauerin Ute Hölscher und die Dortmunder Fotografin Gabriele Marl im vorigen Jahr bei einer Ausstellung in Düsseldorf ins Gespräch kamen, merkten sie fast unmittelbar, dass es passt. Ute Hölscher blickt zurück: „Wir mochten uns gleich und fanden die Exponate der jeweils anderen sehr schön. Gabriele fragte mich bei diesem ersten Austausch schon, ob wir nicht einmal gemeinsam ausstellen könnten.“ Gabriele Marl ergänzt: „Unsere Formensprache, das Reduzierte, nicht Üppige, funktioniert in der Kombination perfekt. Die Farbgebung, die klare Linienführung – das verbindet uns.“

Charon als Bronzeguss erstmals zu sehen

Wie gut die Druckgrafiken und Fotografien der Dortmunderin zu den Skulpturen der Oberbergerin passen und wie mühelos sie in einen Dialog kommen, erleben die Besuchenden von heute an in der Ausstellung im Kunstraum Markt 1. Jeweils rund 30 Werke zeigen die Künstlerinnen, einiges davon war bislang nicht öffentlich zu sehen. Charon, der oft düster dargestellte Fährmann, der die Seelen der Verstorbenen über den Styx in das Reich des Hades bringt, präsentiert Hölscher in Gummersbach als Bronzeguss zum ersten Mal. Die Bildhauerin hat Charon in ein kleines Papierschiffchen platziert, er ist jung, sieht aus, als würde er, während er langsam über das Wasser stakt, die Seelen leise singend begleiten. Ute Hölscher sagt: „Mein Charon begleitet die Seelen liebevoll-behutsam. Ich mag diese Vorstellung lieber als dieses traditionelle bedrohliche Bild.“

Die Farben Irlands im Eingangsbereich

Gabriele Marl zeigt im Eingangsbereich eine Serie von Druckgrafiken, die bei einem Arbeitsaufenthalt in Irland entstanden und nun zum ersten Mal Teil einer Ausstellung sind. „Die Farben Irlands“ sind hier nicht grün. Die Künstlerin hat Licht, Meer und Natur des späten Winters eingefangen, als die Natur gerade erst damit begann, zu Üppigkeit und Frische zurückzukehren. Mit den Blautönen und den erdigen Farben passen die Bilder perfekt zu den Skulpturen, die sie flankieren: „Der Gratwanderer“ trägt durch seine Körperhaltung Waghalsigkeit bei, „Die kleine Wächterin“ behütet die Exponate auf der anderen Seite.

Kunst zum Ertasten und Wahrnehmen

Gabriele Marl hat zudem ihre „Schwarzarbeiten“ mitgebracht, die sich ebenso wie Ute Hölschers Skulpturen haptisch begreifen lassen. Diese fast monochromen Fotografien weisen zarte Strukturen auf, so dass sie – geschützt von einer Schicht Schutzlack – vorsichtig ertastbar sind. „Mir geht es immer wieder um das Thema Wahrnehmung. Darum wollte ich den visuellen Eindruck meiner Fotoarbeiten um den haptischen erweitern“, erläutert die Fotografin. Wahrnehmung spielt auch bei Hölschers Figuren eine Rolle, denn deren Haltung und Mimik lassen Raum für Interpretation, bieten darüber Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen. Auch bei der Frage, was ihnen die Kunst bedeutet, finden die beiden Ausstellerinnen schnell eine gemeinsame Antwort: „Es gibt nichts anderes, das mich so tief zufrieden macht.“

Vernissage und Öffnungszeiten

Die Ausstellung von Hölscher und Marl wird heute um 19 Uhr im Kunstraum Markt 1 in der Marktstraße 1 in Gummersbach eröffnet. Zur Einführung spricht Maik Hensel, der Saxophonist Stephan Aschenbrenner begleitet die Vernissage musikalisch. Die Öffnungszeiten bis zum 29. November sind freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Die Künstlerinnen sind zu den Öffnungszeiten anwesend. (kpo)