Der Rat der Gemeinde Reichshof hat die Gebühren für die OGS erhöht, höhere Einkommen werden dabei stärker belastet.
Eltern müssen mehr zahlenReichshof erhöht Beiträge für OGS

Hausaufgabenbetreuung ist eine Aufgabe der OGS. In Reichshof müssen Eltern für die OGS künftig mehr bezahlen.
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Eltern, deren Kinder das Angebot einer der vier Offenen Ganztagsschulen im Primarbereich in der Gemeinde Reichshof nutzen, müssen ab Sommer tiefer in die Tasche greifen. Die Beiträge werden um rund zehn Prozent angehoben. Zudem sind die Beitragssätze künftig in elf statt bisher neun verschiedene Einkommenskategorien aufgeteilt. Im oberen Einkommensspektrum werden zwei zusätzliche Stufen eingezogen. All das hat der Gemeinderat bei sechs Gegenstimmen (FWO, Linke) beschlossen.
Bisher war Stufe 9 die höchste: Alle Familien mit einem gemeinsamen Bruttojahreseinkommen von mehr als 74.800 Euro wurden mit dem Höchstsatz zur Kasse gebeten. Ab dem kommenden Schuljahr fallen Familien mit Einkommen von 74.801 bis 81.900 Euro in die Gruppe 9. Neu sind zwei darüber installierte Stufen: die zehnte bis 89.000 Euro Einkommen, die elfte für alle, deren Einkommen darüber liegt.
Ohne Erhöhung hätte es einen Fehlbetrag von 50.000 Euro gegeben
Handlungsbedarf ergab sich aus den OGS-Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr: Ohne Anpassung der Elternbeiträge wäre ein Fehlbetrag von knapp 50.000 Euro entstanden – Geld, das sonst über den Gemeindehaushalt auf alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde hätte verteilt werden müssen.
Wie viele Kinder pro Schuljahr die OGS-Angebote an den vier Reichshofer Grundschulen in Eckenhagen, Denklingen, Wildbergerhütte und Hunstig wahrnehmen, lässt sich im Vorfeld kaum kalkulieren, da es zwar einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter gibt, aber keine Pflicht, das Angebot auch wahrzunehmen. Klarheit herrscht erst, wenn die Anmeldungen eingegangen sind. Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, die Elternbeiträge pauschal um 15 Prozent quer durch alle neun schon existierenden Stufen der Jahreseinkommensgruppen zu erhöhen. Das hätte zwar den Fehlbetrag nicht ganz getilgt, ihn aber auf rund 13.000 Euro gesenkt.
Gebühren steigen um zehn Prozent
Alternativ setzte sich aber letztlich der Gegenvorschlag der CDU durch: eine Erhöhung um zehn Prozent bei gleichzeitig stärkerer Differenzierung im oberen Einkommensbereich. „Wir begrüßen diese Gebührenerhöhung ausdrücklich nicht“, sagte Benjamin Häcke, der den CDU-Vorschlag vorstellte, „aber gleichzeitig stehen wir für eine verlässliche und qualitativ gute Betreuung.“ Diese Investition in die Zukunft der Kinder sei keinesfalls als ein Nebenthema zu betrachten. Die notwendige Erhöhung jetzt erst einmal auszusetzen, würde das Thema lediglich verschieben, „spätestens im Haushalt 2027 würde uns diese Entscheidung wieder einholen“.
Für das kommende Schuljahr liegen den vier Grundschulen 210 Anmeldungen vor; 241 OGS-Plätze stehen insgesamt zur Verfügung. Wie hoch die Einnahmen aus der neuen Beitragsstruktur sein werden, ist zurzeit noch gar nicht klar. Zunächst muss die Verwaltung abfragen, wie viele Eltern in die Kategorien 9, 10 und 11 fallen.
Zurzeit sieht die Verteilung noch so aus: 38 Prozent der Beitragspflichtigen befinden sich in der untersten Einkommensstufe (bis 25.000 Brutto-Jahreseinkommen), 31 Prozent in der bisherigen höchsten Einkommensstufe. Die restlichen 31 Prozent verteilen sich auf die Einkommensstufe 2 bis 8.
