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Gastro-TippIm Eschmarer Brauhaus in Troisdorf gibt es gutbürgerliche Küche mit Finesse

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Auf der Karte stehen deftige Speisen wie Cordon Bleu oder Currywurst.

Auf der Karte stehen deftige Speisen wie Cordon Bleu oder Currywurst.

Cordon Bleu mit Blutwurst oder Tomate-Mozzarella, 650-Gramm-Koteletts, Hämmchen und Reibekuchen – Das Gasthaus ist ein Herzensprojekt des Inhabers.

Das Eschmarer Brauhaus ist weit mehr als die klassische Gastwirtschaft im Ort; es ist das Herzensprojekt des Zimmermeisters Olaf Piprek, der ein modernes Ambiente mit gastronomischer Leidenschaft vereint. Das Essen lockt Gäste aus Köln und Bonn an, der bayerisch-kölsche Küchenchef sorgt für Abwechslung auf der Menükarte.

Eröffnet hat Gastwirt Olaf Piprek das Brauhaus mitten in der Corona-Zeit, im November 2021. Die alten Mauern der ehemaligen Kneipe „Op d'r Eck“ hatten zuvor eine Renovierung erfahren. „Die Wirtschaft ist seit 1884 als Waschhaus mit Bierausschank bekannt. Ich habe sie umfassend saniert und neue Wände um die Außenmauern herum gebaut“, erzählt Piprek. Sein Hauptberuf ist Zimmermeister und Hochbautechniker, er hat das Brauhaus von seiner eigenen Firma gepachtet.

Inhaber Olaf Piprek: „Wollte ein Ambiente schaffen, das auch Jüngere anzieht“

Durch die hohen Fensterfassaden fällt viel Licht ins Innere, die Wände sind neutral gehalten, lediglich die Möbel erinnern an typisches Brauhaus-Interieur. „Das ist bewusst modern gehalten, denn ich bin vorher durch viele Brauhäuser gezogen, die sehr rustikal waren. Das hat vor allem älteres Publikum angezogen, aber ich wollte ein Ambiente schaffen, das auch Jüngere anzieht“, sagt Priprek. Das Brauhaus hat drinnen 100 Sitzplätze, draußen 90, Parkplätze sind vorhanden.

Modernes Interieur erwartet die Gäste im Eschmarer Brauhaus.

Modernes Interieur erwartet die Gäste im Eschmarer Brauhaus.

Geführt habe er das Brauhaus vier Jahre lang mit einer Kollegin, die Anfang des Jahres jedoch aus der Partnerschaft ausgestiegen sei. „Ich hatte vorher keine Gastro-Erfahrung, sie hat mir alles beigebracht, ihr habe ich viel zu verdanken“, sagt Piprek.

Besuche steigen im Eschmarer Brauhaus jährlich um 30 Prozent

Die Gäste kämen vor allem wegen des Essens: „Jedes Jahr steigen die Besuche um 30 Prozent. Nur ein kleiner Teil ist in Eschmar ansässig, die meisten Leute kommen aus Köln, Bonn oder Euskirchen her – wir haben uns einen guten Ruf erarbeitet.“ Auch der Hämmchen-Club zu Kriegsdorf, der seit mehr als 30 Jahren Eisbein in hiesigen Gastwirtschaften testet, war bereits zu Besuch. Er verlieh 38 von 40 möglichen Punkten. „Es gab Abzüge, weil der Senf nicht der richtige war“, sagt Piprek schmunzelnd.

Auf seinen Koch setzt er trotzdem viel: „Die Gäste sind sehr zufrieden mit dem Essen, das haben wir ihm zu verdanken. Sie kommen wegen des 650-Gramm-Koteletts oder des Cordon Bleus, das wir mit Blutwurst oder Tomate und Mozzarella füllen. Wir erfinden das Rad nicht neu, aber das kommt gut an.“

Das Brauhaus serviert außerdem Bergische Currywurst mit Pommes Frites oder die hausgemachte Frikadelle mit Spiegelei. Fleischlastig wird es auch mit den Schweinefiletmedaillons an Champignonrahmsauce und Spätzle, dem Hüftsteak oder dem Grillteller mit Rind, Schwein und Pute. Schnitzel zählen ebenfalls zu den Spezialitäten aus der Küche.

Häufig wechseln die Gerichte für mehr Abwechslung auf der Menükarte: Jetzt im Winter schmecken Grünkohl mit Kartoffeln und Würstchen, die Rinderkraftbrühe mit Pfannkuchenstreifen oder der Schweineschulterkrustenbraten mit Klößen an Biersauce. Kölsche Klassiker sind Himmel un Ääd sowie Hämmchen mit Sauerkraut und Püree. Als fleischlose Alternativen serviert das Brauhaus Reibekuchen mit Apfelmus oder Rübenkraut, Käsespätzle mit würzigem Bergkäse oder Spinatknödel mit Rucola, Parmesan und Balsamico.

Das ist Koch Roman Behrens wichtig: „Ich habe 23 Jahre in München gelebt, wir wollen den Leuten das Gefühl geben, kulinarisch von zu Hause wegzukommen. Auch vegetarische Zutaten kann man richtig gut verarbeiten, vegan ist es ein bisschen schwieriger“, meint er. „Ich variiere die Knödelarten und koche bodenständig für eine gutbürgerliche Küche – früher konnten sich die Leute nicht so viel Fleisch leisten, heute achten viele auf ihre Ernährung und probieren selbst mal was aus.“

Eschmarer Brauhaus, Rheinstraße 86 in Troisdorf. Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag von 17 bis 22 Uhr, Freitag von 16 bis 24 Uhr, Samstag von 15 bis 24 Uhr, Sonntag von 12 bis 22 Uhr, Dienstag ist Ruhetag.