Der Gelsenkirchener Rat hat den AfD-Politiker Norbert Emmerich als 2. Bürgermeister am Donnerstag abgewählt. Ihm wird Rassismus vorgeworfen.
Rassistisches VideoStadtrat von Gelsenkirchen wählt AfD-Bürgermeister ab

Norbert Emmerich (AfD) ist als 2. Bürgermeister von Gelsenkirchen abgewählt worden (Archivbild).
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Der Gelsenkirchener AfD-Politiker Norbert Emmerich ist als 2. Bürgermeister der Stadt abgewählt worden. Das berichtet der WDR am Donnerstag (9. Juli). Hintergrund ist die Beteiligung Emmerichs an der Aktion einer Parteikollegin, in der Menschen mit Migrationshintergrund aufgefordert werden, die Straßen in ihrem Stadtteil zu putzen.
Nach dem Skandal hatten sich CDU, SPD, Grüne, FDP, weitere Parteien sowie Einzelmandatstragende darauf geeinigt, Emmerich in der letzten Sitzung vor der Sommerpause abzuwählen. Eine breite Allianz war notwendig, da die AfD über 20 der 66 Sitze verfügt. Für die Abwahl Emmerichs wurde eine qualifizierte Mehrheit von 45 Stimmen benötigt, fast alle anderen Parteien mussten also der Abwahl zustimmen. Durch diesen Mechanismus sollen in Nordrhein-Westfalen parteipolitisch motivierte Abwahlversuche durch spontane Mehrheiten erschwert werden. Letztlich stimmten in Gelsenkirchen sogar 47 von 65 Ratsmitgliedern für die Abwahl, berichtet der WDR.
Emmerich hatte sich in dem Video zusammen mit der AfD-Landtagsabgeordneten Enxhi Seli-Zacharias gezeigt. Sie drückten Anwohnern, denen sie einen Migrationshintergrund unterstellten, Besen und Kehrblech in die Hand und ließen sie die Straße fegen. Zudem forderte Seli-Zacharias, diese Menschen müssten die Stadt verlassen.
Unsägliche Szenen in AfD-Video aus Gelsenkirchen
„Die Deutschen haben die Schnauze voll! Guck mal, wie das hier aussieht!“, pöbelt Seli-Zacharias beispielsweise eine Anwohnerin an. Sarkastisch applaudiert sie der Frau, die sich tatsächlich offenbar verängstigt bückt und mit dem Handfeger zu kehren beginnt. „Nicht nur Frauen, auch Männer“, schreit die AfD-Politikerin einen Mann an, der offenbar ihrer Aufforderung zum Putzen nicht nachkommt. Zusammen mit Emmerich und weiteren Mitstreitern geht sie, bewaffnet mit Besen und Schaufeln, durch Gelsenkirchen. „Diese Menschen müssen unsere Stadt verlassen“, heißt es weiter.
Emmerich und seiner Parteifreundin war Rassismus und Demütigung von Menschen vorgeworfen worden. Kirchenvertreter zeigten sich entsetzt. Die übrigen Parteien waren sich schnell einig, dass Emmerich nicht geeignet ist, die Stadt Gelsenkirchen nach außen zu vertreten. Das Video ist inzwischen nicht mehr abrufbar, die Generalstaatsanwaltschaft Köln prüft Konsequenzen.
Emmerich war bei der Kommunalwahl im Herbst 2025 nah an den Posten des Oberbürgermeisters gekommen. Er schaffte es bis in die Stichwahl, unterlag dort aber der SPD-Kandidatin Andrea Henze (SPD). In der konstituierenden Sitzung des Stadtrats im Dezember war er überraschend zum 2. Bürgermeister gewählt worden. Emmerich erhielt 23 Stimmen, obwohl die AfD-Fraktion nur 20 Sitze im Stadtrat hat.
