Zum 1. August steigen in Wipperfürth die Elternbeiträge für Kita und Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Der Erhöhung trifft aber nur Eltern, die mehr als 61.000 Euro brutto im Jahr verdienen.
Höhere BeiträgeKita und OGS werden in Wipperfürth für manche teurer

Ein Kindergarten-Symbolbild.
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Eltern in Wipperfürth, die jährlich brutto 61.000 Euro oder mehr verdienen, müssen ab 1. August höhere Beiträge für einen Kindergartenplatz oder eine Tagesmutter und für eine Betreuung in der Offenen Ganztagsschule zahlen.
Mit steigenden Einkommen erhöhen sich die Elternbeiträge um Summen zwischen zehn und 26 Euro im Monat für die Kita und zwischen sechs und 55 Euro für die OGS. Alle, die weniger als 61.000 Euro verdienen, bleiben von einer Erhöhung verschont.
Lange und kontrovers geführte Diskussion
Das ist das Ergebnis einer langen und kontrovers geführten Diskussion im Wipperfürther Rat am Dienstagabend. Am Ende gab es eine knappe Mehrheit für zwei entsprechende Anträge von SPD, UWG und Grünen, denen auch die AfD und das BSW zustimmten. CDU und FDP votierten dagegen. SPD-Fraktionschef Frank Mederlet erklärte, dass man in Wipperfürth an einer familienfreundlichen Politik festhalten wolle, das sahen auch UWG und Grüne so.
Die Verwaltung hatte stattdessen empfohlen, die Elternbeiträge für alle Einkommensgruppen pauschal um zehn Prozent zu erhöhen, ausgenommen Haushalte mit weniger als 19.000 Euro Jahreseinkommen – sie zahlen ohnehin keine Beiträge.
Kämmerer erinnert an die Haushaltslage
Fachbereichsleiter Marius Marodel erklärte, es handele sich um die ersten Erhöhung der Kita-Gebühren seit zehn Jahren. Die Stadt müsse steigende Kosten stemmen, die vorgeschlagene Erhöhung sei sozial abgestuft. Auch mit dem neuen Beitragsmodell stehe Wipperfürth im Vergleich zu anderen Kommunen gut da. Kämmerer Jens Groll riet angesichts der schlechten Haushaltslage dringend zu dem Verwaltungsvorschlag. Andernfalls wälze man die höheren Kosten auf die Allgemeinheit ab.
Unterstützung kam von der CDU und der FDP. Simone Ackerschott (CDU) zeigt sich verärgert, weil UGW und Grüne am 22. April im Schul- und Sozialausschuss mit der CDU für eine zehnprozentige Erhöhung der OGS-Beiträge gestimmt hatten. Damit , so Ackerschott, werde die Last auf alle Schultern verteilt, wobei starke Schultern mehr tragen würden. Der Gegenvorschlag von SPD, UWG und Grünen sei nicht seriös gerechnet.
„Wir sind in einer Zwickmühle“, sagte AfD-Fraktionsvorsitzende Sabine Förster. Statt die Eltern stärker zu belasten, solle man lieber bei Großprojekten sparen. Im Frühjahr 2027 soll die Verwaltung berichten, wie sich die Einnahmen durch die neuen Beitragssatzungen entwickeln.
