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RazziaRockerkrieg in Dänemark führt zu Durchsuchungen im Rheinland

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Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei.

Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei. 

Ermittler aus Kopenhagen vermuten Hintermänner in Köln und Leverkusen. Ein Haftbefehl wurde bereits vollstreckt

Spezialeinheiten der Polizei haben am Mittwochmorgen drei Objekte in Köln und Leverkusen gestürmt. Die Einsatzkräfte durchsuchten nach Informationen unserer Redaktion die Wohnungen von drei Personen in Köln-Höhenhaus, Humboldt-Gremberg und Leverkusen-Küppersteg. Zwei Tatverdächtige wurden auf die Wache gebracht und erkennungsdienstlich behandelt. Der dritte Beschuldigte wurde mit Auslieferungshaftbefehl auf Ersuchen der dänischen Justiz abgeführt.

Oberstaatsanwältin Lisa Klefisch bestätigte auf Anfrage die Verhaftung des 28-jährigen Tatverdächtigen aus Leverkusen. Auslöser der Aktion ist nach Recherchen dieser Zeitung ein Rockerkrieg in Kopenhagen. Ende April feuerten Gangster in der dänischen Hauptstadt eine Panzerabwehrrakete auf das Haus eines führenden Mitglieds der „Hells Angels“ ab. Zufall oder nicht: Bei dem Flugkörper zündete einzig die Treibladung, ohne dass der eigentliche Sprengsatz explodierte. Andernfalls wäre ein größeres Blutbad die Folge gewesen. Dennoch sorgte die Attacke dafür, dass etliche Häuser und Autos in der Nachbarschaft in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Rekrutierung über Soziale Medien

Nach den bisherigen Erkenntnissen hatten die Hintermänner über Soziale Medien gegen überschaubare Summen Attentäter und Unterstützer für den Anschlag angeheuert. Der neue Modus nennt sich „Violence as a Service“. Gewalt auf Bestellung. Um die eigenen Spuren zu verwischen, rekrutieren Unterweltgrößen junge Männer, um in ihrem Auftrag Rivalen einzuschüchtern oder zu töten. Meist ködern die Auftraggeber Jugendliche, weil diese im Fall einer Festnahme auf mildere Schuldsprüche hoffen dürfen. Die Nachforschungen der dänischen Behörden führten unter anderem zu drei Tatverdächtigen aus dem Rheinland. Diese sollen als Logistiker und Helfer fungiert haben. In welcher Art und Weise, teilten die Ermittler nicht mit.

In Köln wurden zuletzt binnen anderthalb Wochen sieben Anschläge mit Schusswaffen oder Sprengsätzen aktenkundig. Polizei und Staatsanwaltschaft überprüfen derzeit Bezüge zum Rocker- oder Clanmilieu. So wurde zum zweiten Mal Mittwochnacht ein Feuer in einer Eisdiele in Köln-Raderberg gelegt. Ob Zusammenhänge zu den anderen Angriffen bestehen, ist noch völlig unklar.