Die Nümbrechter Fußballerin Merle Barth genießt, dass sie in ihrer vierten Saison in Spanien zur Führungsspielerin geworden ist.
FußballMerle Barth fühlt sich bei Deportivo La Coruna pudelwohl

Die Nümbrechterin Merle Barth, hier im Spiel gegen Real Madrid, hat bei La Coruna das gefunden, was sie gesucht hat.
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Dass sich Merle Barth in Spanien pudelwohl fühlt, daraus hat die 31-jährige Nümbrechterin nie ein Geheimnis gemacht. Nur sportlich gelang es der Fußballerin in der spanischen Liga F noch nicht, ihr Können zu zeigen. Vor allem lag das an einer schweren Verletzung, die sie sich im Sommer 2022 kurz nach ihrem Wechsel von Turbine Potsdam zu Atletico Madrid zugezogen und sie zwei Jahre nahezu vollständig außer Gefecht gesetzt hatte.
Nachdem sie in der vergangenen Spielzeit in Madrid nicht über den Status einer Ergänzungsspielerin hinausgekommen war, entschied sie sich für einen neuen Club. Und der Plan ging auf: Bei Deportivo La Coruña sammelt Merle Barth nicht nur fleißig Spielpraxis, sondern ist mit ihrer Erfahrung auf Anhieb Führungsspielerin geworden.
Im Sommer zog es Merle Barth von Atletico Madrid an die Atlantikküste
13 Einsätze in 14 Ligaspielen, davon zwölf Mal als Innenverteidigerin in der Startelf – eine Bilanz, die sich Merle Barth genau so erhofft hatte, als es sie im Sommer von Spaniens Hauptstadt an die rund 600 Kilometer entfernte Atlantikküste in den Nordwesten der iberischen Halbinsel zog.
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„Es ist genau das, was ich gesucht und gebraucht habe nach der langen Verletzung. Ich komme endlich wieder in den Rhythmus, habe viele Spiele gemacht und eine Führungsrolle übernehmen dürfen. Persönlich war das halbe Jahr für mich ein großer Schritt nach vorne“, betont Barth und ergänzt: „Das Selbstbewusstsein kommt immer mehr zurück, das Selbstverständnis in den Aktionen ebenso. Natürlich merke ich, dass da noch Luft nach oben ist, aber ich bin ganz klar auf dem richtigen Weg. Es ist ein tolles Gefühl, endlich wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen.“
Bei der Eingewöhnung half, dass Merle Barth viel besser Spanisch spricht
Dass die Nümbrechterin nicht in allen Partien in der Startelf stand, lag an einer Erkrankung. Ansonsten galt: War Merle Barth einsatzbereit, spielte sie auch – und tat der jungen Mannschaft mit ihrer Erfahrung und Ruhe gut. Die Integration ging schnell, die Eingewöhnung lief hervorragend. „Es ist eine tolle Stadt, direkt am Meer und mit schönen Stränden. Ich fühle mich total wohl. Der Club und die Mädels haben es mir super einfach gemacht“, sagt die 31-Jährige. Das sei auch im Sommer 2022 bei Atlético Madrid so gewesen, doch diesmal hatte sie noch einen großen Vorteil im Gepäck: „Ich spreche die Sprache viel besser, das macht es deutlich einfacher. Persönlich und sportlich bin ich voll angekommen in A Coruña“, betont Barth.
Dabei sei ihr der Abschied aus Madrid menschlich nicht leichtgefallen. „Aber ich habe gemerkt, dass ich eine Veränderung brauche, dass ich mich sportlich wieder beweisen will. Dass ich mich im vierten Jahr in Spanien endlich in der Liga richtig präsentieren will. Und daher war es genau die richtige Entscheidung.“
Nümbrechterin steht in der Elf des Spieltages
Unterstrichen wird es mit der Tatsache, dass es die Innenverteidigerin einmal sogar in die Elf des Spieltags geschafft hat, obwohl Deportivo nicht zu den Top-Clubs der Liga gehört. „Das zeigt, dass es weiterhin geht und dass ich nach und nach an mein Leistungsniveau herankomme. Meine Aufgabe ist es, von hinten raus den Spielrhythmus zu kontrollieren“, berichtet Merle Barth.
Die vielen Talente auf dem Platz führen, das Spiel aufbauen – das liegt ihr nach all den Jahren und verschiedenen Stationen von Bayer Leverkusen über Turbine Potsdam bis hin zu Atletico Madrid. Allerdings sei die Mannschaft noch in der Findungsphase. „Wir haben viel Qualität und viele talentierte Spielerinnen, mussten aber auch schon Lehrgeld bezahlen und haben einige Punkte unnötig verschenkt“, bilanziert Barth und fügt an: „In der Rückrunde wollen wir mehr Siege einfahren, vor allem gegen die direkte Konkurrenz.“
Weiter geht es nach kurzer Winterpause bereits am Wochenende. Ein Heimspiel gegen den Tabellenfünften CD Teneriffa steht auf dem Programm. Gespielt wird übrigens im selben Stadion, in dem auch die Herren von Deportivo La Coruña in der Meisterschaft um Punkte kämpfen und das für 32.500 Zuschauer Platz bietet. „Natürlich könnten zu uns noch deutlich mehr Zuschauer kommen, aber das große Stadion ist mega, der Platz ist traumhaft und es macht einfach richtig Bock, dort zu spielen. Ich war früher schon immer beeindruckt, wenn wir mit Atletico zum Auswärtsspiel hier waren“, berichtet Merle Barth – und hat dieses Erlebnis im Trikot von A Coruña nun alle zwei Wochen. Als Stammspielerin und Führungsspielerin. So wie sie es sich erhofft hatte.

