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150 aus 150Alphons Silbermann war ein bekannter Musiksoziologe

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Portrait des Kölner Soziologen und Publizisten Prof. Dr. Alphons Silbermann

Der Soziologe Alphons Silbermann im Jahr 1986. (Archivfoto)

Der Soziologe beschäftigte sich vor allem mit Musik, Kunst und Medien. An der Uni Köln war er Professor für Massenkommunikation.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 122. Teil der Serie geht es um den Soziologen und Publizisten Alphons Silbermann.

Bedeutung

Alphons Silbermann war ein bekannter Mediensoziologe. Er studierte in Köln sowie Freiburg Jura und ließ sich als Dirigent ausbilden. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er als Justizreferendar. Da er als Jude keine Zukunft in Deutschland sah, emigrierte Silbermann 1934 in die Niederlande und 1937 nach Frankreich, wo er von Gelegenheitsjobs lebte. 1938 ging er nach Australien, wo er mit seinem Vater Salomon die Fast-Food-Kette „Silver‘s Food Bar“ aufbaute und ein Hotel betrieb. Der wirtschaftliche Erfolg ermöglichte ihm zeitlebens finanzielle Unabhängigkeit.

1949 übernahm er eine Stelle als Dozent für Ästhetik und Musikkritik am staatlichen Konservatorium in Sidney. Seit 1952 leitete er in Paris ein Forschungsprojekt zur Radiosoziologie. 1958 kehrte er nach Deutschland zurück. Silbermann untersuchte in empirischen Forschungen, welche Auswirkungen die Medien auf die Gesellschaft haben und ob sich Aggressivität durch TV-Konsum steigert. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze, auch über Kunstsoziologie und Musik.


Alphons Silbermann

Geboren: 11. August 1909 in Köln

Gestorben: 4. März 2000 in Köln


Später widmete er sich der Soziologie des Alltags, etwa der Ausstattung von Badezimmern. Er schrieb über Antisemitismus und die Identität der Juden in Deutschland. Der gewandte Wissenschaftler schätzte den Diskurs und nutzte Talkshows, um über Themen aufzuklären, die ihm wichtig waren. Dabei verteidigte er vehement das Recht auf Andersartigkeit, wohl wissend, dass er als offen lebender Homosexueller und Jude gleich zwei Minderheiten angehörte.

Wirken in Köln

1958 erhielt Silbermann einen Lehrauftrag für Musiksoziologie an der Universität Köln. Gleichzeitig wurde er Dozent für Musikkritik an der Hochschule für Musik. 1962 erhielt er hier eine Honorarprofessur, 1964 folgte ein Ruf an die Universität Lausanne. 1970 berief ihn die Uni Köln zum Professor für Massenkommunikation und Kunstsoziologie. Silbermann begründete und leitete bis zur Emeritierung 1974 das Institut für Massenkommunikation.

Bemerkenswert

In seinen beiden Autobiographie-Bänden wählte er für die Schilderung seiner selbst die dritte Person.

Spuren in der Stadt

Der Weg an der Uni-Wiese im Inneren Grüngürtel ist nach ihm benannt.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.