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Petition gestartetEltern wollen Kita-Plätze in Wipperfürth-Thier erhalten

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Das Foto zeigt das Gebäude der Kita in Thier.

Die Katholische Kindertagesstätte St. Anna in Thier. 

In Wipperfürth-Thier können vorerst keine neuen Kinder aufgenommen werden, weil die Kita im Dorf 14 Plätze streicht. Eltern haben eine Online-Petition gestartet

In Wipperfürth-Thier sollen 14 Kita-Plätze wegfallen (wir berichteten). Die Kita St. Anna – die einzige, die es in Thier gibt – wird damit zum kommenden Kita-Jahr keine neuen Kinder aufnehmen, zum großen Ärger der betroffenen Eltern. Statt bislang 44 wird die Kita künftig nur noch 30 Plätze haben.

Hintergrund ist ein Trägerwechsel und eine damit verbundene neue baurechtliche Genehmigung. In Wipperfürth sollen fünf der sechs katholischen Kitas künftig vom neuen Träger „Katholino“, einer Tochter des Erzbistums Köln, verwaltet werden.

Eltern wollen Bedarf vor Ort belegen

Am vergangenen Donnerstag fand ein Gespräch mit Vertretern der Eltern, der Kirche und der Politik statt. Aus Sicht der Eltern gab es dabei eine Reihe neuer Erkenntnisse. „Die Kirche wollte das Gebäude an die Stadt Wipperfürth verkaufen. Da die Quadratmeterzahl nicht ausreicht, wurden schon konkrete Architektenpläne entworfen durch das Architektenbüro Ommer und Ommer aus Lindlar, das Deutsche Rote Kreuz hätte die Trägerschaft übernommen, die Kirche hat das Architektenbüro bezahlt. Dann hat die Verwaltung neue Zahlen vorliegen gehabt und kommuniziert, dass die Stadt Wipperfürth genügend Kita-Plätze hat. Somit wurde der dann nicht mehr nötige Ausbau nicht umgesetzt“, berichtet Blanca Berghaus, eine Mutter aus Thier.

Die Eltern haben nun begonnen, eine Bedarfsanalyse für Thier zu erstellen, um die Nachfrage nach Kita-Plätzen vor Ort zu belegen. Weiterhin soll es Gespräche mit Bürgermeisterin Anne Loth und Vertretern aus Politik und Verwaltung geben. Beim Landschaftsverband Rheinland will man um eine Ausnahmeregelung für ein Übergangsjahr ersuchen, um diese Zeit für einen Anbau zu nutzen.

Umfangreiche Anfrage der SPD

„Die Vertreter der Politik haben uns versprochen, dass der politische Wille da ist und wir uns gemeinsam für den Erhalt der 44 Plätze stark machen“, sagt Berghaus.

Die Wipperfürther SPD-Fraktion hat zu dem Thema eine umfangreiche Anfrage an die Verwaltung gestellt. Die SPD will unter anderem Folgendes wissen: Wie ist der aktuelle Stand der Kita-Platz-Versorgung gegenüber der Planung? Wie hoch ist der Fehlbedarf? Seit wann ist der Trägerwechsel bekannt, wann wurde die Stadt informiert? Wer hat die Reduzierung des Platzangebotes in Thier veranlasst? Sind durch den Trägerwechsel aller katholischen Kitas zu Katholino weitere Reduzierungen zu befürchten? Waren der Verwaltung bauliche Mängel und fehlende Raumangebote bekannt? Gibt es Überlegungen der Stadt, die Trägerschaft der Kita in Thier zu übernehmen? Welche Angebote kann die Stadt betroffenen Eltern machen?

„Eine Angebotsreduzierung ist für die SPD untragbar“, so SPD-Fraktionschef Frank Mederlet. Um für den Erhalt der 44 Kita-Plätze in Thier zu kämpfen, haben betroffene Eltern eine Online-Petition gestartet. In nur wenigen Tagen haben dort bereits über 600 Menschen unterschrieben. Viele von ihnen haben dazu einen Kommentar geschrieben. Die Bedeutung einer Kita für das dörfliche und soziale Miteinander und für junge Familien werden dabei besonders häufig genannt.