Drei Künstlerinnen zeigen im Haus der Kunst in Nümbrecht Malerei, Skizzen und Installationen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.
Haus der Kunst in NümbrechtDrei Künstlerinnen zwischen Farbe, Form und Installation

Rike Stausberg ist die Verbindung zu den beiden anderen Künstlerinnen. Gemeinsam stellen die drei nun in Nümbrecht aus.
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Am kommenden Sonntag beginnt die nächste Ausstellung des Kunstvereins Nümbrecht im „Haus der Kunst“. Unter dem Titel „III Helsper-Müller. Kamlage. Stausberg“ werden Arbeiten dreier Künstlerinnen präsentiert. Bindeglied dabei ist die Gummersbacherin Rike Stausberg.
Gemeinsam und doch verschieden
Mit Bildhauerin Doris Kamlage aus Alfter (bei Bonn) ist sie seit Jahrzehnten befreundet, die Siegenerin Sabine Helsper-Müller hat sie vor etwa fünf Jahren über ihre Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Siegener Künstlerinnen und Künstler kennengelernt Rike Stausberg berichtet: „Doris Kamlage und mich verbinden ähnliche Lebenssituationen, aber in unserer Kunst gibt es keine Schnittpunkte.“
Denn die Werke von Stausberg strahlen zwar als Makrokosmos Ruhe aus, flirren aber im Mikrokosmos vor Details, von Farbimpulsen und Formen, lösen Emotionen aus. Ihr künstlerischer Ansatz stellt die Wirkmacht der Fantasie, Imagination und Intuition in den Mittelpunkt. Ein Betrachter sprach einst davon, ihre Bilder seien „busy, aber auf den Punkt“. Das englische „busy“, also eigentlich „beschäftigt“, hat Stausberg für sich mit kleinteilig-vielfältig übersetzt.
Zwischen den Spannungsfeldern
Die Bildhauerin Doris Kamlage hingegen belegt mit ihren schwarz-weiß-grauen, sehr klaren Installationen den hinteren Bereich im „Haus der Kunst“. Ihre Arbeiten erzählen von Spannungsfeldern zwischen Sollen und Sein, Sinn und Werten, Verlusten und Herausforderungen. Kleine Milchkartons sind auf ein Brett gesteckt und sprechen über kurze Botschaften zu den Ausstellungsbesuchern – mal mahnend, mal skurril, mal voller Humor. In der Mitte des Raumes gruppieren sich die „Evolutionsgewinner“. Große Milchkartons, uniform in grauen Filzstoff gehüllt. Sie gaukeln durch ihre lockere Anordnung Vielfalt vor, sind aber in ihrer Gleichheit vollkommen austauschbar, anonym. Eine Installation, die zu Diskussionen anregt, beklommen macht, stellt man sich vor, dies könnte eine Zukunftsvision der Künstlerin sein.
Im vorderen Bereich des Ausstellungsraums wiederum hängen, gegenüber von Rike Stausbergs Werken, die Beobachtungsskizzen von Sabine Helsper-Müller. Bunte Striche, Wirbel und transparent-abstrakte Farbflächen werden durch die strenge Anordnung der Bilder und ein einheitliches Format zur Ruhe gebracht. Helsper-Müller geht es in ihrem Schaffen um die Vertiefung der Wahrnehmung – auch in Richtung der Betrachtenden, die zu unterschiedlichen Interpretationen und darüber ins Gespräch kommen dürfen. Die Siegener Künstlerin sagt, sie male stets im Freien: „Wenn ich dort alles an Eindrücken aufgenommen und auf die Leinwand gebracht habe, weiß ich: Ich bin fertig.“
Rike Stausberg gibt zu, genau davon fasziniert zu sein: „Wo ich mit meinem Werk hinmöchte, weiß ich zunächst nicht. Daher fordert es mir echte Disziplinierung ab, letztlich zu einem Ende zu finden.“
Die Vernissage findet statt am Sonntag, 6. September, um 15 Uhr im Haus der Kunst, Jakob-Engels-Weg 2. Am Sonntag, 4. Oktober, wird um 15 Uhr zur Finissage eingeladen. Öffnungszeiten sind immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Spende zur Unterstützung des Nümbrechter Kunstvereins ist willkommen.
