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LiedermachertagenWaldbröler Zahnarzt nahm Alben mit Foo-Fighters-Musiker auf

Der pensionierte Zahnarzt Axel Fischer spielt heute bei den Liedermachertagen erstmals mit voller Band – und erzählt von Foo-Fighters-Gast Rami Jaffee und Bob Dylan.

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Heute um 20 Uhr stellt Axel Fischer bei den Bergneustädter Liedermachertagen seine Songs vor.

Er ist tatsächlich ein Doktor, und zwar der Zahnmedizin. Drei Jahrzehnte lang hat Axel Fischer (67) in Waldbröl praktiziert. Vor sechs Jahren ging er in den Ruhestand. Wenn er heute die Instrumente auspackt, will er keine Zähne heilen, sondern Seelen, sozusagen.

Heute Abend tritt „doc axel f." bei den 12. Liedermacher-Tagen in Bergneustadt auf, es gibt noch Karten an der Abendkasse. Im Krawinkel-Saal nutzt er die große Bühne, um seine Songs nicht wie sonst solo oder im Duo, sondern mit einer vollen Bandbesetzung aufzuführen. Neben dem Wiehler Gernot Krauss an Akustik- und E-Gitarre gehören dazu die Waldbröler Carsten Boger (Bass) und Martin Schulte (Akkordeon), die Sängerin Melina Kyranoudis aus Wiehl und der Perkussionist Laurenz Breuer aus Köln.

Alben mit Foo-Fighters-Musiker aufgenommen

Damit knüpft Fischer an den Sound der beiden Alben an, die er 2016 und 2019 im Drabenderhöher Studio von Robert Schuller aufgenommen hat. Dort gehen auch namhafte Rockmusiker ein und aus, etwa die Brüder Wingenfelder von Fury in the Slaughterhouse, aber auch Rami Jaffee war mehrmals in Drabenderhöhe. Der US-Musiker tritt sonst mit den Foo Fighters weltweit in Stadien auf, kennt aber keine Starallüren. So ergab es sich, dass er bei beiden Alben von doc axel f. mitwirkte und Keyboards und Akkordeon einspielte.

„Nachdem er ein paar Akkorde gehörte hatte, sagte Rami: Ja, okay, ich mache mit", erinnert sich Axel Fischer. Zudem vermittelte Jaffee den Kontakt zu der Violinistin Jessy Greene, die in Los Angeles ihren Beitrag einspielte. „Da war ich natürlich auf Wolke sieben", schwärmt der Waldbröler Musiker noch immer.

Hilfreich war sicher, dass Rami Jaffee war früher zu den Wallflowers gehörte, einer Band, die Axel Fischers Musik sehr viel näher ist als der Indierock der Foo Fighters. Sänger der Wallflowers ist wiederum Jakob Dylan, der Sohn des Folkmaestros Bob Dylan.

Das Album „Strandgut".

Hier schließt sich ein Kreis, denn Vater Dylan ist ein musikalischer Leitstern für den Songwriter Fischer: „Ich liebe ihn, er ist der Größte." Sicher, man müsse Dylan auch lieben, um nicht enttäuscht zu sein von den kargen Shows des amerikanischen Musikpuristen, sagt Axel Fischer und lacht. Zwei Dylan-Songs gehören zum Programm im Krawinkelsaal.

Deutsche Texte über Liebe, Leidenschaft und Moral

Die Dylan-Verehrung hört man Fischers eigenen Songs nicht sofort an. Mit ihren lakonisch vorgetragenen deutschen Texten erinnern sie eher an Element of Crime. „Es geht um Liebe, Leidenschaft und Moral", sagt der Waldbröler Musiker. Die Lieder seien sicher melancholisch, hätten aber immer auch eine „positive Message", betont Fischer. Und Humor, etwa wenn er aus gegebenem Anlass übers Älterwerden singt. „Am Ende sollte man zu sich selbst stehen, egal wie alt man ist."

So hat es Axel Fischer schon in jungen Jahren gehalten, als er am Gymnasium im niederrheinischen Hückelhoven zweimal sitzen blieb, weil er lieber „mit der Gitarre Mädchen beeindrucken" wollte als zu lernen.

Doch erst Jahre später, mit Mitte 40, inzwischen in Waldbröl angekommen, ging Fischer damit auf die Bühne. In den ersten Jahren wurde er oft von Dieter Szametat begleitet, der damals nach einem schweren Unfall sich erst mit der Bluesharp und dann mit der Slideguitar zurückkämpfte.

Noch so eine Geschichte. Anders als Bob Dylan erzählt Axel Fischer gern die ein oder andere Anekdote zwischen den Liedern. „Wir haben für das Konzert in Bergneustadt eine lange Setlist. Vielleicht muss am Ende ein Song unter den Tisch fallen." (rtz)