Die Verfolger durften im Nümbrechter Kurpark ihre Ballons erst startklar machen, als der Fuchs abgehoben hatte. Wir waren im Korb dabei.
Besonderes BallonrennenFünfte Fuchsfahrt wird zur Verfolgungsjagd am Nümbrechter Himmel

Insgesamt zehn Ballon-Teams nahmen an der fünften Fuchsfahrt der Nümbrechter GWN teil. Ihr Ziel war das vom Fuchs ausgelegte Kreuz.
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„Das war eine tolle Fahrt – erlebnisreich und ganz entspannt“, schwärmt Stefan Wermann, Leiter der Finanzbuchhaltung bei den Nümbrechter Gemeindewerken (GWN), nach der fünften Auflage der Fuchsfahrt, die die GWN nach der Corona-Pandemie im jährlichen Rhythmus veranstaltet. Wermann ist begeistert, erstmals die bucklige Welt im Ballonkorb von Piloten Thomas Lepperhoff (Ballonsportclub Reichshof) aus luftiger Perspektive betrachten zu können: „Es ist genial, Oberberg so zu sehen – das ist eine ganz andere Welt da oben.“
Mehr als 200 Zuschauer beim Start im Nümbrechter Kurpark
Die Fuchsjagd ist nicht nur eine einfache Ballonfahrt, sondern hat spezielle Regeln. Der Fuchs – traditionell der GWN Ballon mit Lepperhoff als Piloten – startet als Erster im Nümbrechter Kurpark. Diesmal hatten sich zehn befreundete Piloten mit ihren Ballonen an der Veranstaltung beteiligt. Mehr als 200 Schaulustige verfolgten den Start im Kurpark neben dem Säulenbrunnen. Ziel ist es, ein etwa 20 mal 20 Meter großes Kreuz, welches der Fuchs nach seiner Landung auslegt, mit einem Sandsack zu treffen.

Die Verfolger machen sich auf der Ballonstartwiese in Nümbrecht startklar.
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Das hört sich leicht an, ist aber nicht ganz so einfach. Die Verfolger dürfen ihren Ballon nämlich erst dann aufrüsten, wenn der Fuchs abgehoben hat. In dieser zeitlichen Verzögerung liegt die Schwierigkeit, denn in unterschiedlichen Höhen weht der Wind nicht immer in der gleichen Richtung. So ist es die Kunst der Piloten, möglichst genau dem Kurs des Fuchses zu folgen – in der Hoffnung, dass der Wind sich nicht gedreht hat.
25 Minuten Verfolgung am Nümbrechter Himmel
Lepperhoff macht es seinen Verfolgern nicht leicht. Er bleibt relativ dicht über dem Boden, sodass ihn die Jäger auch schon mal aus dem Auge verlieren. Lepperhoff steigt nur auf eine maximale Höhe von 1800 feet, das sind etwa 550 Meter über dem Meeresspiegel und nur 150 bis 200 Meter über Grund. Während der Fahrt über eine nachgewachsene Kahlschlagsfläche äugt ein junges Rehkitz neugierig nach oben, bevor es sich unter die Bäume verkrümelt. Beinahe die Fichten-Spitzen streifend, setzt der Pilot nach 25-minütiger Fahrt auf einer Wiese zwischen den Nümbrechter Ortschaften Haan und Hömel zur Landung an.
Das Zielkreuz ist schnell ausgelegt, doch von den Verfolgern ist noch nichts zu sehen. Erst etwa zehn Minuten später zeigen sich die ersten über dem östlich gelegenen Nachbarwald. Keine Chance, das Zielkreuz noch zu erreichen. Drei weitere schaffen es zumindest auf die Wiese neben den Wald und werfen ihre sandgefüllten Marker. So scheinen die Sieger festzustehen, doch da taucht über den Wipfeln ein weiterer Ballon mit zwei Damen an Bord auf und schwebt fast über das Zielkreuz. Der Gewinner des GWN-Cup 2026 steht fest.
Es ist genial, Oberberg so zu sehen – das ist eine ganz andere Welt da oben.
Die Siegerehrung, die ansonsten im Rahmen des Lichterfestes stattfindet, wurde diesmal wegen des Kurparkumbaus in den Sportpark Nümbrecht verlegt, wo GWN-Geschäftsführerin Karina Tuttlies einen Imbiss für die Ballöner organisiert hatte. Zudem hatte GWN-Mitarbeiter Ralf Steinbrügge in Windeseile den Wanderpokal mit dem Namen des Siegerteams graviert, sodass Tuttlies ihn noch am gleichen Abend nebst Pokalen und Gutscheinen für das Bistro im Sportpark den drei Erstplatzierten übergeben konnte.
Auf das Siegertreppchen kamen Elise Kloss vom Aeronautic Team Waldbröl mit ihrer Beifahrerin Hannah Lepperhoff mit nur 29 Metern Ablage vom Zielkreuz, Platz 2 belegte Alexandra Klein-Teske (82 Meter) und Bronze gab es für Marcel Kehr (128 Meter). Zum Ende stand dann noch die zünftige Ballonfahrertaufe für Stefan Wermann an. Er heißt von nun an „Graf Stefan, Luftikus von Nümbrecht, Fuchsballonfahrer vom Bröltal und „Hoppel di Boppel„ gelandeter Grasnarbensenser zu Haan“.
