Die Eigentümer des Grundstücks an der Kaiserstraße hoffen, dass der Betrieb als Tankstelle fortgeführt werden kann. Gebaut wurde diese 1960.
Zwischen Abbruch und NeustartWas geschieht mit historischer Esso-Tankstelle in Waldbröl?

Die Esso-Tankstelle an der Waldbröler Kaiserstraße steht offenbar auf der Kippe. Zurzeit laufen die Verhandlungen, ob der Betrieb als Tankstelle fortgeführt werden. Die Betreibergruppe will sich aus der Markstadt indes zurückziehen.
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Was geschieht mit der markanten und Jahrzehnte alten Esso-Tankstelle an der Kaiserstraße im Waldbröler Stadtzentrum? Wohl etwas vorschnell hat die Stadtverwaltung bekanntgegeben, die im Jahr 1960 errichtete Tankstelle werde am Donnerstag, 29. Januar, geschlossen und danach dem Erdboden gleichgemacht. „Das wäre tatsächlich der schlimmste Fall – es ist eine von mehreren Möglichkeiten“, betont Nilay Kriesing von der Immobilienberatung CBRE mit Sitz in Berlin. Auftraggeber dieses Dienstleisters ist die Hamburger Echo-Tankstellen GmbH, die 2018 bundesweit alle Esso-Tankstellen gekauft hat und seither betreibt.
Die Waldbröler Station ist eine von heute nur noch drei Esso-Stationen im Oberbergischen Kreis, die beiden anderen sind in Lindlar. „Die Zukunft des Standorts in Waldbröl ist zurzeit noch völlig in der Schwebe“, sagt Kriesing. „Es ist ebenso gut möglich, dass die Tankstelle bleibt – allerdings wird nicht Echo-Tankstellen den Betrieb weiterführen. Echo wird gehen.“ Wer mit der Suche nach einem Nachfolge-Unternehmen beauftragt sei, könne sie indes nicht sagen, ergänzt die Berlinerin. Die Eigentümer der Grundstücke an der Kaiserstraße hätten jedoch ein starkes Interesse daran, dass der Standort weiterhin geöffnet bleibe.
Für die Echo-Gruppe verweist Sprecher Christian Lange derweil auf Anfrage darauf, dass das Betreiber-Unternehmen keine Stellungnahme abgebe zu einzelnen Standorten oder möglichen betrieblichen Veränderungen auf Filialebene.
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Eigentümerfamilie will die Nutzung des Grundstücks in Waldbröl als Tankstelle erhalten
Die etwa 1700 Quadratmeter große Fläche gehört der Waldbröler Familie Seifer. „Anfang der kommenden Woche wissen wir dazu hoffentlich mehr“, erklärt Georg Seifer auf Anfrage der Redaktion und berichtet, dass es einen Interessenten für das Gelände gebe, der in Hermesdorf ebenfalls eine Tankstelle unterhalte.
Seifer und seine Ehefrau Marlie haben die Tankstation 1972 übernommen und bis in den August 1996 selbst geführt: Danach übernahm eben der Hamburger Mineralölkonzern Esso die Zapfsäulen, sanierte die Anlage und baute diese komplett um. Die Baugenehmigung dafür war nach Angaben der Stadtverwaltung schon 1954 erteilt worden.
Tankstelle war in Waldbröl einst ein beliebter Treffpunkt für Nachtschwärmer
Die Gerüchte, dass die nahezu historische Tankstelle dichtgemacht werde, machen bereits seit einiger Zeit in der Marktstadt die Runde. So war diese einst bei vielen Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmern beliebt, denn sie war früher 24 Stunden geöffnet und ein beliebter Treffpunkt für einen Absacker nach einer durchtanzten Nacht in der Diskothek „Flash“.
Um das Jahr 2014 und nach mehreren Wechseln des Namens ist die Großraumdisko an der Robert-Bosch-Straße im Gewerbe- und Industriegebiet Boxberg geschlossen worden, viel Nostalgie ist im Spiel bei jedem, der sich heute daran erinnert. Und sich eben nun um die Zukunft der Esso-Tankstelle sorgt. Nicht äußern möchte sich dagegen der aktuelle Pächter der Tankstelle: Er dürfte nichts dazu sagen.
Mitte dieser Woche hat das in Braunschweig ansässige Ingenieurbüro Lhotzky und Partner bekanntgegeben, es sei mit der Abwicklung der Anlage beauftragt und bereite derzeit den Rückbau der Tankstelle vor. Man stehe in Kontakt mit den Behörden und hole derzeit die benötigten Genehmigungen ein, schildert Projektmanager Karsten Schrader auf Anfrage. „Sollte es zu einem Rückbau kommen, werden wir das Grundstück so herrichten, dass es danach für jegliche neue Nutzungen zur Verfügung steht.“
Auf Nachfrage bestätigt der Oberbergische Kreis, dass das Kreis-Umweltamt den Abbruch begleite, sollte es dazu kommen.


