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Geschenk von StraßenkindUrlaubsmitbringsel erinnert Nümbrechterin an besondere Begegnung

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Die Strohpuppe erhielt Esther Rautenbach, als sie 1989 als Studentin in Indien unterwegs war, von einem Straßenkind als Geschenk.

Die Strohpuppe erhielt Esther Rautenbach, als sie 1989 als Studentin in Indien unterwegs war, von einem Straßenkind als Geschenk.

Das Strohpüppchen, das die Nümbrechterin Esther Rautenbach aus Indien mitbrachte, erinnert sie an eine ganz besondere Begegnung.

Esther Rautenbach ist eine Weltenbummlerin. Die Nümbrechterin liebte es schon als Studentin, die weite Welt zu erkunden. Damals, in den Zeiten als das Geld noch sehr knapp war, war jedes mitgebrachte Souvenir daher umso kostbarerer. Das Urlaubsmitbringsel, das sie für unseren Sommerwettbewerb ausgesucht hat, verbindet sich für sie allerdings mit ganz gemischten Gefühlen. „Als ich vom Wettbewerb las, ist mir sofort ein Strohpüppchen eingefallen, das ich 1989 von einem indischen Straßenkind beim Besuch des Taj Mahal in Agra geschenkt bekommen habe. Der Urlaub an sich war eher unschön, doch diese Begegnung ging mir nie aus dem Sinn.“

Papiere, Geld und Flugticket gestohlen

Die Nümbrechterin reiste damals mit Freundin Lydia nach Indien. Als Studentin der Indologie an der Kölner Universität sprach die angehende Ethnologin und Lehrerin gut genug Hindi, Tamil, Sanskrit und Urdu, um sich verständigen zu können. Da die Freundinnen gewarnt worden waren, nichts von Wert im Zimmer des billigen Hostels zu lassen, nahmen sie ihre Taschen zu einem Kinobesuch mit. Bei dieser Gelegenheit wurde Esther Rautenbachs Portemonnaie gestohlen. Geld, Flugticket und die Ausweispapiere waren weg, mussten mit großer Mühe und Hilfe der Deutschen Botschaft in Delhi neu beschafft werden.

Esther Rautenbachs Mutter schickte Geld, das in Rupien ausgezahlt wurde. „Das Flugticket, um nach Hause zu kommen, musste ich also auf dem Schwarzmarkt beschaffen, da ich ja keine Devisen mehr hatte, sondern nur in Rupien bezahlen konnte“, blickt sie zurück. Auch die Begegnung mit der indischen Polizei, wo sie den Diebstahl anzeigte, sei sehr unschön gewesen, sagt sie.

Dann, nach diesen turbulenten Erlebnissen, kam der Ausflug nach Agra. Diesmal waren die beiden Freundinnen ganz ohne Wertsachen aufgebrochen, zu frisch war der Schock über das Erlebte. „Wir haben uns auf ein Mäuerchen gesetzt und die Leute beobachtet. Zwei Kinder kamen zu uns und setzen sich neben uns.“

Straßenkinder bettelten

Die beiden Straßenkinder bettelten um Geld, Bonbons oder Kugelschreiber. „Nachdem ich Ihnen erklärt hatte, dass ich außer meiner Kleidung nichts bei mir habe, sagte das Mädchen ,Koi baat nahi’, sinngemäß übersetzt ,Das macht nichts - wenn du nichts für mich hast, habe ich etwas für dich.' Das hat mich sehr angerührt.“

Das Kind drückte ihr die kleine Puppe aus Stroh und Plastik in die Hand, die bis heute Teil einer Collage ist, als Erinnerung an diese Reise. „Immer wenn ich auf diese Collage schaue, fällt mir die Situation wieder ein, obwohl es schon so viele Jahre her ist. Dazu gehört auch noch der Moment, als die Kinder die vorher erbettelten Bonbons mit uns teilten.“

Die ganze Welt bereist

Nach Indien reist die Nümbrechterin heute nicht mehr. Dafür hat sie mit ihrem Ehemann Manfred Kranz und den Söhnen Dan und Ben die restliche Welt erkundet, sich unter anderem von der iranischen Gastfreundschaft begeistern lassen und ihre Söhne mit dem Fernweh angesteckt. Dan lebt und arbeitet in Tokio, Ben in Baltimore.


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