Nach einer Pause von neun Jahren hat der Verein Wipp-Kids jetzt ein zweites Entenrennen veranstaltet. Doch das lief diesmal eher gemächlich ab.
RennspektakelDie Hochzeitsente der Rasselbande trudelt in Wipperfürth als erste ins Ziel

Großes Gedränge auf den Ohler Wiesen entlang der Wupper und ebenso auf dem Wasser: Die 143 Mutterenten erreichen beim Entenrennen in Wipperfürth eher gemächlich das grüne Zieltor.
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Auf den letzten Metern kommt Spiderduck vom rechten Kurs ab, verheddert sich prompt im Gestrüpp. Die Puschelente eilt dem Superhelden zu Hilfe – und bleibt ebenfalls stecken. Gut für die Hochzeitsente: Um 15.55 Uhr gleitet das Plastiktier gemütlich durch das grüne Zieltor. Solche Geschichten schreibt nur ein echtes Entenrennen – wie das des Vereins Wipp-Kids.
Am heißen Samstagnachmittag ist es nach einer Pause von neun Jahren zum zweiten Mal über die Wupper gegangen. Zwei Rennläufe gibt es: einen für die großen, die Mutterenten, und einen für die kleinen, die knallgelben Quietschentchen.

Für den Hauptlauf des Wipperfürther Entenrennens schütten die Organisatoren 5000 Enten ins Wupperwasser.
Copyright: Dennis Börsch
Die 143 Mutterenten gehören allen Kindertagesstätten und Schulen in der Hansestadt, zuvor haben mehr 106 Sponsorinnen und Sponsoren Patenschaften für diese Badetiere übernommen. „Wir wollten aber, dass keine Gruppe, keine Klasse leer ausgeht, und habe deswegen allen eine Ente gebracht“, betont Helmut Wagner, Vorstandsmitglied von Wipp-Kids. Und so gehen diese Tiere kunterbunt angemalt, wunderschön dekoriert oder mit vielen Extras ausgestattet ins Rennen – manche Ente hat ruckzuck Schlagseite, weil sie so vollgepackt ist.
In Wipperfürth dauert die Tour den Fluss hinab diesmal fast eine ganze Stunde
Das schnelle Brautpaar – Braut und Bräutigam in einer Ente – gehört der Blauen Gruppe in der DRK-Kita Rasselbande. Auf dem Bürzel folgen ihr die Ente der Biberklasse an der Grundschule in Wipperfeld und die der Klasse 9b am St.-Angela-Gymnasium. Und der Sponsorenpokal geht an das Versicherungsbüro von Oliver Martin.
Weil die Wupper an diesem Nachmittag indes besonders gemächlich fließt und die schwimmenden Kontrahenten unterwegs viel Gegenwind haben, dauert der Rennlauf fast eine Stunde statt der 40 Minuten aus den Probedurchgängen. Als Entenschubser sind Magdalena Bosbach und Tobias Wurth im Wasser und den Enten auf den Fersen. Am Ende ist’s ein spannendes Rennen Schnabel an Schnabel.

Ais luftiger Höhe und an einem Kran baumelnd erreichen die 143 Mutterenten den Start des Entenrennens in Wipperfürth.
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„Eine tolle Aktion, so was bringt Wipperfürth zusammen“, lobt Michi Luxem, der mit den Söhnen Leo und Malte kleine Rennenten auf die Piste schickt. Am Start halten auch Vater Jan Lopperich und Sohn Fynn (8) angestrengt Ausschau nach den Enten der Grundschule St. Antonius. „Ganz schön spannend“, finden es die beiden am Ufer, während über ihren Köpfen die Mutterenten herbeischweben: Sie hocken auf einem Gitter, das wiederum hängt an einem Kran.
Als der Verein Wipp-Kids Christoph Brochhaus fragt, ob der mal Badeenten mit dem Kran zu Wasser lassen will, zögert der Geschäftsführer von Nordhaus in Kürten keine Sekunde: „Hat man ja nicht alle Tage, sonst stelle ich mit dem Kran Fertighäuser auf.“ Im Hauptrennen dann schütten die Organisatoren und Kranführer Brochhaus unterhalb des Voss-Parkplatzes 5000 Enten ins Wupperwasser: Es gewinnt die Ente Nummer 5290.
Der Verein Wipp-Kids hat sich der Prävention von Gewalt verschrieben, für Kita und Schulen organisiert er Trainings in Sozialkompetenz, Theaterstücke gegen das Mobbing jeglicher Art und neuerdings auch Erste-Hilfe-Kurse. Mit dem Erlös aus dem Spektakel werden diese Angebote finanziert. „Eine wertvolle Arbeit“, urteilt Wipperfürths Bürgermeisterin Anne Loth und gibt den ersten Countdown vor.
„Wir waren schon bei der Premiere vor neun Jahren mit Tochter Maya dabei“, verrät Vanessa Börsch. „Und heute, zwei Kinder später, müssen wir natürlich wieder hier sein.“ So stehen nun auch Emmi (7) und Pauline (5) an der Wupper.
