Das fünfköpfige Ensemble aus dem Ruhrgebiet begeisterte in der Pfarrkirche St. Michael mit einem abwechslungsreichen „Konzert zum neuen Jahr“.
Kirchenmusik in WaldbrölOpella Nova macht Mut, nicht verzagt zu starten in das neue Jahr

Bereits zum dritten Mal in seiner Geschichte gastierte das Ensemble Opella Nova in der Waldbröler Pfarrkirche St. Michael.
Copyright: Michael Kupper
Mit einem „Konzert zum neuen Jahr“ hat das Vokalensemble Opella Nova aus dem Ruhrgebiet am Sonntag in der Waldbröler Pfarrkirche St. Michael sein Publikum begeistert. Organisiert hatte dies der Verein zur Förderung der Kirchenmusik an St. Michael. Zu Beginn begrüßte Kirchenmusiker Michael Bischof die fünf Sängerinnen und Sänger, die bereits das dritte Mal in der Marktstadt gastierten, und lud die rund 60-köpfige Zuhörerschar dazu ein, unter dem Motto „Wie neu die Tage klingen“ eine Kombination aus Musik und Lyrik zu genießen, verbunden mit den besten Wünschen für ein friedvolles neues Jahr.
Von Max Regers Stück „Das alte Jahr vergangen ist“ vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu „Ein Lied zum neuen Jahr“ von Leonhard Lechner aus dem 16. Jahrhundert spannte das Ensemble mit Vera Straetmanns (Sopran), Susanne Riedinger (Mezzosopran), Beate Jordan (Alt), Adrian Kroneberger (Tenor) und Stefan Wolf (Bariton) einen Bogen über rund 400 Jahre voll mit musikalischen Betrachtungen des Jahreswechsels. Dieses Wechselspiel hielten die Sängerinnen und Sänger während des Konzertes aufrecht.
Opella Nova ist in Waldbröl ein gern gesehener Gast in der Reihe der Kirchenmusik
So folgte auf die Renaissance-Variante des Psalms 96 mit „Cantate Domino“ von Orlando di Lasso der Sprung in die Neuzeit zu „I wonder as I wander“ von Sir John Rutter, der sich bei einer Wanderung unter dem großen Himmel fragt, warum Jesus als Retter kam, um für die Menschen zu sterben. Und so groß wie die Bandbreite der vorgetragenen Lieder war auch die Auswahl der Gedichte, die Stefan Wolf und Vera Straetmanns rezitierten.
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Beginnend mit Mascha Kalekos „Rezept“ über Erich Kästners „Der Weihnachtsabend des Kellners“ und „Die Heiligen Drei Könige“ von Heinrich Heine machte das Ensemble Mut, nicht verzagt in das neue Jahr zu starten, was sich in Theodor Fontanes „Herze, wag's auch du“ deutlich ausdrückt.
Gegründet worden ist Opella Nova 2003 von Absolventen verschiedener Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen, vorwiegend singt man a-cappella mit Schwerpunkten auf der Musik des Barock und zeitgenössischen Kompositionen. Auch in der Waldbröler Kirche benötigten die Sängerinnen und Sänger keinerlei elektronische Verstärkung.
Ein Glanzpunkt war die Integration des Psalms 126, arrangiert von Michael Bischof, in das Lied „Eine feste Burg ist unser Gott“, dessen Strophen das Ensemble von drei Komponisten vom 15. bis zum 17. Jahrhundert präsentierte. Bischof erklärte später, dass ihn das Ensemble darauf angesprochen habe, weil er selbst ebenfalls komponiere. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten dessen Uraufführung, und Beate Jordan kündigte an, dass das keine Eintagsfliege sei. Diese Kombination soll auch bei kommenden Konzerten ihren Platz finden.
Das Ensemble hatte darum gebeten, auf Applaus zwischen den Darbietungen zu verzichten, damit die fließenden Übergänge nicht gestört würden. Umso kräftiger gab es diesen nach „Herr, auf dich traue ich“ von Heinrich Schütz am Ende des gut einstündigen Konzerts. Oella Nova revanchierte sich prompt mit einer amüsanten Zugabe.

