Der Dermatologe war bis zum Zweiten Weltkrieg Professor an der Universität zu Köln. Er forschte zur Bräunung der Haut.
150 aus 150Emil Meirowsky war bedeutender Forscher und Hautarzt

Emil Meirowsky erforschte die Bräunung der Haut.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 144. Teil der Serie geht es um den Dermatologen und Professor Emil Meirowksy.
Bedeutung
Emil Meirowsky war ein bedeutender Dermatologe. Er studierte Medizin in Berlin und Königsberg, praktizierte in Breslau und Paris. 1908 eröffnete er in Köln eine eigene Praxis und ein Labor. Dort erforschte er die Bräunung der Haut und gewann Erkenntnisse darüber, wie der Hautfarbstoff Melanin entsteht. Bereits 1906 konnte Meirowsky beweisen, dass die oberste Hautschicht den Stoff selbst bilden kann. Drei Jahre später fand er heraus, dass sich die Haut bei starker Hitze verfärbt („Meirowsky-Phänomen“). Zudem forschte er zum Syphilis-Erreger.
Im Ersten Weltkrieg diente er als Stabsarzt in der Luftwaffe. 1919 erhielt er einen Professorentitel an der Universität Köln, habilitierte 1920 und wirkte ab 1921 als nebenamtlicher Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten. 1934 entzog das NS-Regime Meirowsky als Jude die Lehrbefugnis, 1936 die Titelführung. 1939 emigrierte er mit seiner Frau Clara und seinen zwei Söhnen nach Großbritannien, wo er an einer Klinik arbeitete. 1947 siedelte er in die USA über und war bis 1952 Professor in Indianapolis. Er veröffentlichte mehrere Monographien und über 150 wissenschaftliche Beiträge.
Emil Meirowksy
Geboren: 9. März 1876 in Guttstadt
Gestorben: 22. Januar 1960 in Nashville
Wirken in Köln
Meirowsky war Vorsitzender des Kölner Ärztevereins. Seine Praxis führte er bis zum Berufsverbot 1938. Als letztes jüdisches Mitglied verließ er 1935 den Rotary Club Köln am Rhein. 1946 erhielt er einen Ruf an die Universität Köln, lehnte aber eine Rückkehr nach Deutschland ab, als er erfuhr, dass seine Tochter Lisamarie in Auschwitz ermordet worden war. Die Universität erinnerte er daran, dass es keinerlei „Protest gegen die Entfernung“ von „Kollegen jüdischer Abstammung“ gegeben habe.
Bemerkenswert
1910 veröffentlichte Meirowsky eine Studie über das Sexualleben von männlichen Studierenden und die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten bei ihnen. Er beteiligte sich finanziell an der Meirowsky AG seines Bruders Max, die dessen 1894 gegründetes Unternehmen für Isoliermaterial seit 1910 fortführte. 1919 erwarb Felten & Guilleaume das in Porz ansässige Unternehmen, das 1941 in Dielektra umbenannt werden musste.
Spuren in der Stadt
An der Fürst-Pückler-Straße in Lindenthal erinnert ein Stolperstein an Emil Meirowsky.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
