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Online möglichWipperfürths Jugendamt erleichtert Meldungen der Kindeswohlgefährdung

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Jahrelange Gewalt und Kontrollversuche durch den Kindsvater können dazu führen, dass das alleinige Sorgerecht der Mutter zugesprochen wird.

Durchschnittlich eine Meldung pro Woche prüft das Wipperfürther Jugendamt. 

Datenschutzkonform können in Wipperfürth ab sofort Verdachtsfälle von Gewalt gegen Kinder digital gemeldet werden. 

Es soll auch ein Schritt sein in Richtung Digitalisierung. Aber zuvorderst geht es um das Kindeswohl, wie Jugendamtsleiterin Claudia Bluhm sagt. Seit Anfang April besteht die Möglichkeit, sogenannte 8-a-Verfahrens-Meldungen digital und datenschutzkonform über ein Online-Formular einzureichen. „Damit sind Meldungen gemeint, die eine mögliche Kindeswohlgefährdung betreffen, und die von ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern ebenso eingereicht werden können wie von Fachpersonal aus Kitas, Schulen oder anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen. Wir sind seit einiger Zeit im Rahmen der Qualitätsentwicklung innerhalb des Jugendamts unterwegs und erstellen dabei ein Handbuch für Verfahrensprozesse“, sagt Svenja Boer, die für die Netzwerkkoordination im Kinderschutz zuständig ist.

Wipperfürther Formular mit besonderer Fragestellung

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten sei man auch die bisherigen Meldeverfahren angegangen. „In diesem Zusammenhang ist der digitale Meldebogen entstanden“, sagt Svenja Boer. Sie betont, dass auch die bisherigen Möglichkeiten weiterhin Bestand hätten – schriftlich per E-Mail, telefonisch oder auch per Fax. „Besonders an dieser neuen digitalen Form ist zudem, dass die Fragestellung im Formular die Meldenden gezielter zum konkreten Fall hinzulenken“, sagt sie weiter.

Ziel ist, dass es gar nicht erst zu tatsächlichen Fällen kommt

Dabei gebe es sowohl differenzierte Fragen für Fachpersonal als auch für Personen, die mit der Kinder- und Jugendarbeit eher nichts zu tun hätten. „Dadurch wissen wir gleich relativ genau, worum es geht – in der freien Meldung werden schon mal wichtige Details vergessen“, sagt Svenja Boer. Sowohl intern als auch beim Fachpersonal würden zum Thema der Kindeswohlgefährdung Schulungen angeboten. „Das Ziel ist natürlich, dass es überhaupt nicht erst zu tatsächlichen Fällen kommt. Und es ist uns auch wichtig, dass nicht jede Meldung automatisch zu einem Fall führen wird – schließlich ist im Jugendamt das Fachpersonal, das sich genau darum kümmert, den Meldungen nachzugehen“, sagt Keith Dehling, Leiter der Sozialen Dienste.

Wipperfürth liegt im Bundesschnitt

Und ergänzt: „Nur weil das Jugendamt eingeschaltet ist, heißt das absolut nicht, dass man die Kinder verliert.“ Vielmehr sei es wichtig, dass allen Beteiligten bewusst sei, dass man miteinander für das Wohl der Kinder arbeiten wolle. Durchschnittlich komme pro Woche etwa eine Meldung herein, die überprüft werden muss. Insgesamt liegt Wipperfürth hier etwa im Bundesschnitt. „Die Tendenz ist steigend, 2019 hat es in der Folge des Missbrauchsfalls in Lügde einen deutlichen Sprung nach oben gegeben, was letztlich auch bedeutet, dass mehr hingesehen wird“, sagt Svenja Boer.

Das Wipperfürther Jugendamt arbeitet nun daran, für das neue Angebot die Werbetrommel zu rühren, damit es noch bekannter wird. „Dazu kommt der Wunsch, die Stadt weiter zu digitalisieren, dem wir auch in unserem Amt nachkommen“, sagt Dehling.

Zu finden ist das Online-Formular für Meldungen zur Kindeswohlgefährdung auf der Internetseite der Stadt.