Ein Lindlarer Garten ist zu einem der 50 schönsten Gärten im deutschsprachigen Raum gekürt worden.
Vertrauen der KundenLindlarer Gartenbaubetrieb ist für seine Arbeit ausgezeichnet worden

Auch unter großen Bäumen kann man erfolgreich gärtnern. Frank Schroeder und seine Frau Nici Frank wissen, wie es geht.
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„Wir mögen eigentlich alle Pflanzen – außer vielleicht Giersch.“ Frank Schroeder lächelt, als er dies sagt. Der Garten- und Landschaftsbauer aus dem kleinen Örtchen Rölenommer in der Nähe von Lindlar-Linde hat auch allen Grund zu guter Laune, denn eine von ihm geplante und über vier Jahre gewachsene Grünfläche ist unter die 50 schönsten Gärten im gesamten deutschsprachigen Raum gewählt worden.
Der Wettbewerb heißt „Gärten des Jahres – die schönsten Privatgärten 2026“ und ist ein etablierter Award im Bereich der professionell gestalteten Privatgärten. Frank Schroeder und seine Frau Nici Frank haben mit einem Projekt teilgenommen, das sie in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft für einen Kunden realisiert haben: einen rund 350 Quadratmeter großen Waldgarten in Linde.
Bäume waren einen besondere Herausforderung
Sechs große Bäume standen bereits auf dem Grundstück und sollten in den Garten integriert werden. Das war eine besondere Herausforderung für den Gartenplaner, denn unter Bäumen wächst längst nicht alles. Doch Frank Schroeder ist ein Profi. „Ich kenne rund 2500 verschiedene Pflanzen und ihre Wachstumsbedingungen, in dem Punkt bin ich sozusagen ein Nerd“, verrät Schröder.
Er ist überzeugt: „Wenn uns die Kunden vertrauen und uns einfach mal planen lassen, dann bekommen sie mehr für ihr Geld, als wenn sie schon sehr konkrete Vorstellungen haben, die Wunschpflanzen dort aber keine guten Bedingungen hätten.“ In den Garten in Linde mit den bereits vorhandenen großen Bäumen setzte er unter anderem Funkien, Farne und Wildstauden wie den duftenden Nesselkönig, aber auch exotische Pflanzen wie die nordamerikanische Waldlilie.
Natursteinmauern aus Grauwacke
Hochwertige Natursteinmauern aus Grauwacke und Wegeinfassungen aus Totholz werden zu besonderen Hinguckern. Ein kleiner, neu angelegter Bachlauf sorgt für Wassermusik und wirkt sich positiv auf das Mikroklima im Waldgarten aus. Das Ergebnis ist nun mit vielen Bildern und einer Beschreibung der Arbeiten im Buch zum Wettbewerb zu bestaunen („Gärten des Jahres“ von Konstanze Neubauer und Susanne Wilborg, Verlag Callwey, 59,90 Euro). Ein Pluspunkt ist sicher, dass Frank Schroeder und Nici Frank einen Fokus darauf legen, die Gärten ökologisch aufzuwerten. Frank Schroeder konnte sich schon im Jugendalter im Garten der Eltern austoben. Der heute 61-jährige ist in Zeiten des Waldsterbens aufgewachsen, für ihn war schon früh klar, dass er nach dem Abi im ökologischen Bereich arbeiten wollte. „Das, was heute als Biodiversität gehandelt wird, habe ich in den Genen“, versichert er.
Er machte eine Ausbildung beim Grünflächenamt der Stadt Bergisch Gladbach und arbeitete anschließend beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Dort lernte er seine Frau Nici Frank kennen und lieben. Da er sich in seinen ökologischen Bemühungen von der Bürokratie der Kommunalverwaltung ausgebremst fühlte, wagte er die Flucht nach vorne und machte sich im Garten- und Landschaftsbau selbstständig.
Heute setzt er sich dafür ein, Gärten als Futterstätten für Insekten zu gestalten und optimale Voraussetzungen für Artenvielfalt zu schaffen. Bei dem Kundengarten der nun ausgezeichnet wurde, war die ökologische Vielfalt auch ein ausgewiesener Pluspunkt. Er zeigt, wie biodiverse Funktionalität und Ästhetik interessant miteinander verbunden werden können. Und lädt zum Nachmachen ein.
