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Exzellenzuniversität
Die Kölner Uni spielt wieder in der ersten Liga

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Der Campus der Universität Köln

Der Campus der Universität Köln

Die Hochschule gehört wieder zur deutschen Top-Elite. Ein Grund, auch insgesamt wieder selbstbewusster auf Köln zu schauen

Köln kann Exzellenz. Das darf man in einer Stadt, die sich gern und ausgiebig mit ihren Defiziten beschäftigt, ruhig einmal festhalten und feiern. Die Universität zu Köln gehört – sieben Jahre nach dem schmerzhaften Verlust des Exzellenz-Titels – wieder zur deutschen Top-Elite. Fünf Exzellenzcluster hatte sie bereits im vergangenen Jahr errungen, jetzt folgt der erneute Ritterschlag für die Universität als Ganzes. Köln spielt damit wieder in einer Liga mit Heidelberg, Aachen oder der LMU München.

Insgesamt gibt es nur 15 Exzellenz-Standorte in ganz Deutschland. Bis 2033 haben die Kölner aus dem Exzellenz-Topf knapp 100 Millionen Euro zusätzliche Förderung beantragt. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Forschung und im Wettbewerb um internationale Spitzenkräfte. Der Titel ist ein wichtiger Erfolg für die ganze Stadt. Fast 100.000 junge Menschen studieren an den Kölner Hochschulen, etwa 18.000 machen hier jedes Jahr ihren Abschluss. Eine Untersuchung ergab, dass rund die Hälfte von ihnen zumindest in den ersten Jahren nach ihrem Abschluss in Köln bleibt. Sie werden Ärztinnen und Ärzte, Lehrer, Forscherinnen, irgendwann Führungskräfte oder Unternehmer.

Ein großer Teil der Zukunft dieser Stadt sitzt also jeden Morgen in ihren Hörsälen. Umso erstaunlicher ist, wie wenig Köln in den vergangenen Jahrzehnten aus dieser Stärke machte. Heidelberg gilt als Universitätsstadt, Aachen als Wissenschaftsstadt, München als Forschungsstandort von Weltrang. Und Köln? Dom, Karneval, Medien, Kultur – vielleicht noch Chemie, Versicherungen und Ford. Wissenschaft jedenfalls gehört bislang kaum zu dem Bild, das die Stadt von sich selbst zeichnet. An Substanz für ein „Köln – Stadt der Wissenschaft“ fehlt es jedenfalls nicht. Die Universität zu Köln zeigt unter ihrem Rektor Joybrato Mukherjee mehr und mehr, was mit und aus einer starken Hochschule heraus entstehen kann.

Rektor Mukherjee hat einen erheblichen Anteil am Exzellenz-Comeback

Mit der neuen Adenauer School of Government warb die Uni gerade eine private Förderung von über 100 Millionen Euro ein. Ihr „Gateway“ hat mehr als 900 Gründungsvorhaben begleitet, fast 180 Start-ups sind daraus entstanden. Wissenschaft schafft eben nicht nur Renommee, sondern bringt kluge Köpfe, Kapital und neue Unternehmen in die Stadt.

Rektor Mukherjee hat auch einen erheblichen Anteil am Exzellenz-Comeback. Der gebürtige Dürener, international bestens vernetzt, kam 2023 nach Köln und machte die Rückkehr in die Exzellenz zu einem zentralen Ziel seiner Amtszeit. Er bündelte die Kräfte der Universität und richtete sie konsequent auf dieses Ziel aus. Dies wäre ohne die wissenschaftliche Arbeit der vergangenen Jahre nicht möglich gewesen, trägt aber deutlich seine Handschrift.

Dass Oberbürgermeister Torsten Burmester unmittelbar nach der Exzellenz-Entscheidung herzlich gratulierte und von einem großartigen Erfolg für Köln spricht, zeigt, dass im Rathaus angekommen ist, welche Bedeutung eine starke Universität für die ganze Stadt haben kann. Das war zuletzt nicht selbstverständlich. Als die Universität im vergangenen Jahr fünf Exzellenzcluster gewann und damit die Voraussetzung für den jetzigen Erfolg schuf, blieb eine vergleichbare öffentliche Reaktion von Henriette Reker jedenfalls aus.

Entscheidend wird sein, ob daraus auch ein engeres Verhältnis zwischen Rathaus und Universität entsteht und die Wissenschaft in Köln das Gewicht bekommt, das ihrer tatsächlichen Bedeutung entspricht. Die Universität spielt jedenfalls wieder in der ersten Liga. Köln könnte sich daran gewöhnen, diesen Anspruch auch an sich selbst zu stellen.