Abo

WeltkindertagDie Gummersbacher Innenstadt war ein großes Kinderparadies

3 min
26.9.2026:
Weltkindertag in der City in GM.

Großes Gedränge herrschte am Samstag in der City.

Tausende Besucher kamen am Samstag zum Gummersbacher Fest am Weltkindertag. Wie kinderfreundlich ist die Stadt?

Viele Eltern glauben: Eine   glückliche Kindheit gibt es nur auf dem Land. Andere setzen auf die anregende Atmosphäre der Stadt. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte, also in der Kleinstadt. Am Samstag präsentierte sich Gummersbach jedenfalls beim Fest zum Weltkindertag als wahres Kinderparadies.

„Ziemlich gut“ findet Alanna Kockskemper, was in der Kreisstadt geboten wird. „Ich bin kein Stadtmensch, ich mag es familiär und nicht so anonym.“ Sie ist Jugendreferentin der Evangelischen Kirchengemeinde, aber derzeit in Elternzeit. Mit Ehemann und drei Kindern, das jüngste ist erst acht Monate alt, startet sie am Infostand des Stadtjugendamts ihren Gang durch die City.

Allerlei Action wartete auf die Kinder

Nur ein paar Schritte entfernt wartet allerlei Action auf die Kinder. Auf dem Cityparkplatz gibt es ein Ninja-Klettergerüst und einen Fahrradparcours. Letzteren betreibt der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs. Dessen Vorsitzender Thorsten Bandahl setzt sich für mehr Fahrradwege ein, weiß aber auch: „Ein Fahrradweg ist nur so sicher, wie sich die Kinder darauf bewegen können.“ Darum hat der ADFC auch eine Fahrradschule gegründet und besucht damit die oberbergischen Grundschulen.

Ohne Ehrenamt geht wenig, das zeigt sich beim Gang von Stand zu Stand auf Kaiserstraße und Moltkestraße. Rund 70 Institutionen beteiligen sich am 21. Gummersbacher Weltkindertag. Neben Schulen und Kitas sind zahlreiche Vereine vertreten. Etwa der Stutzenverein Dümmlinghausen-Hesselbach, der zum Schießen mit der Armbrust einlädt.

„Jedes Kind möchte zeigen, was es drauf hat“

Vereinschef Neudorf lebt als Familienvater gern in Gummersbach: „Bei uns an der Aggertalstraße in Dümmlinghausen gibt es keinen Durchgangsverkehr, und die Talsperre ist nur einen Kilometer entfernt.“   Neudorf wirbt beim Weltkindertag für den Schießsport: „Mein eigener Sohn ist sechs und kann keine Minute ruhig sitzen. Beim Schießen   lernt er sich zu konzentrieren.“ Die Zwillingsschwester trainiert bei der neuen vereinseigenen Tanzgruppe, den „Dümmlinghauser Platzpatrönchen“.

Vielleicht wird sie irgendwann einmal auf der Weltkindertagsbühne am Lindenplatz auftreten. Am Samstag moderiert Andre Kasel ein Programm voller Tanzvorführungen und ruft ins Mikro: „Jedes Kind möchte auf der Bühne zeigen, was es drauf hat.“ Die Eltern filmen die Moves mit dem Handy. Im Wechsel geben Kindermusikstars wie Senta Delliponti aus Berlin und Nils „Nilsen“ Mechlinski aus Dorsten kleine Konzerte.   Florian Arnds, der bei der Stadt die Jugendarbeit leitet und den Weltkindertag zum dritten Mal organisiert hat, sagt: „Die Kindergruppen ziehen mehr Publikum als jeder You-Tube-Act mit einer Million Followern.“

Für den neuen Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit ist es der erste Weltkindertag im Amt, für ihn   „das größte und schönste Fest“. Er glaubt, dass die Stadt Kindern und Jugendlichen auch sonst viel zu bieten hat, vom Spielplatz bis zum Jugendzentrum. Nachholbedarf sieht er eher dabei, dieses Angebot auch bekannt zu machen.

Angesichts des herrlichen Spätsommerwetters erwarten die Veranstalter im Laufe des Tages 10.000 Besucher. Auf ein bekanntes Gesicht muss man dennoch nicht lange warten. Die dreifache Mutter Alanna Kockskemper meint: „Wenn das Sprichwort gilt, es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen, dann hilft es, wenn man in einem Dorf wohnt.“